DRA Newsletter September 2012


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) 28.9.: Film „Putin’s Kiss“ und Diskussion mit Oleg Kaschin zur Lage der Jugend in Russland

Zu einem Film- und Diskussionsabend über die Positionen und Perspektiven der jungen Generation im heutigen Russland laden der DRA, der Europaabgeordnete Werner Schulz (Grüne) und der Verein iDecembrists e.V. ein. In dem Dokumentarfilm „Putin’s Kiss“ zeichnet die junge dänische Regisseurin Lise Birk Pedersen die Geschichte von Maria Drokova nach, die bereits mit 19 Jahren zur Führungsriege der kremlnahen Jugendorganisation „Naschi“ („Die Unsrigen“) gehörte und die beginnt, sich mit den Werten und Zielen von „Naschi“ auseinanderzusetzen, nachdem sie Putin-kritische Journalisten wie Oleg Kaschin, Korrespondent der Moskauer Zeitung „Kommersant“, kennenlernt. Der Film eröffnet gute Einblicke sowohl in das Umfeld der kremltreuen Jugendorganisation als auch in die Szene der kritischen und oppositionellen Intellektuellen in Russland. In der anschließenden Diskussion werden Oleg Kaschin, Stefan Melle (DRA) und Alexander Formozov (iDecembrists)– moderiert von Werner Schulz – vor allem aktuelle Stimmungen in der russischen Jugend, ihr Verhalten zwischen Akzeptanz und Ablehnung der herrschenden Regierung, zwischen Zukunftschancen in Russland und dem Verlassen des Landes erörtern. Sprachen: Film - Russisch mit englischen Untertiteln, Diskussion - Deutsch/Russisch gedolmetscht. Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich. Veranstaltungsort: ACUD-Kino, Berlin-Mitte, Veteranenstr. 21, Anfahrt: U8 (Rosenthaler Platz), M8 (Brunnenstr./Invalidenstr), M1, M12 (Zionskirchplatz).

2) 26./27.10.: Deutsch-Russische Herbstgespräche zum Verhältnis von Staat und Protestbewegung – Anmeldung ab sofort

Die russische Protestbewegung ist seit dem Winter nicht nur an ihre eigenen Grenzen gestoßen. Seit Mai 2012 haben Kreml und Duma vielmehr alle Felder, die diese Proteste ermöglichten – ob Medien, Internet oder Demonstrationsrecht – zielstrebig beschnitten. Das neue NGO-Gesetz, das alle Organisationen, die im weitesten Sinne am politischen Leben teilnehmen und auch nicht-russische Förderer haben, zu „ausländischen Agenten“ abstempelt, stellt zudem die internationale Kooperation mit und den Beistand für Bürgerorganisationen in Russland in Frage. Daher rückt die Konferenz „17. Deutsch-Russische Herbstgespräche“ am 26./27. Oktober in Berlin, zu denen der DRA und die Evangelische Akademie alle Interessierten herzlich einladen, das Verhältnis von Staat und kritischen Bürgerbewegungen in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Zivilgesellschaft ohne Bürgerrechte?“ wird erörtert, welchen Schutzanspruch Reformminderheiten gegenüber einer Mehrheitsgesellschaft haben und wie weit das Recht eines Staates zur Verteidigung seiner Regierungsform reicht. Welche Gesetze und Diskurse existieren dazu in Deutschland und Russland? Welche Chancen hat die Demokratie in Putins dritter Amtszeit noch? Wie können zivilgesellschaftliche Kräfte die Unterstützung der Bevölkerung erlangen? Wie eigenständig ist Russlands Bürgerbewegung und wie stark sind ausländische Einflüsse? Worin liegen Chancen und Probleme für die künftige deutsch-russische zivilgesellschaftliche Kooperation? Auftreten werden bekannte Vertreter_innen aus NGOs, Wissenschaft und Politik beider Länder. Der Eintritt ist frei, zur Konferenzteilnahme ist jedoch eine Anmeldung bis spätestens 22.10. erforderlich. Das ausführliche Programm finden Sie auf der Homepage des DRA . Die Tagung findet in der Französischen Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt statt und wird von der Heinrich-Böll-Stiftung, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Diakonischen Werk der EKD gefördert.

