DRA Newsletter Oktober-November 2019

Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

noch einmal laden wir Sie sehr herzlich zu den diesjährigen 24. Berliner Herbstgesprächen ein, die an diesem Donnerstag, dem 28. November, im Roten Rathaus Berlin stattfinden. Das hochaktuelle Thema der Konferenz lautet: „Ausstieg aus der Gewaltspirale: Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa“.

Die Radikalisierung bestimmter Gruppen unter ideologischen, religiösen, ethnischen oder anderen Vorzeichen bis hin zur Gewaltbereitschaft ist eine der ernsthaften Bedrohung heutiger Gesellschaften geworden, der es dringend zu begegnen gilt. Eine Schlüsselrolle kommt dabei Maßnahmen zur Prävention von Radikalisierungsprozessen zu. Unsere Konferenz ermöglicht den internationalen Austausch zwischen Expert/innen und einem interessierten Publikum zu Erfahrungen, wirksamen Ansätzen unter rechtsstaatlichen Prinzipien sowie Kooperationsmöglichkeiten in diesem Feld. Die Teilnahme ist kostenlos. Weitere Einzelheiten zu der Tagung finden Sie hier in unserem Newsletter.

Des Weiteren berichten wir dieses Mal über die Eröffnung des DRA-Ressourcenzentrums „Drukarnia“ in Slovjansk (Gebiet Donezk), neue Wege der Klimabildung für junge Menschen in Russland, die aktive Mitwirkung des DRA an internationalen NGO-Netzwerken und vieles andere mehr.


Wir danken Ihnen für Ihr Interesse!

Ihr Stefan Melle und das Team des DRA

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Inhalt

1) Erinnerung: Berliner Herbstgespräche am 28. November im Roten Rathaus Berlin zu Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa – öffentliche Konferenz

Zu den 24. Berliner Herbstgesprächen lädt der DRA am 28. November 2019 (13:30-22 Uhr) alle Interessierten ins Rote Rathaus der Hauptstadt (Rathausstraße 15, 10178 Berlin). Die internationale Fachkonferenz widmet sich in diesem Jahr dem Thema „Ausstieg aus der Gewaltspirale: Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa“. Sie findet im Rahmen des neuen DRA-Projekts „Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus stärken“ statt (s. auch unten).

Überall in Europa radikalisieren sich verschiedene Gruppen entlang inner- und zwischengesellschaftlicher Konfliktlinien. Debatten in europäischen Gesellschaften erscheinen zunehmend polarisiert. Expert/innen aus West- und Osteuropa fragen auf unserer Konferenz nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten für diese gesellschaftlichen Herausforderungen und gehen insbesondere bisherigen Erfahrungen mit Ansätzen zur Radikalisierungsprävention nach. Der grenzüberschreitende Erfahrungsaustausch soll dazu beitragen, die Präventionsarbeit durch Wissenserweiterung zu stärken, Kooperationen aufzubauen und gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Nach Einführungen aus wissenschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Sicht besteht für die Konferenzteilnehmer/innen die Wahl zwischen drei parallelen Fishbowl-Diskussionen (ab 16:30 Uhr) zur Präventionsarbeit als Aufgabe zwischen Staat und Zivilgesellschaft (Forum 1), im Kontext von Stadt und Land (Forum 2) sowie der Präventionsarbeit im digitalen Zeitalter (Forum 3).

Um 19 Uhr folgt die Abschlussdiskussion mit dem Titel „Stärkung der Präventionsarbeit – Strategien und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Ost- und Westeuropa“, u.a. mit Prof. James Hughes (London School of Economics), Thomas Hoffmann (Geschäftsführer Deutsch-Russischer Jugendaustausch) und Lidia Kurbanova (Tschetschenische Staatliche Universität).

Ab 20:45 Uhr laden wir alle herzlich zum Empfang und gemeinsamen Ausklang der Konferenz, einschließlich musikalischer Darbietung. Auf der Konferenz werden außerdem einige Bilder des usbekischen Künstlers Dmitriy Ligay zu sehen sein.

Das gesamte Programm der 24. Berliner Herbstgespräche finden Sie hier. Die Konferenz wird Deutsch/Russisch/Englisch simultan gedolmetscht. Die Teilnahme ist kostenlos, die Anmeldung ist hier möglich und erbeten.

Die Herbstgespräche werden gefördert durch das Auswärtige Amt, die Heinrich-Böll-Stiftung sowie die ZEIT-Stiftung und unterstützt durch den Senat von Berlin.

2) DRA: Protest gegen neue Repressionswelle gegen die Zivilgesellschaft in Russland – Öffentlichkeit in Europa muss Verfolgte wie Robert Latypov (Memorial Perm) schützen

Der DRA protestiert gegen die massive Welle von Repressionen, mit der die russische Führung auf regionaler und föderaler Ebene erneut seit Wochen die unabhängige Zivilgesellschaft im eigenen Land, aber auch wichtige Partner im Ausland überzieht. Die hier folgende – unvollständige – Aufzählung von Ereignissen im Oktober und November illustriert die dichte Kette neuer Verfolgungen und Beschränkungen für NGOs, Medien und ihre Vertreter/innen: Razzia bei Memorial Perm und dessen Leiter Robert Latypov (31.10.), Verbot der „Bewegung für Menschenrechte“ von Lev Ponomarev (1.11.), Geldstrafen gegen das Menschenrechtszentrum Memorial und dessen Vorstand wegen Nichterfüllung von Auflagen als angeblicher „Ausländischer Agent“ (7.11.), Liquidierung des Unterstützungszentrums für die indigenen Völker des Nordens CSIPN (7.11.), Inkrafttreten neuer Regeln für ein separates, abtrennbares, kontrolliertes russisches Internet-Segment („RU-net“, 1.11.), Hetzfilm von REN-TV gegen Memorial Perm/Robert Latypov (8.11.), Verbot der tschechischen Hilfsorganisation „People in Need“ durch Listung als „unerwünschte Organisation“ (12.11.), Gesetz zur Listung einzelner Bürger/innen als sog. „ausländische Agenten“ durch die Duma (21.11.).

In dieses Bild passt der von Vladimir Putin am 21. Oktober angeordnete Wechsel im Vorsitz des präsidialen Menschenrechtsrates von Michail Fedotov zu Putins offiziellem „Vertrauten“ und bisherigem Leiter der kremltreuen Gesellschaftskammer, Valerij Fadeev, bei zeitgleichem Ausschluss prominenter Menschenrechtler/innen wie Pavel Chikov, Ilja Shablinskij und Ekaterina Shulman. Hinzu kommen u.a. Strafverfahren gegen die Anti-Korruptionsstiftung von Alexej Navalnyj, mehrjährige Haftstrafen gegen Teilnehmer/innen der Moskauer Proteste vom Sommer gegen die Nichtzulassung oppositioneller Kandidat/innen, die Zwangsauflösung des Muftiats in Inguschetien (Nordkaukasus), das gegen die Übergabe von Territorien an Tschetschenien auftrat, etc. Dies alles, während überall in Mittel- und Osteuropa des Umbruchs zur Demokratie im Herbst 1989 gedacht wurde.

