DRA Newsletter September 2014


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Stellenausschreibung: Projektleitung beim DRA zum 01.01.2015

Der DRA sucht zum 01.01.2015 einen Projektleiter/eine Projektleiterin als Elternzeitvertretung in Teilzeit (30h/Woche). Die Stelle umfasst Aufgaben im Projekt- und Finanzmanagement, Fundraising und der Öffentlichkeitsarbeit. Eine Befristung der Stelle erfolgt bis zum 31.12.2015.

2) Praktikum: Projektassistenz zum 13.10.2014 für 3 Monate

Zur Unterstützung seiner Projektarbeit vergibt der DRA ein Praktikum als Projektassistenz in Teilzeit (32h/Woche). Die Tätigkeiten bestehen in der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung von Veranstaltungen zur Stärkung von Demokratie- und Pluralismusverständnis ukrainischer Jugendlicher durch die Förderung entsprechender Grundwertevermittlung in der nichtstaatlichen Jugendarbeit über den Fachaustausch mit Deutschland.

3) DRA führt in der Ukraine Projekte zur zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit durch

Der DRA erhält für drei Projekte eine Förderung des Auswärtigen Amts im Rahmen des Programms zum Ausbau der Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaften von Ukraine, der Republik Moldau, Georgien und Belarus. Mit den Projekten knüpft der DRA an seine langjährige Arbeit in der Ukraine an und unterstützt damit vielfältige gesellschaftliche Gruppen in der Ukraine. Eines der Projekte setzt die Unterstützung der NGO „Postup“ bei der Betreuung von Flüchtlingen aus der Ostukraine fort (siehe unten), die beiden anderen Projekte richten sich in erster Linie an Aktivist_innen und Multiplikator_innen in den Bereichen Menschenrechtsbildung, politische Jugendbildung und nachhaltige Stadtentwicklung. Ziele dieser Projekte sind die Vermittlung von Methoden der Bildungsarbeit, Kompetenzen zur Projektdurchführung sowie der internationale Austausch mit Expert/innen und Aktivist/innen. Zu den Projektaktivitäten gehören Workshops und Seminare, Studienreisen und Netzwerktreffen sowie öffentliche Veranstaltungen. Über den Verlauf der Projekte werden wir Sie in den nächsten Newslettern auf dem Laufenden halten. Der DRA hofft sehr, dass die bis Ende 2014 begrenzte Projektförderung des Auswärtigen Amtes auch in 2015 und darüber hinaus durch eine Weiterführung des Programms verlängert wird – eine intensivierte Zusammenarbeit mit der Ukraine darf keine nur kurzfristige Reaktion auf die aktuelle politische Krise sein, sondern ist eine Notwendigkeit für viele Jahre.

4) Vorbereitungsreise für Flüchtlingshilfe-Unterstützung der NGO „Postup“ nach Kiew und in die Ostukraine

Vom 17. bis 23. September waren die DRA-Mitarbeiter Tim Bohse und Maria Slesazeck in der Ukraine, um mit der Partnerorganisation POSTUP Absprachen für das gemeinsame Projekt zur Unterstützung von NGOs, die sich im Bereich der Menschenrechtsbildung und Flüchtlingsarbeit engagieren, zu treffen. POSTUP stellt in Kiew ein breites Spektrum an Beratungs- und Unterstützungsangeboten für Binnenvertriebene aus den Gebieten Luhansk, Donezk und der Krim zur Verfügung. Außerdem hat POSTUP das Nachrichtenportal www.informator.lg.ua gegründet, um eine Basisberichterstattung über die Ereignisse und Situation der Zivilbevölkerung im Osten der Ukraine zu gewährleisten. In dem geplanten Kooperationsprojekt zwischen POSTUP und dem DRA werden im Rahmen von vier Workshops Methoden für die Arbeit mit Binnenflüchtlingen erarbeitet und an Multiplikator/innen in Kiew vermittelt. Außerdem soll der Informationsfluss zwischen ukrainischen und deutschen NGOs über die politische und humanitäre Situation in der Ostukraine verbessert werden. Während des Besuchs in Kiew konnten auch 1.900 Euro an POSTUP übergeben werden, die bisher durch die Spendenaktion des DRA zur Unterstützung der Arbeit von POSTUP zusammengekommen sind (Zur Spendenaktion des DRA auf www.betterplace.org. Die beiden DRA-Mitarbeiter haben außerdem einen humanitären Hilfstransport von POSTUP in die Städte Artjomowsk, Lisitschansk, Sewerodonezk und Starobelsk in den Gebieten Donezk und Luhansk begleitet und sich ein Bild von der Situation vor Ort gemacht. In den genannten Städten halten sich viele Binnenflüchtlinge auf, deren Versorgung mit humanitärer Hilfe aufgrund der aktuellen Sicherheitslage besonders schwierig ist. Vor allem die Unterstützung von sozial benachteiligten Personen wie alleinerziehenden Müttern, Menschen mit Behinderungen und alten Menschen wird während des kommenden Winters in dieser Region eine besondere Herausforderung darstellen.