3) 9./10.10.: Zivilgesellschaftsforum tagt in St. Petersburg - Programm

Das EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum (CSF) trifft sich am 9./10. Oktober in St. Petersburg zu seiner 3. Generalversammlung – der ersten in Russland. Sie findet inmitten einer neuen Zuspitzung im Verhältnis von Bürgerorganisationen und Regierung in dem Land statt. Erörtert werden daher nicht nur übergreifende Themen wie die weiterhin massiven und undurchschaubaren Visa-Hürden im beiderseitigen Reiseverkehr und die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in Bereichen wie Rechtsstaat, Umweltschutz, Bürgerbeteiligung, soziale Entwicklung, Engagement gegen Xenophobie und Korruption. Diskutiert werden vielmehr auch die Lage der russischen NGOs nach dem im Juli erlassenen „Gesetz über ausländische Agenten“ und die Chancen der gegenseitigen Unterstützung im Rahmen der künftigen internationalen Kooperation. Es liegen bereits Anmeldungen von rund 60 der mittlerweile knapp 100 Mitgliedsorganisationen des Forums sowie von 50 Beobachtern aus weiteren NGOs, Politik, Instituten und Stiftungen sowie anderer Interessierter vor. Ihre Teilnahme zugesagt haben auch der Vorsitzende des Zivilgesellschaftsrats beim russischen Präsidenten, Michail Fedotov, der Leiter der Europa-Abteilung im russischen Außenministerium Ivan Soltanovsky sowie Vertreter der EU-Kommission, die das Forum seit April 2012 finanziell fördert. Das Programm des Forums ist HIER abrufbar. Das CSF lädt auch weiterhin interessierte NGOs zur Mitgliedschaft und Beteiligung an den Aktivitäten des Forums ein.

4) Dank an unsere langjährige Mitarbeiterin Bettina Bofinger

Der DRA verabschiedet sich mit sehr herzlichem Dank und großem Bedauern von seiner langjährigen Mitarbeiterin Bettina Bofinger. Sie hat zum 1. September eine neue Tätigkeit beim Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. in Berlin-Kreuzberg aufgenommen. Bettina Bofinger kam 1994 zum 1992 gegründeten DRA. Sie hat fast den gesamten bisherigen Weg des Vereins und seines Engagements miterlebt und durch zahlreiche eigene Projekte mitgestaltet. Dazu zählten Fachaustauschprogramme mit Belarus, Russland und Frankreich, der Aufbau und die jahrelange Gestaltung der Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse, Qualifizierungen für Migrantenselbstorganisationen und die Unterstützung der Türkischen Gemeinde beim Aufbau der interkulturellen Freiwilligenagentur Ikfa. Viele Jahre hat sie sich auch über den DRA hinaus um die Pflege des ehrenamtlichen Engagements in Berlin verdient gemacht, u.a. in der Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (Bagfa) und als Sprecherin der Landesarbeitsgemeinschaft Lagfa. Zuletzt leitete Bettina Bofinger das von der EU geförderte Integrationsprojekt „Professija.DE“, das russischsprachige UnternehmerInnen in Leipzig, Rostock und Potsdam bei der Vernetzung in ihren Städten und sozialem Engagement unterstützte und in dessen Rahmen das weiterhin zugängliche zweisprachige Internetportal www.professija.de entstand, das russischsprachige Zuwanderer v.a. zu aktuellen Rahmenbedingungen der Berufsausbildung und –anerkennung sowie des gemeinnützigen Einsatzes von Gewerbetreibenden informiert. Leider musste das erfolgreiche Projekt aufgrund fehlender Anschlussfinanzierung vor kurzem eingestellt werden. Wir danken Bettina Bofinger für ihren großen und prägenden Beitrag zur Arbeit des DRA, für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft und für viele Jahre der Zusammenarbeit in herzlicher Verbundenheit. Wir wünschen ihr für ihren weiteren beruflichen Weg viel Erfolg und Glück!