Die Entscheidungen der russischen Behörden spiegeln die weiter wachsende Willkür gegen unabhängige Stimmen und auch gegen Minderheiten mit jahrhundertealten Lebensrechten in ihren Gebieten. Sie stehen für die forcierte Ausschaltung nichtstaatlicher Akteur/innen und Verengung von Freiheitsrechten wie Meinungs- und Vereinigungsfreiheit. Wenn in der deutschen, französischen und europäischen Politik jetzt – insbesondere vor dem Normandie-Treffen zum Donbass-Konflikt am 9. Dezember in Paris –Kurs genommen wird auf eine gutwillige Einigung mit der russischen Führung, darf deren unverändert und sogar verstärkt undemokratisches Selbstverständnis und repressives Verhalten nicht ignoriert werden. Das wäre naiv. Denn es betrifft seit langem die inneren Verhältnisse in Russland – und immer systematischer auch dessen Außenpolitik. Weiterlesen

3) DRA-Ressourcenzentrum „Drukarnia“ – Civil Society Center Slovjansk (Gebiet Donezk) mit Diskussionen und Workshops eröffnet

Am 27./28. September eröffnete der DRA in Slovjansk im Gebiet Donezk (Ukraine) das NGO-Ressourcenzentrum Drukarnia – Civil Society Center Sloviansk. Die neue Einrichtung ist Teil des Projekts „Dialog für Verständigung und Recht: Europäische NGOs gemeinsam für Konfliktbewältigung im Donbass“ (Förderung: Auswärtiges Amt). Aufgabe des Zentrums ist es, die Zivilgesellschaft der Stadt und im ukrainisch kontrollierten Teil der Konfliktregion zu stärken und sie bei der Konsolidierung ihrer Arbeit und ihrer überregionalen und internationalen Vernetzung zu unterstützen.

Nach Grußworten des Bürgermeisters von Slovjansk, Vadim Liakh, des Geschäftsführers des DRA, Stefan Melle, des stellvertretenden deutschen Generalkonsuls, Peter Schmahl, und des Büroleiters der Drukarnia, Igor Mitchnik, folgte am ersten Tag der Eröffnungsfeierlichkeiten eine von Tim Bohse (DRA) moderierte Podiumsdiskussion zu „Vergangenheit und Zukunft der Kultur und Zivilgesellschaft in der Donbass-Region“. Der Abend klang mit einem Konzert des Kölner Jazz-Duos „the bottomline“ aus.

Am zweiten Tag diskutierten interessierte Bürger/innen in Workshops mit Expert/innen künftige Schwerpunktthemen der Drukarnia. Wie schon am Vortag kamen dabei im Workshop zur lokalen Geschichte strittige Identitätsfragen auf, insbesondere hinsichtlich der Selbstverortung der Einwohner/innen der Region zwischen Russland und der EU. Eine andere Runde befasste sich damit, wie lokale Behörden, Bürger/innen, internationale Geldgeber und Medien den Dezentralisierungsprozess derzeit begleiten. Im Workshop zum Donbass und zur internationalen Zusammenarbeit wurden Vorschläge gesammelt, wie Geldgeber und NGOs mit der Bevölkerung kommunizieren sollten, um bedarfsgerecht und partizipativ Projekte zu realisieren. Wie die Kriegshandlungen die ökologischen Probleme der Region verstärken und wie die Zivilgesellschaft solche Fragen ins Bewusstsein bringen könnte, diskutierte die thematische Gruppe zum Umweltschutz. Weitere Gesprächsrunden galten den Problemen und Bedürfnissen der Jugendlichen in der Region bzw. Fragen der formellen und informellen Bildung, wobei u.a. auch die Lage der 17 Universitäten in den Blick genommen wurde, die aus den besetzten Teilen der Gebiete Donezk und Luhansk in die regierungskontrollierte Region geflohen sind.

Zum Tag der deutschen Einheit (3.10.) organisierten Igor Mitchnik und der Projektmanager Artur Aheiev in der Drukarnia zudem am 2.10. einen Deutsch-Workshop, der mit einem historischen Input eingeleitet wurde. Thematisiert wurde dabei u.a., wie die ostdeutsche Zivilgesellschaft zum Katalysator der deutschen Einheit wurde, was Slovjansker/innen mit der deutschen Wiedervereinigung verbinden und inwiefern diese historischen Erfahrungen für die Ukraine heute relevant sein könnten. Zur Sprache kamen auch die Rolle der Staatssicherheit in der DDR und der Umgang mit den Mitarbeiter/innen der Behörde nach 1990. Die 10 Workshop-Teilnehmer/innen zeigten sich sehr interessiert und regten an, das Format regelmäßig zu etablieren.

Wir danken Tim Bohse, Igor Mitchnik und Nataliya Novakova sehr herzlich für die große Aufbauleistung, das Civil Society Center in Slavjansk unter den erschwerten Umständen der Konfliktregion und bürokratischen Hürden so erfolgreich auf den Weg gebracht zu haben. Igor und Natalia verlassen den DRA nach dieser Etappe der Etablierung. Ihre Projektstellen sind daher in diesem Newsletter zur Suche nach Nachfolger/innen neu ausgeschrieben (s.u.).

4) Zweites Internationales Forum von CivilM+ zu Fragen der Reintegration und humanitären Lage in der Ostukraine

Am 13. und 14. November organisierte die internationale Zivilgesellschaftsplattform CivilM+ in Kiev ihr 2. Internationales Forum zur Ostukraine (IFEU). Unter dem Titel „Reintegration in der Ostukraine – Verbesserung der humanitären Lage und der Kontaktmöglichkeiten zwischen Menschen in den regierungs- bzw. nichtregierungskontrollierten Gebieten“ brachte die Veranstaltung Diplomat/innen, internationale und lokale Expert/innen und Vertreter/innen der zuständigen ukrainischen Ministerien und der Zivilgesellschaft zusammen. In Gruppen- und Podiumsdiskussionen befassten sie sich mit der Situation der Menschen, die täglich unter den Folgen des fortdauernden kriegerischen Konflikts in der Ostukraine leiden, und nahmen diesbezügliche Strategien der offiziellen ukrainischen Politik und der Zivilgesellschaft in den Blick. Analysiert wurden ferner auch andere Konflikte aus dem größeren europäischen Raum sowie dortige Bemühungen um Konsolidierung und Frieden und deren Anwendbarkeit auf den ukrainischen Kontext.

Schwerpunkthemen des Forums waren unter anderem: physische Barrieren, Befürchtungen und Sicherheitsrisiken, die die Kommunikation zwischen den auf verschiedenen Seiten der Front lebenden Menschen behindern; Handel, Bildung und staatliche Dienstleistungen (wie Renten) als Instrumente der Integration; Medienstrategien in einem umstrittenen Gebiet; die Herausforderungen infolge mangelnder Rechtsstaatlichkeit in den Gebieten, die der ukrainische Staat vorübergehend nicht kontrolliert; ein Konzept für und besondere Aspekte der Übergangsgerechtigkeit; Transparenz und Effizienz der lokalen Verwaltung in den vom Konflikt betroffenen Gebieten. Das Programm finden Sie hier (Englisch).

Im Anschluss traf sich am 15. und 16. November die vom DRA mit initiierte und koordinierte Plattform CivilM+ zu ihrer Jahrestagung. Außer Planungen für die Jahre 2020-2022 wurde auch die Satzung aktualisiert und der Koodinationsrat neu gewählt, dem Oleksandra Matvijchuk (Center for Civil Liberties, Kiev), Valerij Novikov (Alternativa, Kiev), Stefan Melle (DRA), Sergej Krivenko (Citizens and Army/Memorial, Moskau) und Valentina Cherevatenko angehören.