5) Deutsch-Russische Herbstgespräche 2014 zum Thema "Korruption" vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts

„Korruption: Schneller Vorteil, langes Nachsehen?“: So lautet der Titel der 19. Deutsch-Russischen Herbstgespräche, zu denen der DRA und die Evangelische Akademie zu Berlin am 7./8. November 2014 noch einmal sehr herzlich in die Französische Friedrichstadtkirche auf dem Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte einladen. Namhafte Expert/innen aus Zivilgesellschaft, Medien, Wissenschaft, Verwaltung und Politik werden bei der Tagung die Ursachen, Dimensionen, Formen und Folgen von Korruption in Deutschland und Russland erörtern. Vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts interessiert nicht zuletzt, inwieweit die Korruption in Russland und im postsowjetischen Raum – als ein zentraler Faktor für die Schwäche der demokratischen Institutionen und die Entstehung autoritärer Systeme – auch eine der Ursachen für die Krise ist. Ergänzend werden dazu diesmal Erfahrungen auch aus der Ukraine einbezogen, in der der Widerstand gegen Korruption zur Entstehung der Maidan-Demonstrationen und dem Sturz des früheren Präsidenten Janukowitsch beigetragen hat. Das Augenmerk auf der Konferenz gilt der politischen, aber auch der Alltagsebene. Wie kann ein (Neu-)Aufbau korruptionsresistenter Strukturen gelingen, und welche Hindernisse sind dabei zu überwinden? Welche Rolle spielen Zivilgesellschaft und Medien bei der Aufdeckung und Verhinderung von Korruption? Genaueres zum Programm und zum Tagungsthema gibt es auf unserer Website. Mit dabei sind bekannte Korruptionsbekämpfer und investigative Journalisten, wie beispielsweise Halyna Senyk (ehem. Anti-Corruption Action Center, Ukraine), Vertreter von YanukovichLeaks, Transparency International Deutschland und des Antikorruptionsprojekts von Aleksej Nawalnij „RosPil“, Jürgen Roth, Wolfgang Schaupensteine und Andrej Kalich (Zentrum für die Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, Russland). Genauere Informationen zu den Referenten erscheinen in Kürze ebenfalls auf unserer Website. Die Tagung findet auf Deutsch und Russisch statt (mit Simultanübersetzung). Der Eintritt ist frei.

6) Zivilgesellschaftsforum: internationale Kooperationsgespräche, Anmeldung zur Jahresversammlung in Tallinn bis 25. Oktober

Vor der Jahresversammlung des EU-Russland-Zivilgesellschaftsforums (CSF) vom 27. bis 29. November im estnischen Tallinn haben Vertreter/innen des CSF Mitte September in Moskau und Warschau zahlreiche Gespräche mit Nichtregierungsorganisationen, Experten, Politikern und Diplomaten geführt. In Moskau trafen Stefan Melle, Geschäftsführer des DRA, und Anna Sevortian, Direktorin des CSF, u.a. mehrere Mitgliedsorganisationen des Forums, die Menschenrechtsbeauftragte der Regierung, Ella Pamfilova, die Leitung des „Komitees für Bürgerinitiativen“ des früheren Premiers Aleksej Kudrin, sowie Vertreter der EU-Delegation und mehrerer EU-Mitgliedsländer. Themen waren v.a. die aktuellen Schwierigkeiten in den EU-Russland-Beziehungen, Hindernisse für die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit sowie mögliche Wege der Kooperation. Bei einem Gespräch im russischen Außenministerium wurden die verschiedenen Einschätzungen in Bezug auf die Behandlung russischer NGOs im eigenen Land und die Ukraine deutlich. In Warschau fanden ein Runder Tisch zu den EU-Russland-Beziehungen und der aktuellen Rolle Polens sowie weitere Treffen mit NGOs und Vertreter/innen von Stiftungen, Parlament und Regierung statt. Das Zivilgesellschaftsforum wurde hier von Anna Sevortian und Barbara von Freytag repräsentiert. Zur CSF-Jahresversammlung (General Assembly) in Tallinn ist eine Anmeldung für NGOs und andere Interessierte noch bis 25. Oktober möglich. Genauere Informationen siehe unter www.eu-russia-csf.org. Das Sekretariat des CFS befindet sich seit Jahresbeginn beim DRA.