5) DRA-Umweltprojekt präsentiert ersten Band seiner neuen Monitoring-Reihe

Die erste Ausgabe ihrer neuen Publikationsreihe „Monitoring Klimaschutz und Menschenrechte“ haben der DRA und das von ihm aufgebaute Russisch-Deutsche Informationsbüro für Umwelt St. Petersburg (RNEI) veröffentlicht. Sie ist Fragen der Stadtökologie gewidmet, die angesichts fortschreitender Urbanisierung in letzter Zeit zu einem Schlüssel für die Ökologiebewegung „von unten“ und für die Städtebau- und Umweltpolitik geworden ist. Erstmals präsentiert wurde die Publikation im Rahmen des 4. Marathons der Umwelt- und Stadtinitiativen „Delaj sam“ („Mach es selbst“), der vom 15.-22. September in Moskau stattfand. Sie wurde auch an führende Umwelt und Klimaexpert_innen verteilt, so u.a. während eines öffentlichen Expertengesprächs in Moskau zwischen Vertreter_innen russischer und deutscher NGOs, Hochschulen, Think Tanks und Medien (vgl. folgende Meldung). Die deutschsprachige Version des Berichts ist HIER abrufbar. Die Redaktionsleitung hatten Silke Junge und Angelina Davydova. Künftig werden zwei Mal jährlich weitere Sammelbände mit Recherchen, Analysen und Interviews zu Umweltschutz- und Bürgerrechtsfragen folgen. Bei wechselnden thematischen Schwerpunkten werden dabei vor allem aktuelle Entwicklungen in den Blick genommen. Eine Besonderheit ist der bilaterale Ansatz: Die Themen werden jeweils sowohl aus deutscher wie auch aus russischer Sicht erkundet, Tendenzen, Perspektiven und Problemlösungsansätze hinsichtlich beider Länder erörtert. Die Veröffentlichungen der Reihe werden durch das Programm „Brot für die Welt“ des Diakonischen Werks der EKD ermöglicht.

6) RNEI im MGIMO Moskau: Deutsch-russisches Expertengespräch zur Klimapolitik

Am Moskauer Staatlichen Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO) trafen sich am 19. September Umweltexperten aus Russland und Deutschland zu einem Rundtischgespräch über die Klimapolitik beider Länder von „Rio+20“ bis zum nächsten UN-Klimagipfel in Doha (Katar) im November/Dezember 2012. Die Veranstalter waren die Friedrich-Ebert-Stiftung in Moskau, das Russisch-Deutsche Umweltbüro des DRA (RNEI) und das MGIMO, die Moderation lag bei Angelina Davydova vom RNEI. Frank Schwabe (SPD, MdB) erläuterte den anwesenden Fachleuten und Studierenden der MGIMO die deutsche und europäische Klimapolitik. Zur russischen Klimapolitik merkte er an, dass sie im Ausland als eine Art „black box“ wahrgenommen werde. Oldag Caspar von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) sprach über Perspektiven einer deutsch-russischen Kooperation bei Modernisierungsvorhaben, etwa bei der Entwicklung einer emissionsarmen Wirtschaft. Über die russische Klimapolitik berichteten Michail Julkin vom Russischen Industriellen- und Unternehmerverband, Anton Galenovitsch von der Unternehmervereinigung „Delovaja Rossija“, Jurij Safonov von der Moskauer Higher School of Economics, Sergej Bobylev von der Staatlichen Universität Moskau (MGU) sowie Elena Kulikova vom WWF Russland.