Der DRA koordiniert die Arbeit von CivilM+ im Rahmen seines Projekts „Dialog für gegenseitiges Verständnis und Recht: Europäische NGOS gemeinsam für Konfliktbewältigung im Donbass“ (Förderung: Auswärtiges Amt). Das Forum wurde des Weiteren auch vom Außenministerium der Slowakischen Republik, von SlovakAid und von der OSZE unterstützt. Vorbereitet wurde es von Yuliya Erner, Polina Dolgova, Nataliya Novakova, Daria Dmitrenko (alle DRA) und Valerij Novikov (Alternativa, Kiev), denen wir dafür sehr danken. Fotos und Ausschnitte der Konferenz finden Sie auf www.fb.com/civilmplus, eine erste Übersicht über die Ergebnisse der Konferenz im nächsten Newsletter des DRA.

5) Projekt INKuLtur: Bildungsreise nach Berlin, Test von Inklusionslabels für Kultureinrichtungen, Abschlussveranstaltung

Wichtige Ergebnisse des DRA-Projekts INKuLtur zur Stärkung der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderung wurden am 29. Oktober auf dem Abschlusstreffen von INKuLtur in Jekaterinburg vorgestellt. Dazu gehören das erarbeitete Expertenkonzept für Barrierefreiheit, Inklusionslabels, Ergebnisse von Zugänglichkeitstests sowie die seit dem vorigen Jahr entwickelte russischsprachige Projektwebseite www.inkultur.ru mit Tipps und Informationen zum Thema Inklusion in Kultureinrichtungen.

Zuvor hatten in der Pilotregion Jekaterinburg Anfang Oktober Expert/innen mit und ohne Behinderungen eine Reihe von Kultureinrichtungen auf ihre Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen untersucht. Zur Vorbereitung hatte eine deutsch-russische Fachgruppe im Rahmen von INKuLtur typische Barrieren in Museen, Theatern und Kinos analysiert und anhand vieler praktischer Beispiele Strategien für deren Abbau dokumentiert, die in dem „Konzept für Barrierefreiheit“ aufgearbeitet wurden. Auf Basis des Konzepts wurde zudem ein Analyse-Instrumentarium zur Bewertung der Zugänglichkeit einer Einrichtung für Menschen mit Geh-, Hör-, Seh- oder geistiger Behinderung entwickelt. Es kann künftig u. a. dafür genutzt werden, barrierefreie Kultureinrichtungen mit Inklusions-Labels auszuzeichnen.

Vom 15.-19. September hatten im Rahmen des Projekts „INKuLtur“ 20 Vertreterinnen verschiedener Kultureinrichtungen (Museum, Theater, Kino, Bibliothek, Kulturhaus) aus neun Regionen Russlands (St. Petersburg, Pskov, Jekaterinburg, Omsk, Samara, Krasnojarsk, Tjumen, Petrosavodsk und Kurgan) eine Bildungsreise nach Berlin unternommen. Für die Teilnahme hatten sie sich mit einem eigenen Projekt oder einer Projektidee beworben.

Der Studienaufenthalt ermöglichte den Multiplikatorinnen Einblicke in die Konzepte wichtiger Berliner Kultureinrichtungen hinsichtlich Barrierefreiheit und Inklusion. Besucht wurden die Staatsoper Unter den Linden, die Amerika-Gedenkbibliothek, das Deutsche Historische Museum, der Deutsche Bundestag, die Berlinische Galerie, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas sowie die Sophiensäle. Der intensive kollegiale Fachaustausch galt dabei jeweils verschiedenen Schwerpunkten, darunter die Inklusion von Menschen mit Seh- und Hörbehinderung, die Anwendung von leichter Sprache, die Berücksichtigung infrastruktureller Barrierefreiheit beim Denkmalschutz oder alternative Formen der Publikumspartizipation. Die Treffen vermittelten den Teilnehmerinnen zahlreiche Anregungen für ihre eigene Arbeit und eröffneten neue Vernetzungs- und Kooperationsmöglichkeiten.

Das Projekt INKuLtur wurde in enger Kooperation mit russischen Partnerorganisationen durchgeführt und vom Auswärtigen Amt und der Aktion Mensch gefördert. Ein Nachfolgeprojekt ist bereits in Vorbereitung.

6) Projekt „Transition Dialogue“ wirkt an internationalen Debatten über Narrative zur Nachwendezeit mit – Veranstaltungen in Perm, Sofia, Kiev, Glasgow

Welche Erinnerungen verbinden die Menschen in verschiedenen Ländern Ost- und Mitteleuropas mit der Wendezeit und dem Jahrzehnt danach? Wie sehen heutige Einschätzungen und Narrative der Epoche aus? Das DRA-Projekt „Transition Dialogue 2019-2021 – Wandel demokratisch bewältigen“ ging diesen Themen u. a. mit öffentlichen Veranstaltungen nach, so jüngst in Perm, Kiev, Sofia und Glasgow.

Ein vielschichtiges Bild dazu erstellten unsere Partner in Perm (darunter die Expert/innen Andrei Suslov, Maria Gorbach, Tatiana Margolina, Svetlana Makovetskaya und Robert Latypov) mit ihren Veranstaltungen unter dem Titel "Unsere 90er" am 4./5. Oktober, an der auch der DRA-Geschäftsführer Stefan Melle als Podiumsgast teilnahm. Die Formate reichten von einer Flash-Ausstellung mit privaten Erinnerungsstücken aus den 90ern über Zeitzeugengespräche und Vorträge bis zu öffentlichen Debatten, darunter auch eine Schülerdiskussion zu der Frage, welche Aspekte der 90er Jahre in Russland heute gewichtiger scheinen – die größere Freiheit und das verbesserte Warenangebot oder eher Armut, Kriminalität, wilde Privatisierung? Eine Abstimmung im Publikum ergab ein leichtes Übergewicht für eine Positivwertung. Mehr Informationen finden Sie hier.

Im Rahmen des Projekts veranstalteten auch unser Kooperationspartner Congress of Cultural Activists und Olena Pravylo in Kiev spannende Diskussionen. So befassten sich am 7. Oktober Schulbuchautor/innen, Pädagog/innen und Wissenschaftler/innen in einem Fachgespräch mit der unzureichenden Berücksichtigung der Transformationszeit im Schulunterricht, die den Trägern der informellen Bildung eine besondere Verantwortung auferlegt. Eine in Zusammenarbeit mit dem Ausstellungsprojekt „Battle of memories“ veranstaltete öffentliche Diskussion am 13. Oktober im Honchar-Museum galt dem Austausch zu persönlichen Erinnerungen von Menschen unterschiedlicher Berufs- und Altersgruppen und der Frage, wie viel aus der sowjetischen Vergangenheit in der heutigen Ukraine noch zu finden ist. Dabei wurde deutlich, dass die Transformation für viele kein abgeschlossenes Kapitel ist und erst mit dem Frieden im Donbass beendet sein wird.