7) „Warum Kippa?“ - Interreligiöses DRA-Projekt zu Gast in der Jüdischen Gemeinde

„Warum Kippa? Warum Kopftuch? Und ... was würde Buddha dazu sagen?: Diese Fragen dienen als Motto für das DRA-Projekt „glauben. leben. in berlin“. „Warum Kippa?“ hieß es konkret am 31. August beim zweiten Workshop: Eine 15-köpfige Gruppe junger Teilnehmer/innen, davon ca. zwei Drittel muslimischen und ein Drittel jüdischen bzw. christlichen Glaubens, kam erneut zum interreligiösen Austausch, der dieses Mal in die Jüdische Gemeinde zu Berlin (JGzB) in die Oranienburger Straße führte. Die JGzB ist neben dem muslimischen IZDB e.V. bei „glauben. leben. in berlin“ Projektpartner des DRA. Nach einem individuellen Austausch in interreligiös gemischten Kleingruppen ging es in den Sakralraum der Synagoge zu einem ausführlichen Gespräch mit Rabbiner Daniel Alter. Die vielen Fragen der Teilnehmer_innen galten nicht nur Kleidungs- und Speisevorschriften, sondern vielen weiteren Aspekten des jüdischen Glaubens. Besonders anschaulich wurde es noch einmal, als die Thorarolle aus dem Schrein genommen wurde und aus nächster Nähe betrachtet werden konnte. Fotos, Kurzprotokoll und Kommentare der begeisterten Teilnehmer/innen sind auf www.glaubenlebeninberlin.de zu finden. An weiteren Veranstaltungen sind u.a. für den November Videoworkshops und ein interreligiöser Aktionstag geplant. Das Projekt wird vom Europäischen Integrationsfonds und dem Paritäter Berlin gefördert.

8) Bildungsreise zur sozialpädagogischen Arbeit mit Behinderten nach Berlin

Über die sozialpädagogische Betreuung von Menschen mit Behinderung und die gesetzlichen Rahmenbedingungen dafür informierte sich eine Gruppe aus 20 Moskauer Sozialarbeitern, Beamten und Leitern von Betreuungseinrichtungen vom 23. - 28. September 2014 in Berlin. Organisiert wurde die Bildungsreise durch den DRA. Partner auf russischer Seite waren das Moskauer Institut für Umschulung und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften des Sozialsystems und das Sozialdepartment der Stadt Moskau. Über die Gesetzeslage sowie Schwerpunkte der aktuellen Behindertenpolitik wurde die Gruppe von Corinna Rüffer, Bundestagsabgeordnete der Grünen, auf Bundes- und von Birgit Monteiro (SPD) auf Landesebene unterrichtet. Der Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Jürgen Schneider, informierte die Gruppe über seinen Aufgabenzuschnitt in Berlin sowie aktuelle Themen wie etwa „Schule und Inklusion“ und die unterschiedlichen Auffassungen dazu. Praktische Einblicke in diese Bereiche gab es bei der Comenius-Schule, den Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung und der Lebenshilfe Berlin (Betreutes Wohnen). Die Gesellschaft GIBB stellte sonderpädagogische Zusatzqualifikationen für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung vor. Bereits im Dezember ist eine weitere Bildungsmaßnahme mit den Moskauer Partnern geplant. Dann wird sich eine Delegation aus Moskau in Berlin über Aspekte der Berliner Kinder- und Jugendhilfe informieren.

9) Seminarreihe „EU-Study Weeks“ im estnischen Narva und im Nordkaukasus

Mit einem Projekttraining beidseits der estnisch-russischen Grenze endete am 29. August die dritte „EU-Study-Week“ dieses Jahres. Das vom DRA organisierte fünftägige Seminar für russische Studenten und Universitätsabsolventen fand in Narva und dem direkt benachbart liegenden russischen Ivangorod statt – und somit erstmals in der rund 15-jährigen Geschichte dieser von der Moskauer EU-Delegation veranstalteten landesweiten Reihe auch unmittelbar auf EU-Gebiet. In Begegnungen mit den beiden Bürgermeistern, in Vorträgen und Diskussionen mit Professoren, Projektleitern und Diplomaten erfuhren die Teilnehmer_innen viel über die grenzüberschreitende Kooperation, die hier, gemeinsam mit Nordwestrussland, besonders aktiv ist. Die Äußerungen der Regionalpolitiker wie der Studierenden zeigten, dass die Hoffnung von möglichst niedrigen Barrieren zwischen den Ländern und Gesellschaften trotz – oder gerade angesichts – der aktuellen politischen Verschärfungen weiter lebendig ist. Die nächste „EU-Study-Week“ wird vom 10.-12. Oktober in Pyatigorsk, der zweitgrößten Stadt im südrussischen Gebiet Stavropol (Nordkaukasus-Vorland) durchgeführt. Fotos, Videos und weitere Informationen unter www.eu-studyweeks.ru

