DRA Newsletter Mai 2014


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Kommentar: Für eine Koalition gegen Nationalismus – in der EU, Russland und der Ukraine

Das Denken in nationalen Kategorien, so zeigen die Wahlen vom 25. Mai, hat in Europa zurzeit viele Unterstützer. In der Ukraine war das für einen kurzen, vorübergehenden Moment hilfreich, vielleicht sogar notwendig: Die Wahl Petro Poroshenkos zum Präsidenten wurde zu einem Bekenntnis für die Einheit des Landes, einem Zeichen der Selbstvergewisserung und des Aufbruchs. Das ist fraglos etwas Positives nach der jahrelangen Erosion des Landes durch ineffiziente Regierungen und angesichts seiner schon monatelangen, auch gewaltsamen Beschädigung in der Ostukraine, die zu erheblichem Maße von außen, durch die russische Führung, provoziert und ins Werk gesetzt wird. Sollte der Neustart in der Ukraine jetzt eine demokratische Entwicklung einleiten, die dem Land zu mehr Wohlstand, Modernität, Identität, mehr Transparenz, regionaler Differenzierung und schließlich politischer Stabilität verhilft, würde sich der 25. Mai 2014 als wichtiger Wendepunkt erweisen.
Dagegen sind in der EU, die zu ihrer Weiterentwicklung letztlich das Gleiche braucht, die Wahlerfolge nationaler Bewegungen in so vielen Ländern schon eine direkte Bedrohung – für die Integration dieses disparaten Raumes von 28 Staaten, ihre gemeinsame Entwicklungsfähigkeit und gegenseitige Solidarität. Dass so viele Bürger die derzeitige Verteilung regionaler, nationaler und multilateraler Entscheidungsrechte in der EU in Frage stellen, heißt nicht automatisch, dass sie falsch ist – es dürfte sogar richtig sein, schrittweise auch noch weitere Vollmachten an gemeinsame Gremien abzugeben. Auch werden der EU, besonders von Rechtspopulisten, oft Krisen angelastet, die – wie etwa in Südeuropa – vor allem auf Versäumnisse nationaler Regierungen zurückgehen. Dennoch haben die Protagonisten der EU an Glaubwürdigkeit und Verankerung, also auch Sachgerechtigkeit und Handlungsfähigkeit eingebüßt – alle zusammen die Faktoren guter Politik. Denn immer wieder ist es ihnen nicht gelungen, gemeinsame Sanierungskonzepte zu vermitteln, die betroffenen Gesellschaften einzubeziehen und einen Ausgleich zwischen verschiedenen Egoismen der Mitgliedsländer herzustellen.
Das ist der Grund, warum die russische Führung die EU schon glaubt abschreiben zu können. Sie hat die Wahlen in der EU wie in der Ukraine als Determinanten für die eigenen Perspektiven aufmerksam verfolgt. Und auch sie treibt das Nationale als Instrument zur Einlösung ihrer Partialinteressen voran – mit staatlicher Propaganda zur Verteidigung alles „Russischen“ weltweit (und in der Ukraine bereits mit Waffengewalt). In der Mehrheit der Bevölkerung wie in der Elite wächst sich dieses nationale Denken allmählich zu einer Neurose aus, die sowohl für die Zukunft des Landes als auch für seine Nachbarn hochgefährlich sind. Es sind gerade die russischen Nationalisten in und außerhalb der Regierung, die ein Machtmonopol im eigenen Land beanspruchen und es repressiv durchsetzen, nicht zuletzt gegen die Zivilgesellschaft und die Medien. Gerade sie verleumden auch die Ukraine als Ganzes als faschistisch. Und sie gehen, da sie gleichen Geistes Kind sind und Einfluss gewinnen möchten, Bündnisse mit den Nationalisten in der EU ein, darunter jenen im Europaparlament.
Das neue EU-Parlament, die künftige EU-Kommission und dezentral die Mitgliedsländer und ihre Bürgergesellschaften sind daher aufgerufen, sich für die Überwindung des Nationalismus überall in Europa stark zu machen und zugleich die Unzufriedenheit der Menschen in den einzelnen Ländern ernst zu nehmen und die zugrunde liegenden Probleme zu bewältigen. Dies wird der EU helfen, die es verdient, mittels Verbesserung verteidigt zu werden, denn sie hat all ihren Mitgliedern viel genützt – zuletzt den Beitrittsländern in Osteuropa. Engagement gegen Nationalismus ist nun auch in der Ukraine und mit ihr notwendig – denn auch dort wird es, nach der Sicherung des Landes und der Selbstvergewisserung, bald um komplexe Fortschritte gehen, die mit rein nationalen Ansätzen, gar Abschottung oder Diskriminierung, nicht zu schaffen sind. Und schließlich müssen beide – EU und Ukraine – eine Koalition mit den weltoffenen Kräften in Russland bilden, wo die Bürgerrechte sich derzeit, nahezu unbemerkt, weiter im freien Fall befinden: Fast im Wochenrhythmus entstehen hier weitere gesetzliche Fesseln für NGOs, für Medien, Demonstranten, Oppositionelle, Blogger – und für jede unabhängige internationale Kooperation.