Über seinen Förderer, die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), ist das Projekt „Transition Dialogue“ in das Eastern European Network for Civic Education (EENCE) und in das Networking European Citizenship Education (NECE) eingebunden. Nora Korte (DRA) stellte es beim diesjährigen EENCE Summit in Batumi (4. – 6. Oktober) vor. Bei der NECE-Jahreskonferenz in Glasgow (26-28. Oktober) veranstaltete das internationale Projektteam zudem ein Panel zu Ursachen des Populismus in Osteuropa. Beteiligt waren u.a. Louisa Slavkova (SofiaPlatform, Bulgarien) und Stefan Melle (DRA). Die kontroverse Diskussion der internationalen Expert/innen drehte sich v. a. um die Rolle ökonomischer Unterschiede und sozialer Ungleichheit zwischen „West“ und „Ost“ sowie innerhalb von Transformationsländern als mögliche Ursache für Frustration und das Erstarken des Populismus; Videomitschnitt hier.

Eine weitere öffentliche Veranstaltung von „Transition Dialogue“ fand am 12. November in Sofia statt, dem Sitz unserer Partnerorganisation Sofia Platform. Den Rahmen bildete ein internationales Arbeitstreffen des Projekts. Dabei wurde die Debatte über die 90er Jahre, die auch in Bulgarien von wirtschaftlicher und sozialer Erosion, der Neubildung von Institutionen, aber auch viel Kriminalität geprägt waren, in Form eines StandUp-Comedy-Programms von vier bulgarischen Schauspieler/innen geführt – mit großem Erfolg beim überwiegend jungen Publikum im Club „Book Shop“.

Aktuelle Nachrichten zum Projekt gibt es auch auf Facebook.

7) CSP-Jahreskonferenz in Warschau: zivilgesellschaftliche Kooperation im OSZE-Raum erweitert – Treffen in Bratislava Anfang Dezember

Parallel zum „Human Dimension Implementation Meeting“ (HDIM) der OSZE-Mitgliedstaaten (16. – 27. September) fand in Warschau am 21./22. September die Jahreskonferenz der Civic Solidarity Platform (CSP) statt. Die CSP ist ein Zusammenschluss von Menschenrechts-NGOs im OSZE-Raum. Der DRA wirkt im Rahmen eines vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts an der Koordinierung von vier Arbeitsrichtungen der Plattform mit (zu den Themen: Gendergerechtigkeit, Terrorismusbekämpfung und Menschenrechte, Kooperation von Friedensaktivist/innen und Menschenrechtler/innen, Rechtsfragen bzgl. politischer Gefangener).

Mehr als 60 Vertreter/innen von NGOs aus OSZE-Staaten diskutierten auf der Jahreskonferenz die strategische und thematische Weiterentwicklung der CSP. Dabei herrschte Konsens bezüglich der Notwendigkeit einer verstärkten NGO-Kooperation im OSZE-Raum, nicht zuletzt zur Unterstützung politischer Gefangener oder von unter Druck geratenen Medien. Angesichts vermehrter Angriffe gegen Umweltaktivist/innen in verschiedenen Staaten des OSZE-Raums wurde außerdem unter dem Dach der CSP eine neue Arbeitsgruppe zum Thema „Umweltschutz und Menschenrechte“ gegründet.

Als Arbeitsprioritäten für die CSP entschieden sich die Mitglieder für die Entwicklung neuer Instrumente der Menschenrechtsarbeit, Solidaritätsaktionen in Krisensituationen und die intensivere Arbeit mit internationalen Organisationen zur Durchsetzung von konkreten Menschenrechtsanliegen und Rechtswegen. Die CSP setzt sich weiterhin das Ziel, das Bewusstsein für die Menschenrechte bei Politik, Bevölkerung und in der Öffentlichkeit zu stärken sowie die zivilgesellschaftlichen Handlungsspielräume gegen staatlichen Druck zu verteidigen.

Vom 2.-4. Dezember trifft sich die Civic Solidarity Platform in Bratislava anlässlich des am gleichen Ort folgenden OSZE-Ministerratstreffens (ab 5.12.). Verabschiedet werden dort Dokumente der CSP mit Forderungen an den OSZE-Ministerrat. Außerdem soll in einem Seminar der Konflikt unter den europäischen NGOs aufgearbeitet werden, der durch die Zulassung der bedingungslosen Rückkehr der offiziellen russischen Delegation in die Parlamentarische Versammlung des Europarats (PACE) vor allem durch die deutsche und französische Politik ausgelöst worden war und die auch von zahlreichen russischen Menschenrechtler/innen unterstützt worden war, ohne die Interessen der Zivilgesellschaften in anderen Ländern, aber auch die der PACE zu berücksichtigen. Das Seminar wird vom Netherlands Helsinki Committee (Den Haag), dem DRA, der International Partnership for Human Rights (Brüssel) und dem Center for Civil Liberties (Kiev) vorbereitet.

8) Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus und in Tatarstan: Weiterbildung für Fachkräfte gestartet

Zwanzig Fachkräfte aus sechs russischen Regionen kamen vom 30. 9. – 3.10. in Naltschik zu einem Training zusammen, bei dem Fragen der Radikalisierungsprävention in der Jugendarbeit im Mittelpunkt standen. Mit dem Fachtreffen in der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien startete ein anderthalbjähriger Weiterbildungskurs zur Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus und in Tatarstan, den der DRA im Rahmen seines neuen, dieser Thematik gewidmeten Projekts organisiert.

In den Modulen der Weiterbildung wird eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansätzen der Präventionsarbeit stattfinden. Die Treffen werden die Vernetzung von Fachkräften aus dem Nordkaukasus und Tatarstan ermöglichen. Darüber hinaus ist vorgesehen, in den Projektregionen praktische Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Die vier Tage in Naltschik waren bereits von einem intensiven Erfahrungsaustausch der russischen Fachkräfte geprägt, die in unterschiedlichen Regionen zu vergleichbaren Themen arbeiten. Für die Entwicklung vielfältiger und auf verschiedene Zielgruppen angepasster Präventionsansätze wird die Heterogenität der Weiterbildungsteilnehmer/innen voraussichtlich von großem Vorteil sein: Die Gruppe besteht aus elf Frauen und neun Männern, die Altersspanne reicht von 18 bis 75 Jahren, und auch die Kenntnisse, Erfahrungen und Talente sind weit gestreut: Die Multiplikator/innen sind in psychologischen Beratungsstellen, staatlich-administrativen Einrichtungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen tätig.

Die Weiterbildungsmodule werden in wiederkehrenden Abständen von rund zwei Monaten durchgeführt. Das nächste Treffen findet Ende November in Berlin statt. Hier wird die Multikplikatorengruppe auch eine Reihe von Trägern der Präventionsarbeit kennen lernen und an den Berliner Herbstgesprächen teilnehmen, die sich in diesem Jahr dem Thema „Ausstieg aus der Gewaltspirale: Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa“ widmen (siehe auch oben, Programm hier).

Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2020 und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert.