7) DRA entsendet erneut Freiwillige nach Russland und Belarus – Spenden erbeten

Mit Vermittlung des DRA traten in diesem Monat fünf junge Frauen einen 9-10-monatigen Freiwilligendienst in sozialen und ökologischen Organisationen in St. Petersburg (Russland) beziehungsweise Gomel und Mogilev (Belarus) an. Ihnen selbst bietet der Aufenthalt Gelegenheit, Erfahrung in gemeinnütziger Arbeit zu sammeln, eine andere Kultur, aber auch ein anderes gesellschaftspolitisches Umfeld von innen heraus kennenzulernen und ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Die Freiwilligendienste werden durch das „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bzw. das Programm „Jugend in Aktion“ der Europäischen Kommission gefördert. In beiden Fällen sind erhebliche Eigenanteile der Entsendeorganisation erforderlich. Durch Ihre Spende können Sie die Freiwilligenarbeit des DRA unterstützen! Dies ist auch online über www.austausch.org/spenden möglich (Kennwort: Freiwilligenarbeit).

8) DRA St. Petersburg aktiv gegen Rassismus an Schulen

Mit dem Schulprojekt „ANTISTAMP“ (Leitung: Olga Skobina und Boris Romanov) setzt der DRA St. Petersburg in diesem Jahr seine antirassistische Arbeit fort. Als neuer Veranstaltungsort wurde die Galerie „Fakel“ gefunden, die zum städtischen Jugendzentrum im Frunse-Stadtbezirk gehört. Der russische Begriff „stamp“ bedeutet „Stempel“, steht aber auch für („aufgedrückte“) Stereotype und Klischees. ANTISTAMP entsendet Trainer an Schulen, die dort zum Kampf gegen Rassismus und Gewalt beitragen. Für das seit August 2011 entwickelte Projekt stellte das deutsche Netzwerk für Demokratie und Courage (NDC) eine wichtige Anregung dar. Mit Unterstützung des niederländischen Konsulats in St. Petersburg konnte die Arbeit im Dezember 2011 beginnen. Im Frühjahr 2012 wurden fünf Trainer ausgebildet, die in den Folgemonaten mehrere Workshops an Schulen durchführten. Im Herbst soll dies fortgesetzt werden. In den Workshops setzen sich die Jugendlichen mit stereotypen Vorstellungen und darauf beruhenden Fällen von Diskriminierung und Gewalt auseinander. Gelernt wird spielerisch und erfahrungsorientiert. Die Trainer_innen vermitteln, was es bedeutet, zum Opfer solchen Unrechts zu werden, und fördern das kritische Denken der Schüler_innen. In der Arbeit mit den 10-12-Jährigen kommen dabei Comics zum Einsatz, die das Goethe-Institut Moskau im Rahmen seines Projekts „RESPEKT“ zur Verfügung stellt. In ihnen zeigen Comics-Autor_innen aus verschiedenen Ländern, wie Menschen einander wahrnehmen und Toleranz praktizieren können. Die von diesem Material angeregten Zeichnungen der Kinder sind HIER dokumentiert. An russischen Schulen sind rassistische, homophobe und weitere Vorurteile immer noch sehr verbreitet. Der DRA St. Petersburg kooperiert schon seit Jahren mit Schulen, unterbreitet mit ANTISTAMP aber erstmals ein Angebot zum Kampf gegen den Rassismus an Schulen.