2) Bitte spenden Sie für Menschenrechtsaktivisten aus der Ostukraine!

Die MitarbeiterInnen des Menschenrechtszentrums „Postup“, ein Projektpartner des DRA, brauchen unsere Unterstützung! Seit über 15 Jahren haben sie die Zivilgesellschaft in der Stadt Luhansk im Osten der Ukraine mit aufgebaut. Jetzt musste „Postup“ von dort fliehen. Denn seit der Erstürmung der Luhansker Gebietsverwaltung am 29. April durch separatistische Kräfte werden pro-ukrainische Aktivisten in ihren Wohnungen aufgespürt, auf offener Straße verprügelt oder als Geiseln verschleppt und misshandelt. „Postup“ hatte sich mit den Arbeitsschwerpunkten Kinderrechte, Menschenrechtsbildung und -monitoring zu einer Organisation von überregionaler Bedeutung entwickelt. Nun versucht sie, aus Kiev ihre Arbeit wieder aufzunehmen und organisiert aus einem kleinen, spartanisch eingerichteten Büro praktische Hilfe für Menschen, die aus Luhansk fliehen mussten: „Postup“ unterstützt sie u.a. mit einem SOS-Telefon, hilft bei der Suche nach Wohnungen und informiert die Öffentlichkeit über Menschenrechtsverletzungen im Luhansker Gebiet, insbesondere die anhaltende Verschleppung von Journalisten und Aktivisten. „Postup“ ist auch einer der Initatioren des gemeinsamen Aufrufs ukrainischer und russischer NGOs für ein Monitoring der Menschenrechtslage in der Konfliktregion in der Ostukraine (Aufruf siehe HIER)
Mit Ihrer Hilfe unterstützt der DRA „Postup“ in dieser schwierigen Situation und trägt damit zur konkreten Hilfe für Opfer von Menschenrechtsverletzungen in der Ostukraine bei. Bitte spenden Sie für die Luhansker Menschenrechtsaktivisten von „Postup“ und helfen Sie, die ukrainische Zivilgesellschaft zu stärken! Ihre Spenden werden direkt an „Postup“ weitergeleitet. Vielen Dank! Unser Spendenkonto: Deutsch-Russischer Austausch e.V., Stichwort: Spende POSTUP,
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Kontonummer: 33 181 00 bzw. IBAN: DE 83 1002 0500 0003 3181 00, BIC: BFSWDE33BER. - Leider müssen wir darauf aufmerksam machen, dass der DRA bei Spendenaktionen zu Gunsten von Partnern in Osteuropa laut Auskunft des Finanzamts keine Spendenbescheinigungen ausstellen darf.