9) Mitgestalten! – Für gelebte Jugendpartizipation in Osteuropa: Training zu Jugendbeteiligung in Georgien und Jugendforum in Kiev mit 2 500 Teilnehmer/innen

Das DRA-Projekt „Mitgestalten! – Für gelebte Jugendpartizipation in Osteuropa“ (weitere Infos in Kürze hier) veranstaltete Ende September im georgischen Tbilissi ein mehrtägiges „Train the Trainer“-Seminar. 14 Pädagog/innen und Jugendarbeiter/innen aus verschiedenen Regionen Georgiens, der Ukraine und Russlands wurden dabei von Expert/innen der Leuphania-Universität Lüneburg intensiv zum Thema Jugendpartizipation geschult und hatten zugleich Gelegenheit, sich zu ihrer Arbeit austauschen. Die Schulung umfasste sowohl Theorie- als auch Praxismodule, in denen die Teilnehmer/innen Methoden einer partizipativen Jugendarbeit üben konnten. Ihr neues Wissen werden sie nun in ihren Regionen in einer dreiteiligen Ausbildung an insgesamt 75 Multiplikator/innen weitergeben und diese bei der Durchführung konkreter Partizipationsprojekten betreuen. 20 Multiplikator/innen aus den drei Ländern nehmen im Dezember an einer Bildungsreise nach Berlin teil.

Am 12. Oktober folgte das M18-Jugendforum in Kiev, zu dem über 2.500 Kinder und Jugendliche kamen. Dabei steht „M18“ („menshe 18“, als „unter 18“) für das Konzept von Jugendwahlen als Instrument der politischen Bildung für Kinder und Jugendliche. Eröffnet wurde die Veranstaltung vom Bürgermeister der ukrainischen Hauptstadt, Vitali Klitschko. In insgesamt 20 Workshops, drei Debatten, an 21 Aktionsständen und in einem „Diskussionskino“ kamen die Jugendlichen mit Abgeordneten zu ihren Anliegen ins Gespräch, befassten sie sich mit gesellschaftlichen Themen, konnten sie sich kreativ ausprobieren und stellten sie eigene Projekte vor. Zentrale Themen waren die schulische Selbstverwaltung, Umweltschutz und Stadtentwicklung. Ein weiteres Highlight war die Gesprächsrunde mit dem UN-Juniorbotschafter und politisch aktiven Popstar Taras Topol.

Parallel zu dem Forum trafen sich die M18-Regionalkoordinator/innen des Projekts aus den Gebieten Dnipro, Tscherkassy, Donezk, Ivano-Frankivsk, Melitopol, Odessa und Charkiv, die in ihren Regionen eine Moderationsausbildung für Jugendpartizipation sowie die nächsten M18-Jugendwahlen vorbereiten. Viele weitere regionale Multiplikator/innen und Schüler/innen kamen zudem auf eigene Kosten zum Forum. Aufgrund der großen Nachfrage aus den Regionen wird das Projekt „Mitgestalten!“ am 29. November auch erstmals ein Jugendforum in Schitomyr durchführen.

Eine im Rahmen des Forums zusätzlich organisierte Austauschmaßnahme bot fünf Vertreter/innen des Berliner Jugendforums, darunter je eine Mitarbeiterin der Senatsverwaltung und des Wannseeforums, am 11. Oktober die Möglichkeit, das Kiever Jugendzentrum zu besuchen und im Bildungszentrum des Parlaments der Ukraine mit Abgeordneten über Fragen der Jugendpartizipation und der politischen Bildung für Kinder und Jugendliche zu sprechen. Die Delegation des Berliner Jugendforums beteiligte sich auch mit einem eigenen Aktionsstand am Jugendforum in Kiev.

Fotos und Berichte zum Forum in Kiev finden Sie auf der Facebook-Seite des DRA, auf der M18-Facebook-Seite (hier auch Medienberichte) sowie unter dem Hashtag des Programms, weitere Informationen und das detaillierte Programm hier.

Das Projekt wird mit Unterstützung des Auswärtiges Amtes, der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und des Paritätischen Berlin realisiert.

10) Klimawissen für russische Schüler/innen und Studierende: DRA-Projekt “ACCT!” entwickelt weiteres Bildungsformat

In dem Projekt „ACCT! – Acting on Climate Change Together! NGOs and Teachers provide innovative climate change education for young people in Russia’s North-West“ entwickelt der DRA gemeinsam mit russischen Partnern Materialien und Aktivitäten, die junge Menschen dazu anregen sollen, sich verstärkt mit dem Klimawandel und seinen Auswirkungen auseinanderzusetzen und nach Möglichkeiten zu suchen, selbst etwas gegen ihn zu unternehmen.

Der Klimawandel hat auch in Russland negative Folgen, obwohl hier manche das Land auch gern als kurzfristigen Profiteur dieser globalen Prozesse darstellen. Skeptische Haltungen zum menschengemachten Klimawandel sind daher in Russland immer noch stark verbreitet. Ein weiterer Grund liegt aber auch im mangelnden Wissen. So findet der Klimawandel in Lehrplänen bislang so gut wie gar nicht statt, obwohl das Thema Umweltschutz offiziell ausdrücklich als Bildungsziel gilt. Zugleich fehlt es an Formaten einer interessanten Vermittlung genaueren Wissens über den Klimawandel.

In einem Workshop, der vom 5. – 7. November in St. Petersburg stattfand, entwickelten daher Mitarbeiter/innen des DRA und der Projektpartner aus Russland und Deutschland das dritte von insgesamt fünf neuen Bildungsformaten zu Klimafragen. Es besteht darin, „Climate Action Plans“ zu erstellen: Im Rahmen von Projekttagen werden Schüler/innen und Studierende dabei unterstützt, konkrete Schritte zu erarbeiten, mit denen sie selbst, auch ihre Bildungsinstitutionen einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnten.

Der Workshop fand parallel zu der von der Russischen Sozial-Ökologischen Union organisierten, jährlichen zivilgesellschaftlichen Russischen Klima- und Energiekonferenz statt. Die dort anwesenden Expert/innen unterstützten die Entwicklung des neuen Bildungsformats beratend, so u. a. mit ihrer Einschätzung dessen, was junge Menschen in Russland über den Klimawandel zumeist nicht wissen, aber wissen sollten.

Bis Ende März 2020 werden in weiteren Workshops noch andere neue Klimabildungsformate entwickelt. Nach einer Testphase werden Mitarbeiter/innen von Umwelt-NGOs und Pädagog/innen alle neuen Formate bis 2021 in der formellen und informellen Bildung für Jugendliche und junge Erwachsene praktisch umsetzen.

Die Hauptpartner des DRA bei ACCT! sind Movement 42 (Archangelsk), das Russisch-Deutsche Umweltinformationsbüro (RNEI, St. Petersburg), das Unabhängige Institut für Umweltfragen (UfU, Berlin) und die St. Petersburger Polytechnische Universität „Peter der Große“. Das Projekt wird von der Europäischen Union gefördert.

11) DRA-Bildungsreise nach Moskau für Berliner Fachkräfte der Sozialarbeit zu Themen der Jugend- und Familienhilfe – Paritäter und Senat Berlin sowie Stiftung DRJA als Partner

Für 14 Fachkräfte der Sozialarbeit aus Berlin organisierte der DRA vom 30. September bis 4. Oktober eine Bildungsreise in die russische Hauptstadt zum Thema „Sozialarbeit und Strukturen der Zivilgesellschaft in Moskau: Einblicke in die Kinder- und Jugendhilfe sowie Eingliederungshilfe“.

Hauptanliegen der Teilnehmer/innen war es, sich mit russischen Kolleg/innen zu modernen methodischen Ansätzen in der Praxis der Kinder- und Jugendhilfe einschließlich der Bereiche Pflege für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen sowie Eingliederungshilfe auszutauschen. Besucht wurden Kinder- und Familienförderzentren, die zu den Themen Jugendkriminalität, Jugendobdachlosigkeit und Jugendmigrationsarbeit arbeiten bzw. sich mit Pflege und Eingliederungshilfe befassen. Im Psychoneurologischen Internat Nr. 22 wurden zudem Formen der Unterstützung junger Erwachsener mit geistigen Behinderungen beim Übergang in ein selbstständiges Leben vorgestellt und besprochen.