10) Wie entwickelt sich die soziale Arbeit in Osteuropa? DRA bei Partnertreffen von Brot für die Welt

Vom 1.-5. September veranstaltete das evanglische Förderwerk „Brot für die Welt“ in Berlin die Konsultationen mit seinen Partnerorganisationen aus Russland, der Ukraine und Belarus von. Seitens des DRA nahmen Stefan Melle, Geschäftsführer, und Silke Junge, stellvertretende Geschäftsführerin, teil. Der DRA führt derzeit mit der Unterstützung von Brot für die Welt zwei Projekte in Russland durch: gemeinsam mit dem Russisch-Deutschen Büro für Umweltinformation (RNEI) das Projekt „Förderung globaler und lokaler Verantwortung für den Klimaschutz in Osteuropa“ und mit der NGO „Svoe Delo“ (SD) das Projekt „Sozialökonomische Stabilisierung und interethnische Verständigung im Nordkaukasus“in Inguschetien. Die Partnerorganisationen waren durch Angelina Davydova (RNEI) und Julia Chardina (SD) auf den Konsultationen vertreten. Neben allgemeinen Erläuterungen zur Arbeitsweise von Brot für die Welt gab es auch viel Raum zur Diskussion der aktuellen Situationen in den drei Ländern, notwendigen gesellschaftlichen, politischen und juristischen Änderungen zur Verbesserung der Lage der jeweiligen Zielgruppen sowie Möglichkeiten zum Austausch von Methoden und Techniken in der sozialen Arbeit. Fruchtbar war auch die Projektbörse zum Abschluss der Tagung, in der die Weitergabe von Expertise untereinander vereinbart sowie zahlreiche grenzüberschreitende Projektideen entwickelt wurden.

11) Dönhoff-Programm 2014 gestartet, Verzögerungen bei der Visaerteilung für Stipendiat_innen

Am 1. September startete das Freiwilligenprogramm der Marion-Dönhoff-Stiftung in die 12. Saison. Wie in den Jahren davor wurden vier Stipendiaten aus Belarus, der Ukraine und Russland ausgewählt, um sich für sechs Monate in Berlin in gemeinnützigen Organisationen zu engagieren. Neben der Arbeit bei den Organisationen nehmen die Stipendiaten auch an einem umfangreichen Bildungsprogramm zur Geschichte, Gesellschaft, Politik und Kultur Deutschlands teil. Leider konnten bis jetzt nur zwei der Stipendiat/innen ihren Freiwilligendienst in Berlin antreten. Maria Mikhaylova aus Russland unterstützt die Projektarbeit des DRA-Büros und Iana Kliushnykova ist in der Deutschen Aidshilfe aktiv. Den beiden Freiwilligen aus Belarus wurde bisher kein Visum für die Einreise nach Deutschland seitens der deutschen Botschaft in Minsk erteilt. Eine nicht präzise ausgearbeitete Rechtsverordnung (BeschV § 14 Abs. 1 Nr. 2) bietet viel Raum für Interpretationen und wird nun zum Verhängnis für das Programm. Ein Einspruch durch den DRA und die Stipendiat/innen ist bei der deutschen Botschaft in Minsk eingereicht, mit der Hoffnung auf einen baldigen positiven Entscheid.