9) Moskauer Fachkräfte informieren sich über Sozialarbeit in Berliner Brennpunkt

Zum Abschluss eines vom DRA organisierten deutsch-russischen Sozialarbeiteraustauschs begrüßte am 31. August der Jugendstadtrat Oliver Schworck des Berliner Bezirks Tempelhof-Schöneberg sieben Fachkräfte des Moskauer Städtischen Zentrums für Pädagogik und Sozialarbeit beim Aktionstag „Fremd“ auf dem Dürerplatz in Berlin-Tempelhof. Drei Tage zuvor hatten Jugendliche in Nähe des Platzes den Rabbiner Daniel Alter und seine Tochter überfallen. Die Gegend gilt als sozialer Brennpunkt, Anwohner, Jugendamt, Schulen, Jugendeinrichtungen und Straßensozialarbeiter_innen bemühen sich jedoch, die Lage zu entschärfen. Insbesondere über diese Arbeit wurden die Sozialarbeiter_innen aus Moskau detailliert informiert. Zuvor hatten sie bei einem Gespräch mit der Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler bereits einen Überblick über die Kinder- und Jugendarbeit des Bezirks erhalten. Der Delegationsbesuch vom 27.-31. August erfolgte auf Einladung der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau. Die Moskauer Fachkräfte besuchten u.a. die Jugendfreizeiteinrichtung Bungalow und das Kinder- und Jugendhaus Mariendorf (KiJuM), die als die unmittelbaren Austauschpartner auftraten, das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg in Berlin-Wannsee und Projekte des Kinderrings Berlin e. V. im Stadtbezirk Marzahn. Sie berichteten u.a. von der Publikation eines Kinder- und Jugendstadtplans für Moskau. Diese Projektidee hatten Vertreter_innen von Bungalow und KiJuM im August 2011 in Berlin einer Delegation des Departements für Familien- und Jugendpolitik der Stadtverwaltung Moskau vorgestellt. Für den Oktober 2012 wurde ein Gegenbesuch der Kolleg_innen aus den beteiligten Berliner Einrichtungen in Russland vereinbart, für 2013 eine Jugendbegegnung in Moskau. Im Rahmen der Städtepartnerschaft findet außerdem am 16.-18. Oktober in Berlin ein weiterer vom DRA betreuter Fachkräfteaustausch zwischen der Organisation für Straßensozialarbeit „Deti Uliz“ (Moskau) und Gangway e. V. (Berlin) statt.

10) Praktikum: Assistenz der Geschäftsführung ab 13. November

Zum 13. November 2012 besetzt der DRA eine Praktikumsstelle als Assistenz der Geschäftsführung (Vollzeit) für 6 Monate in seinem Berliner Büro. Zu den Tätigkeiten gehören die Unterstützung der Projektarbeit, wie z.B. Recherchen, Antragstellung, Durchführung, Abrechnung/Dokumentation, die Mitarbeit in der Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit, die Pflege der DRA-Homepage, die Unterstützung der Info-, Mitglieder- und Spendenarbeit, Korrespondenz, Büroorganisation, die Pflege der Datenbank sowie Übersetzungen. Vorausgesetzt werden ein ausgeprägtes Interesse an Russland und Osteuropa, an politischen und sozialen Fragen sowie an der Arbeit von NGOs, außerdem solide PC-Kenntnisse, sehr gute Deutsch- und Russischkenntnisse (Englischkenntnisse sind von Vorteil). Wir erwarten gute kommunikative Fähigkeiten und Offenheit, aktives und selbstständiges Arbeiten, Flexibilität und Freude an der Arbeit im Team. Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Pflege von Websites sind von Vorteil. Das Praktikum wird betreut und mit 300,- Euro monatlich vergütet, ein Praktikumszeugnis wird ausgestellt. Bitte schicken Sie Ihre Bewerbungsunterlagen (Lebenslauf, Motivationsschreiben, nur die wichtigsten Zeugnisse) bis zum 11. Oktober 2012 per E-Mail an: assistenz@austausch.org, Nachfragen bitte unter Tel: 030/446680-26. Die Bewerbungsgespräche finden in der Woche vom 15.-19. Oktober 2012 statt.

11) Gastfamilien für Schüler_innen aus Russland gesucht!