3) Runder Tisch: NGOs aus der Ukraine, Russland und der EU trafen sich in Berlin

In einer ersten direkten Kooperation haben das Zivilgesellschaftsforum EU-Russland und das Zivilgesellschaftsforum der „Östlichen Partnerschaft“ in Berlin einen Runden Tisch von Nichtregierungsorganisationen und Stiftungen aus der Ukraine, Russlands und der Europäischen Union organisiert. Rund 25 Vertreter/innen trafen sich am 20. Mai zu einem ganztägigen Treffen, um den möglichen Beitrag der Zivilgesellschaften zu einer Deeskalation und Konfliktregelung in der Ukraine-Krise zu diskutieren. Das Treffen kam mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Robert-Bosch-Stiftung in deren Berliner Repräsentanz zustande. Es wurde von MdB Gernot Erler, dem Koordinator für Zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, den Ländern der Östlichen Partnerschaft und Zentralasien, eröffnet. Teilnehmer_innen waren u.a. der russische Menschenrechtsaktivist Andrey Yurov, der im Auftrag des Rates für Zivilgesellschaft und Menschenrechte beim russischen Präsidenten derzeit in der Ukraine engagiert ist, Oleksandra Matviychuk, Vorstandsvorsitzende des Zentrums für Zivile Freiheiten (Kiew), Jan Pieklo, Leiter der Stiftung Pauci (Warschau/Kiev), Konstantin Reutski, Leiter der Menschenrechtsorganisation „Postup‘“ (Luhansk), Viktor Voronkov, Direktor des Zentrums für unabhängige soziologische Forschungen (St. Petersburg), Rostislav Valvoda, Programmleiter für Osteuropa bei der Organisation “Menschen in Not“ (Prag), sowie weitere NGO-Vertreter aus Moskau, Simferopol, Berlin und Warschau. Im Mittelpunkt der Debatten standen die Bedeutung eines "gemeinsamen humanitären Raums", das Potential zivilgesellschaftlicher Akteure und der Wert nicht-propagandistischer Information in Zeiten der Konfrontation. U.a. sprachen sich die Teilnehmer/innen für die Weitergabe von Informationen von NGOs an NGO-Netzwerke und Medien, die Aufklärung von Gewaltereignissen wie jene auf dem Kiever Majdan und in Odessa aus, sie empfahlen gemeinsame Begegnungen und Recherchen von Journalisten und eine gegenseitige Unterstützung der zivilgesellschaftlichen Organisationen der beteiligten Länder. Vorgeschlagen wurde von den Teilnehmer_innen auch die Schaffung einer trilateralen "Kontaktgruppe Zivilgesellschaft" auf der Basis der beiden zivilgesellschaftlichen Foren (EU-Russland/Oestliche Partnerschaft). Deren tatsächliche Einsetzung und mögliche genaue Aufgaben werden derzeit zwischen den beiden Foren beraten.

4) Anmeldung läuft: „glauben. leben. in berlin“ startet am 15. Juni – Teilnahme kostenlos

Im Interkulturellen Zentrum der evangelischen Genezareth-Gemeinde in Berlin-Neukölln findet am 15. Juni (11-17 Uhr) der erste Workshop des interreligiösen Aktionsprojekts „glauben. leben. in berlin“ statt. Das Projekt wendet sich an junge Leute mit muslimischem oder jüdischem Hintergrund, aber auch an andere interessierte Gleichaltrige. Ausgehend von eigenen Fragen, Meinungen und Geschichten werden sie gemeinsam Religionsgemeinschaften besuchen, eine interreligiöse Website gestalten bzw. eine gemeinsame gemeinnützige Aktion organisieren und auf Video dokumentieren. Zum Programm des Auftakttreffens gehören eine Besichtigung des Sakralraums der Genezareth-Gemeinde und ein Gespräch mit der Pfarrerin Elisabeth Kruse. Anschließend werden die Teilnehmer/innen mit ersten Eindrücken und Gedanken die Website des Projekts (glaubenlebeninberlin.de)  eröffnen. Zur Anmeldung für den Workshop laden wir herzlich ein. Insbesondere freuen wir uns, wenn die Gruppe der nicht-muslimischen Interessent_innen sich noch etwas vergrößern würde. „glauben. leben. in berlin“ ist ein Projekt des DRA in Kooperation mit dem muslimischen Interkulturellen Zentrum für Dialog und Bildung und der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Gefördert wird es durch den Europäischen Integrationsfonds und den Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin.