Den Abschluss bildete eine Diskussion am Institut für Weiterbildung der Sozialfachkräfte der Stadt Moskau mit Inputs der russischen und deutschen Teilnehmer/innen zur Praxis der Sozialarbeit mit Familien und Kindern in Moskau und Berlin. Im Rahmen der Veranstaltung unterschrieb der DRA zudem ein neues Kooperationsabkommen mit dem Institut für die Weiterbildung von Sozialkräften der Stadt Moskau.

Die Bildungsreise wurde von der Koordinatorin des DRA-Programms Bildungsreisen, Anna Emelianov, organisiert und vom Paritätischen Wohlfahrtsverband/LV Berlin, der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie und der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch (SDRJA) unterstützt.

Der DRA bietet fortlaufend an, thematische Gruppenbildungsreisen in seine Projektländer zu organisieren und zu gestalten. Nähere Infos dazu finden Sie hier.
 

12) DRA (NRO) St. Petersburg: Umweltprojekt, Herbstgespräche, IPS-Alumni-Konferenz und Diskussion zu 30 Jahren Mauerfall

Wichtige Ereignisse in der Arbeit des NRO (DRA) St. Petersburg waren in diesem Herbst ein weiterer deutsch-russischer NGO-Fachaustausch zu Umweltfragen, die diesjährigen „Petersburger Herbstgespräche“ zum Thema Bildung in Europa, die Mitwirkung an einer Regionalkonferenz für ehemalige Stipendiat/innen des Deutschen Bundestages sowie eine prominent besetzte Podiumsdiskussion am 9. November über die Wirkungen des „Mauerfalls“ 1989, vor 30 Jahren, in Deutschland und Russland.

Letztere markierte den „Wendeherbst“ vor großem Publikum noch einmal als erinnernswerten Umkehrpunkt: „Kein Regime ist für die Ewigkeit geschaffen. Wer 1989 erlebt hat, hat kein Recht darauf, verzweifelt zu sein", sagte der Autor Marko Martin aus Berlin. Der Memorial-Historiker und namhafte Dissidenz-Forscher Alexander Daniel verwies darauf, dass es auch das Ringen um die Darstellung der Geschichte war, die die Perestroika motiviert hatte – und auch der Verlust der stark mythologisierten sowjetischen Identität, der die Großmachtpolitik der Führung im Kreml vorantreibt. Weitere Expert/innen waren Andrey Kalikh, Initiator der Veranstaltung, die Leiterin des NRO Elena Belokurova und der Soziologe Dmitry Dubrovskiy.

Im Rahmen des Projekts „Lokale Gemeinschaftsfestivals für grünere Städte“ (Förderung: Auswärtiges Amt), an dem der NRO maßgeblich mitwirkt, waren vom 18. – 22. September sechs Vertreter/innen des Münchner Vereins Green City zu Gast in St. Petersburg, um russische Umweltprojekte kennen zu lernen und den Kolleg/innen von eigenen Erfahrungen zu berichten. Umgekehrt hatten im Mai russische Umweltaktivist/innen in München Umweltprojekte besucht. Außerdem hatten sie sich an einem großen Öko-Straßenfest beteiligt und dabei viele Anregungen gesammelt. Am 21. und 22. September organisierten sie in Puschkin und Gatschina eigene Öko-Festivals, an denen die NGO-Kolleg/innen aus München mit Workshops und eigenen Ständen mitwirkten.

Am 28. September 2019 fanden die dritten jährlichen Herbstgespräche in St. Petersburg zum Thema „Wie verändert sich die Bildung in Europa?“ statt. Veranstaltet wurden vier Podiumsdiskussionen zu den Aspekten Schule, Hochschule, Weiterbildung und Zukunftsperspektiven. Die Herbstgespräche wurden vom DRA (NRO) St. Petersburg in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung in Russland, dem Zentrum für Deutschland- und Europastudien (Staatliche Universität St. Petersburg - Universität Bielefeld) sowie dem Goethe-Institut, dem Polnischen Institut, dem Italienischen Kulturinstitut und dem Institut français in St. Petersburg organisiert. Unter Mitwirkung der russischen und internationalen Podiumsgäste fanden zudem an verschiedenen Orten der Stadt zusätzliche öffentliche Vorträge und Workshops zum Konferenzthema statt. Weitere Infos (auf Russisch) hier auf der DRA (NRO)-WebsiteFacebook sowie vkontakte.

Der DRA (NRO) St. Petersburg war außerdem Mitorganisator einer Regionalkonferenz von und für Alumni des Internationalen Parlaments-Stipendiums (IPS) des Deutschen Bundestags. Die rund 40 Teilnehmer/innen des Treffens, das vom 3. – 6. Oktober in St. Petersburg stattfand, kamen aus 14 Ländern Ost- und Mitteleuropas bzw. Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Sie diskutierten dieses Mal das Thema: „#goeco: Wie lösen wir die ökologischen Probleme in unseren Heimatländern?” Schwerpunktfragen waren dabei die Müllentsorgung, die Nachhaltigkeit im Alltagsleben sowie das zivilgesellschaftliche Engagement für die Lösung von Umweltproblemen. Der DRA (NRO) St. Petersburg trug dazu bei, dass die Gäste viele lokale Politiker/innen und Aktivist/innen treffen konnten.

13) Erinnern oder vergessen? AG Geschichte des DRA organisierte Autorendiskussion zu zwei Neuerscheinungen über Russlands Umgang mit seiner Repressionsgeschichte

Am 9. Oktober organisierte die AG Geschichte des DRA in Kooperation mit Memorial Deutschland und dem Club der polnischen Versager in Berlin eine Podiumsdiskussion zu zwei Neuerscheinungen – den Titeln „Wie kann denn der Sieger ein Verbrecher sein?“ von Dr. Anke Giesen, Vorstandsmitglied von Memorial Deutschland und Mitglied der AG Geschichte des DRA, sowie “Gulag Memories. The Rediscovery and Commemoration of Russia's Repressive Past” von Dr. Zuzanna Bogumil, Juniorprofessorin an der Maria Grzegorzewska Universität in Warschau).

Eine zentrale Frage des Abends war, wie sich der deutsche Blick auf Russlands Umgang mit seiner Repressionsgeschichte vom polnischen unterscheidet und welche Gründe es dafür gibt. Die Herangehensweisen der beiden Autorinnen an das Thema machten deutlich, dass sich die deutsche Perspektive stärker auf die Täter richtet als die polnische. Ein Grund dafür könnte laut Anke Giesen der Umstand sein, dass im nationalsozialistischen Deutschland recht klar war, wer auf welcher Seite stand, so dass die Schuldzuweisung nach dem Zweiten Weltkrieg vergleichsweise unstrittig erfolgte. Daher werde auf deutscher Seite der Versuch der russischen Regierung sehr kritisch gesehen, vom staatlichen Narrativ (das die Schuld der Sicherheitskräfte eher abwiegelt oder verschweigt) abweichende Darstellungen der Repressionsgeschichte zu marginalisieren – wie ihn Giesen in ihrer Dissertation am Beispiel der Verstaatlichung der Lagergedenkstätte „Perm-36“ im Ural beschreibt.