Für sein Schüleraustauschprogramm sucht der DRA fortlaufend Gastfamilien in Deutschland, die gern zeitweise eine/n russische/n Jugendlichen /in bei sich aufnehmen möchten, und zwar im Raum Berlin/Brandenburg für einen bis drei Monate oder bundesweit für die gesamte Dauer eines Schuljahres. Nähere Informationen unter www.austausch.org/schueleraustausch

12) 20 Jahre DRA – VI: 2002-2003

Das zehnte Jahr des DRA beginnt am 16. Januar 2002 mit einer Diskussion des Moskauer Bürgerrechtlers Juri Dschibladse, weiteren NGO-Mitarbeitern sowie Freiwilligen des DRA in St. Petersburg über die Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten unter Präsident Vladimir Putin. Im gleichen Monat zieht der DRA St. Petersburg aus seinem langjährigen Büro an der Malaja-Konjuschennaja-Straße in das Andrejevskij Dom am Ligovskij Prospekt 87. Dort teilen sich der DRA und die NGOs „Zentrum für unabhängige soziologische Studien“, „Bürgerkontrolle“ und „Zentrum für die Entwicklung von Non-Profit-Organisationen (CRNO)“ eine Etage inklusive Veranstaltungssaal, die seither zu einem der Zentren der bürgerschaftlichen Arbeit in der Neva-Stadt geworden ist. Am 6. Februar kommen im Rahmen des von Susanne Müller geleiteten Demokratieprojekts in Belarus belarussische Politologen und NGO-Mitarbeiter zu einer Studienreise nach Berlin und Brühl. Im Berliner „Haus der Demokratie“ informieren sie selbst über die Lage in ihrem Land. Im Oktober 2002 wird das große mehrjährige EU-Projekt „Stärkung der Toleranz und Verbesserung der interethnischen Beziehungen“ gestartet. Es bringt aufgrund seiner finanziellen Dimension, aber auch der Partnerschaften u.a. mit dem russischen Innenministerium große Herausforderungen mit sich. Konzentriert auf die Regionen Moskau, Tschuwaschien (Wolgakreis) und – vor dem Hintergrund des 2. Tschetschenienkrieges – Stavropol (Kaukasusvorland), soll es u.a. durch Trainings für Polizeieinheiten sowie die Erarbeitung langfristiger Konzepte mit russischen Experten Diskriminierungstendenzen im Land mindern helfen. Im Dezember 2002 entsteht auf Initiative von Rudi Piwko und aus Mitteln des Erststifters Freiherr Franz von Hammerstein die Stiftung Deutsch-Russischer Austausch, die die Projektarbeit des DRA unterstützen soll und die u.a. durch das Engagement von Barbara von Freytag und Burgis Möwes den Empfang im Rahmen der jährlichen Deutsch-Russischen Herbstgespräche mit ermöglicht. Schirmherr wird zunächst Bundespräsident Johannes Rau, 2004 sein Nachfolger Horst Köhler. Im März 2003 beginnt das Projekt „Stärkung der Interessenvertretung sozial benachteiligter Gruppen in Südrussland“, das die mehr als sechsjährige Kooperation von DRA und Diakonie zur Entwicklung von Sozialorganisationen in Volgograd vollendet. Im Mai 2003 erscheint die Broschüre „Integration durch gemeinsames Handeln“ der Berliner Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse des DRA. Mit dem von Christine Leiser geleiteten EU-Projekt „NGO-Development Ukraine“ beginnt ab Juli 2003 in den Städten Sumy, Cherson und Rivne der Aufbau von „Zentren für Soziale Partnerschaft“ als gemeinsame Plattform für lokale Bürgerinitiativen und Behörden. Zur Stärkung belarussischer Lehrerinitiativen organisiert der DRA insgesamt acht Seminare zu Themen wie politische Bildungsarbeit und NGO-Management. Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Stärkung der Bürgerbeteiligung und der sozialen Partnerschaft in Belarus in der Region Grodno - von telefonischer Beratung bis hin zur Unterstützung in Gerichtsverfahren. - Folge VII der Chronik folgt im Newsletter Oktober.