12) Kulturministerium Perm reagiert auf Brief zur Lage beim Museum Perm 36

Nach der Veröffentlichung seines Statements “Die Gedenkstätte für die Geschichte der politischen Repressionen `Perm 36` muss erhalten werden” und eines gleichlautenden Briefs an den Gouverneur der Region Perm, Viktor Basargyn, hat der Koordinationsrat des EU-Russland Zivilgesellschaftsforums (CSF) eine Antwort vom Ministerium für Kultur, Jugendpolitik und Kommunikation erhalten. In dem Brief erklärt Ministerin Irina Yasyreva unter anderem, dass “die Entwicklung und die Aktivitäten der Gedenkstätte durch die Regierung der Region Perm vollständig gesichert“ seien. Der Hauptgrund für die Entlassung der Direktorin des seit 2014 staatlichen Museums “Perm 36”, Tatyana Kursina, liege in „wiederholten … finanziellen Verstößen durch MitarbeiterInnen” und der „Vernachlässigung von Pflichten“ durch das Management der NGO „Museum Perm 36“, die früher für das Museum zuständig war. Das Museum sei nur „von regionaler Bedeutung“, auch seien “keine Exponate (aus dem Eigentum) der NGO `Perm 36` in die Liste der Museumsbestände der Russischen Föderation eingestellt worden”. Weiterhin bestätigte Frau Yasyreva, dass „eine Vereinbarung mit der NGO `Perm 36` über Fördermittel in 2014 zur finanziellen Absicherung von Veranstaltungen zur zivilgesellschaftlichen Bildung der Bevölkerung und patriotischen Erziehung der Jugend” unterzeichnet worden sei und das staatliche Museums und das Ministerium für Kultur, Jugendpolitik und Kommunikation der Region Perm gemeinsame Projekte planten. Freilich scheint das von der Ministerin entworfene rosige Bild weit entfernt von der Realität zu sein. Mehrere Gerichtsverfahren gegen das frühere Management sind anhängig, während die Gouverneursverwaltung die Unterzeichnung der Vereinbarung mit der NGO ständig hinausgezögert hat. Zudem hält die polemische Berichterstattung des Fernsehsenders NTV über die Gedenkstätte als Erinnerungsort „für Unterstützer von Stepan Bandera“ an, dessen “faschistische Anhänger” in der Ostukraine gegen die dortige friedliche Bevölkerung kämpften. Der jüngste Beitrag von NTV- war gegen Tatiana Margolina, Menschenrechtsbeauftragte der Region Perm, gerichtet.

13) 11. Oktober, Berlin, Matthäuskirche: NGO „Perspektivy“ lädt zum Benefizkonzert für Menschen mit Behinderungen

Schon seit 20 Jahren widmet sich die Organisation „Perspektivy“ in St. Petersburg schwerst mehrfachbehinderten Menschen – unterstützt betroffene Kinder und Erwachsene sowie Angehörigen, in zwei staatlichen Heimen, in Tagesgruppen, einer Wohneinrichtung. Aus der deutsch-russischen Initiative ist in gemeinsamer Arbeit– darunter auch in mehreren Projekten mit dem DRA – inzwischen eine der besten, professionellsten NGOs für die Behindertenhilfe in Russland erwachsen, die eine individuelle Förderung der Menschen in den Mittelpunkt stellt. Nun lädt „Perspektivy“ ein zum Benefizkonzert am Samstag, den 11. Oktober, um 19.30 Uhr in der Matthäus-Kirche am Kulturforum Berlin. Es spielen Aydar Gaynullin (Bajan), Lydia Gorstein (Klavier), Elena Lutz (Bajan), Olga Lichtner-Leyman (Sopran) sowie Rino Yamamoto (Violine). Karten gibt es für 20 EUR, u.a. erhältlich über www.perspektiven-verein.de. Das Konzert findet unter Schirmherrschaft des Berliner Gesundheitssenators statt.

14) Junge Deutsche für Friedens- und Lernbegegnung mit UkrainerInnen im Oktober gesucht

Unter dem Titel „peace – please – playground“ startet der Hamburger Verein Ost-West Trikster e.V. Mitte Oktober ein Projekt, das soziale Technologien für einen nachhaltigen Wandel im Denken und Lenken vermittelt. Gesucht werden dafür noch junge Kreative und Friedensaktivist_innen mit deutscher Staatsbürgerschaft (Alter 20 - 30 Jahre, mit Russischkenntnissen), die auf Gleichaltrige aus der Ukraine treffen. In zwei Begegnungen – die erste vom 27.10.-2.11.2014 in Neuss auf der Museumsinsel Hombroich/Raketenstation, die zweite im nordukrainischen Tschernihiv – sollen co-kreative Spielräume ge- bzw. erfunden werden, in denen statt „müssen“ und „entweder … oder“ ein  „dürfen“ und „sowohl … als auch“ gelten soll. Das Projekt wird im Programm „Meet up!“ von Europeans for Peace der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ gefördert.  Projekt und Verein werden von der früheren DRA-Mitarbeiterin Constanze Stoll geleitet.

15) Projektausschreibung der EVZ zu „vergessenen“ NS-Opfern

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ hat ein neues Förderprogramm eingerichtet um Projekte zur Aufarbeitung der NS-Zwangsarbeit und Erinnerung an die sogenannten „vergessenen“ NS-Opfer zu fördern. Die Ausschreibung richtet sich an internationale Projektkooperationen mit deutscher Beteiligung. Nähere Informationen zu dem Programm finden Sie HIER