Zuzanna Bogumils Ansatz ist weniger auf das Thema Täterschaft, Schuld und Verantwortung fokussiert. Soziologisch ansetzend untersucht sie in ihrem Buch Narrative der Repressionsgeschichte und zeigt auf, wie sich die russische Erinnerungslandschaft in den letzten zehn Jahren zunehmend verengt hat. Lediglich die Menschenrechtsorganisation Memorial bemühe sich noch um eine ganzheitliche Darstellung der Ereignisse. Memorial werde jedoch besonders von den Menschen auf dem Land mit großer Skepsis betrachtet, da die Vertreter/innen der Organisation oft als “Besserwisser aus Moskau” wahrgenommen würden. Die orthodoxe Kirche hingegen sei direkte Ansprechpartnerin der Menschen vor Ort und verfolge einen weniger “radikalen” Ansatz, bei dem sie sich für die Erinnerung an alle Verstorbenen einsetze. Dies sei besonders an Gedenkorten für ehemalige Hinrichtungsstellen wie „Kommunarka” oder „Butowo-Poligon” im Süden Moskaus sichtbar, wo die orthodoxe Kirche die Grenze zwischen Opfern und Tätern bewusst nicht thematisiere.

Aus dem Publikum kamen viele Fragen zur aktuellen Situation von „Perm-36” und zur neuen Ausstellung des staatlichen Gulag-Museums in Moskau. Die AG Geschichte des DRA organisiert regelmäßig Veranstaltungen zur Geschichte Osteuropas und deren Bedeutung für das Zeitgeschehen.
 

14) Stellenausschreibung: Mitarbeiter/in für Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement in einem internationalen Projekt für Konfliktbearbeitung in der Ukraine ab dem 02.01.2020

Der DRA e.V. sucht zum 2. Januar 2020 als Verstärkung für die Umsetzung des Projektes „Dialog für Verständigung und Recht in der Ostukraine“ eine Mitarbeiter/in für Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement. Die Stelle ist befristet bis zum 31.8.2020, eine Verlängerung wird angestrebt. Der Umfang beträgt Teil- oder Vollzeit (30-40h/Woche, nach Vereinbarung).

Anliegen des Projekts ist es, Beiträge zur Konfliktbearbeitung in der Ostukraine zu leisten. Neben dem Ausbau der zivilgesellschaftlichen Handlungsfähigkeit zielt es auch darauf ab, das Verständnis für Ursachen, Verlauf, Folgen sowie Lösungsoptionen an die europäische Öffentlichkeit zu vermitteln und zugleich den zivilgesellschaftlichen Einfluss im Prozess der Konfliktbearbeitung zu vergrößern.

Der Schwerpunkt der Projektmitarbeit liegt auf der strategischen Planung und Umsetzung der internationalen Öffentlichkeitsarbeit des Projekts und in diesem Rahmen der multilateralen zivilgesellschaftlichen Plattform CivilM+ – über alle verfügbaren Kanäle, darunter mittels der zu betreuenden Projektwebseiten und über Social Media (Englisch, Russisch, Deutsch; Ukrainisch-Kenntnisse von Vorteil). Weitere Aufgaben sind: die selbstständige Vorbereitung und Betreuung von Publikationen, die organisatorische Betreuung von Veranstaltungen, die Vorbereitung, Organisation und Durchführung weiterer Projektmaßnahmen, die Projektdokumentation, des Weiteren auch Reisen in die Projektregion (Ukraine/andere Länder), die Mitarbeit an der konzeptionellen Weiterentwicklung des Projekts und Fundraising.

Die vollständige Ausschreibung mit allen Angaben zu den Bewerbungsvoraussetzungen finden Sie hier. Der DRA bietet ein vielseitiges und internationales Arbeitsumfeld, kompetente Mitarbeiter/innen, ein angemessenes Gehalt und Raum für Eigeninitiative. Mehr Informationen zum DRA hier.

Ihre aussagekräftigen Bewerbungen schicken Sie bitte in einem PDF-Dokument (nicht größer als 2MB) assistenz@austausch.org. Bewerbungsschluss ist der 12.12.2019. Die Bewerbungsgespräche finden am 18.-20.2019 in Berlin statt.

15) Stellenausschreibung – Leiter/in des DRA-Ressourcenzentrums in Slovjansk zur Stärkung der Zivilgesellschaft in der Ostukraine

Am neuen DRA-Ressourcenzentrum „Drukarnia“ zur Stärkung der Zivilgesellschaft in Slovjansk (Ostukraine), ist ab dem 1. März 2020 die Stelle als Leiter/in zu besetzen.

Das Ressourcenzentrum (RZ) unterstützt in Slovjansk und anderen Städten der Konfliktregion engagierte Bürger/innen und insbesondere junge Menschen dabei, sich zu organisieren und an der Entwicklung ihrer Kommunen und der friedlichen Bearbeitung des Konflikts mitzuwirken. Geschehen wird dies v. a. durch Förderung internationaler zivilgesellschaftlicher Austausch- und Kooperationsprojekte, Bildungs- und Partizipationsangebote für Jugendliche und junge Erwachsene und eine horizontale Vernetzung der Zivilgesellschaft.

Die Aufgaben umfassen den weiteren Aufbau des Büros und des Teams, die Vernetzung des Zentrums in der Region, die Etablierung und Steuerung lokaler und regionaler Programme und einer internationalen Integration des RZ unter Einbeziehung von Partnern aus der Westukraine, der EU und anderen Ländern, die Durchführung von Projekten zur Stärkung lokaler Initiativen und von öffentlichen Diskussionen zu Demokratie und Bürgerbeteiligung, Netzwerk- und Fundraisingaktivitäten u.a.m. Angaben zu den vorausgesetzten Qualifikationen und Berufserfahrungen sowie weitere Details finden Sie hier.

Es handelt sich um eine zunächst bis August 2020 befristete Stelle. Eine Verlängerung wird angestrebt. Die Stelle wird angemessen vergütet. Der DRA bietet ein vielseitiges und internationales Arbeitsumfeld, kompetente Mitarbeiter/innen und Raum für Eigeninitiative und Selbstverwirklichung.

Wir freuen uns auf Ihre aussagekräftige Bewerbung in EINEM PDF-Dokument (nicht größer als 2MB) an tim.bohse@austausch.org. Bewerbungsschluss ist der 12. Dezember 2019. Die Bewerbungsgespräche finden im Zeitraum 18.-20. Dezember 2019 in Berlin statt.

16) Ab sofort bewerben: Praktikum als Assistenz der DRA-Geschäftsführung

Ab dem 5.1.2020 besetzt der DRA eine dreimonatige Praktikumsstelle als Assistenz der Geschäftsführung in Vollzeit (40 Std.) in seinem Berliner Büro.

Die Aufgaben umfassen die Unterstützung der Geschäftsführung und der Projektarbeit (Antragstellung, Durchführung, Abrechnung, Berichterstattung) in internationaler Kooperation mit anderen NGOs einschl. der Kommunikation mit Partnern in Deutschland, Russland, der Ukraine, anderen Ländern; als weiteren besonderen Schwerpunkt die Mitwirkung an der Öffentlichkeitsarbeit des DRA; Recherchen und Übersetzungen; die Mitarbeit bei der Veranstaltungsorganisation; Website- und Social-Media-Pflege; Korrespondenz, Datenbank, allgemeine Bürotätigkeiten und Büro-Weiterentwicklung.

Erwartet werden Vorkenntnisse zu Russland/Osteuropa sowie Interesse an politischen und sozialen Fragen in Europa; Interesse an der Arbeit von NGOs und der internationalen Zusammenarbeit; gute PC-Kenntnisse (Word, Excel, Power Point); sehr gute Deutsch- und Russisch- sowie möglichst Englisch-Kenntnisse, Ukrainisch-Kenntnisse von Vorteil; gute kommunikative Fähigkeiten und Offenheit; aktives und selbstständiges Arbeiten; Flexibilität und Freude an der Arbeit im Team. Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Pflege von Websites sind von Vorteil.

Das Praktikum wird betreut und mit 400,00 Euro monatlich vergütet. Es richtet sich ausschließlich an Studierende mit gültiger Immatrikulationsbescheinigung für den gesamten Zeitraum. Ein Praktikumszeugnis wird ausgestellt. Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung (1 PDF-Dokument) bis zum 8.12.2019 per E-Mail an assistenz@austausch.org.

Umfassende Informationen zu Profil und Tätigkeit des DRA hier.

17) Praktikum als Projektassistenz im Projekt „Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus“, 13.01.2020-09.04.2020

Zur Unterstützung des DRA-Projekts „Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus“ vergibt der DRA e.V. ein Praktikum als Projektassistenz in Vollzeit (40h/Woche) für den Zeitraum 13.01.2020-09.04.2020. Ein Teilzeitpraktikum sowie eine Anpassung des Praktikumszeitraums sind möglich.

Das Projekt zielt auf die Weiterbildung und Vernetzung von Multiplikator/innen der Jugendarbeit aus dem Nordkaukasus (RF) mit Partnern aus Deutschland, Frankreich und Russland zum Thema der Radikalisierungsprävention. Geplant sind Fachkonferenzen, ein Workshop-Programm mit verschiedenen Bildungsmodulen, eine Bildungsreise nach Frankreich sowie regionale Bildungs- und Netzwerkmaßnahmen.

Den/die Praktikant/in erwartet ein vielseitiges und internationales Arbeitsfeld. Das Praktikum wird betreut und mit 400 Euro monatlich (40h/Woche) vergütet. Ein Praktikumszeugnis wird ausgestellt.

Die Aufgaben sind: Unterstützung bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen (Seminaren, Bildungsreisen, Netzwerktreffen etc.); Zuarbeit zu Projektberichten und -abrechnungen; Datenbankpflege; Recherchen zu projektrelevanten Themen; Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit; schriftliche und mündliche Kommunikation mit Projektpartnern in deutscher, russischer und englischer Sprache.

Erwartet werden: Interesse an gesellschaftspolitischen Zusammenhängen in Russland, insbesondere der Region Kaukasus; erste Erfahrungen in der Projektarbeit; sicherer Umgang mit gängigen Office-Programmen; Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Teamfähigkeit; hohe kommunikative und soziale Kompetenz; ein selbständiger Arbeitsstil; gute bis sehr gute Deutsch-, Englisch- und Russischkenntnisse; eine gültige Immatrikulationsbescheinigung für den gesamten Praktikumszeitraum.

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung (1 PDF-Dokument) bis zum 8. Dezember 2019 per E-Mail an olga.schmidt@austausch.org. Die Bewerbungsgespräche finden Mitte Dezember statt. Die vollständige Ausschreibung ist hier zu finden.

18) Praktikum als Projektassistenz im Projekt „Sozioökonomische und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen: ein Beitrag zur Stabilisierung der Krisenregion Nordkaukasus“

Der DRA vergibt in seinem Projekt „Sozioökonomische und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen: ein Beitrag zur Stabilisierung der Krisenregion Nordkaukasus“ ein Praktikum im Umfang von 20 Std./Woche im Zeitraum 17.02.2020-09.05.2020 (flexible Anpassung des Zeitraums möglich).

Das Projektvorhaben dient der Eröffnung ökonomischer Perspektiven für Menschen in instabiler sozioökonomischer Lage sowie der Förderung interethnischer Jugendarbeit im Nord-Kaukasus. Auf diese Weise soll ein Beitrag zur Stabilisierung der Region geleistet werden. Geplant sind u. a. Existenzgründerkurse, Info-Veranstaltungen und Seminare zum Thema Beruf und Arbeit sowie interethnische Jugendaktivitäten zu Themen wie Toleranz und Antidiskriminierung oder zu sozialen oder ökologischen Fragen.

Den/die Praktikant/in erwartet ein vielseitiges und internationales Arbeitsfeld. Das Praktikum wird betreut und mit 200,- Euro monatlich vergütet. Ein Praktikumszeugnis wird ausgestellt.

Die Praktikumsausschreibung richtet sich ausschließlich an Studierende mit aktueller Immatrikulationsbescheinigung.

Die Aufgaben umfassen: die Unterstützung bei der Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Zuarbeit zu Berichten und Abrechnungen, Datenbankpflege, Recherchen, Unterstützung bei der Öffentlichkeitsarbeit, schriftliche und mündliche Kommunikation mit Projektpartnern (deutsch, russisch, englisch). Erwartet werden: Interesse an gesellschaftspolitischen Zusammenhängen in Russland, insbesondere der Region Kaukasus; erste Erfahrungen in der Projektarbeit; sicherer Umgang mit gängigen Office-Programmen; Zuverlässigkeit, Genauigkeit, Teamfähigkeit; hohe kommunikative und soziale Kompetenz; selbständiger Arbeitsstil; eine gültige Immatrikulationsbescheinigung für den gesamten Praktikumszeitraum; gute bis sehr gute Deutsch-, Englisch- und Russischkenntnisse. Infos zur vielfältigen Arbeit des DRA siehe hier.

Bitte schicken Sie Ihre Bewerbung (1 PDF-Dokument) bis zum 31. Dezember 2019 per E-Mail an jacob.riemer@austausch.org. Die Bewerbungsgespräche finden voraussichtlich Mitte Januar 2020 statt.

19) DRA-Mitgliederversammlung wählte erweiterten Vorstand

Am 11. September fand im Berliner DRA-Büro die 1. Mitgliederversammlung 2019 statt, zu der insgesamt rd. 40 Personen erschienen, darunter Vereinsmitglieder, Mitarbeiter/innen und Gäste.

Nach Präsentationen einiger wichtiger Projekte des Vereins durch die zuständigen Koordinator/innen und einer kurzen Ansprache des Geschäftsführers Stefan Melle erläuterte die Hauptbuchhalterin des DRA, Constanze Anthes, den Jahresabschluss 2018.

Beschlossen wurde unter anderem, den Vorstand zu erweitern. In geheimer Abstimmung wurden anschließend Milda Bagdonaite, Elena Stein sowie Stephan Malerius (der auch die Funktion des 3. Vorsitzenden übernahm) zusätzlich in den Vorstand gewählt. Weiterhin gehören ihm Kathrin Hartmann und Hanno Gundert (als Vorsitzende) sowie Christine Wetzel und Anna Litvinenko an.

Den Abschluss des Treffens bildete eine Diskussion zu Notwendigkeiten und Perspektiven einer gemeinsamen Osteuropapolitik der EU.