5) DRA und RNEI: Debatten in Perm und St. Petersburg zu Ökologie und Urbanistik

Mit mehreren Veranstaltungen haben der DRA und das Deutsch-Russische Büro für Umweltinformation (RNEI) ihre Arbeit im Bereich nachhaltiger Stadtentwicklung fortgesetzt. Am 10./ 11. April führten DRA und RNEI sowie das Expertisezentrum Grani in Perm ein Seminar für mehr als 40 Aktivisten und andere Bürger aus Perm zu öffentlichen Beteiligungspraktiken bei der ökologisch nachhaltigen Stadtentwicklung durch. Ihre Expertise brachten unter Leitung von RNEI-Mitarbeiterin Alexandra Kokoreva u.a. der Urbanist und Soziologe Dmitrij Vorobjov (St. Petersburg), die Sozialunternehmerin Julia Titova, die Öko-Urbanistin von ICLEI - Local Governments for Sustainability Xenia Mokruschina (Bonn) sowie der Permer Stadtschützer Denis Galizki ein (Details HIER). Im Rahmen der Deutschen Woche in St. Petersburg organisierten RNEI und DRA eine Diskussion zu Fragen lokaler Selbstorganisation. Der Mediationsexperte Günther Jahnke (London/Berlin) berichtete von seinen Erfahrungen bei der Koordination verschiedener Interessengruppen – Bürger, Unternehmer, Behörden – bei Infrastrukturprojekten und stellte dabei sowohl Erfolgs- wie Misserfolgsgeschichten dar. Momentan engagieren sich immer mehr Bewohner St. Petersburgs und anderer Städte Russlands in Stadtinitiativen, sei es gegen bauliche Verdichtung, die Beseitigung von Grünanlagen oder den Bau von Müllverbrennungsanlagen oder für positive Veränderungen des Stadtbildes, wie z. B. „Krasivy Peterburg“ oder „Musora.Bolshe.Net“. Der Schlüssel zum Erfolg ist dabei oft die Fähigkeit der Bürger, gemeinsame Positionen zu finden – miteinander, mit der Stadtverwaltung, mit den Bauunternehmen. Einen Artikel über diese aktuellen Trends hat RNEI-Direktorin Angelina Davydova für das Projekt Thomson Reuters Foundation geschrieben: www.trust.org (auf Englisch)

6) „St. Petersburg fahrradgerecht“: Tagung mit Stadtverwaltungen und Bürgerinitiativen

Das Russisch-Deutsche Büro für Umweltinformation RNEI war einer der Organisatoren der Konferenz „Stadtverkehr und die Entwicklung der Fahrradinfrastruktur: Aufgaben für die Zukunft“ am 16. und 17. Mai in St. Petersburg. Mitveranstalter waren das Institut für Strategien Nachhaltiger Entwicklung, das „Offene Laboratorium Stadt“, das Bürgerprojekt „Fahrradisierung St. Petersburgs“, das Moskauer Büro der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hamburger Club in St. Petersburg. Die Entwicklung des umweltfreundlichen Fahrradverkehrs wird für russische Großstädte immer wichtiger. Ziel der Konferenz war es, internationale und russische Erfahrungen vorzustellen, Stadtverwaltungen, Unternehmer und Bürgerinitiativen zum Erfahrungsaustausch und der Erarbeitung gemeinsamer Strategie anzuregen. Referenten von russischer Seite waren u.a. Georgij Safonov, Direktor des Zentrums für Umwelt- und Rohstoffwirtschaft an der Moskauer Hochschule für Wirtschaft, Alexej Mitajev, Berater des Vizebürgermeisters von Moskau für Verkehr und Straßeninfrastruktur, die Projektleiterin dieses Departements, Olga Malzeva, sowie die Abgeordnete der St. Petersburger Stadtverordnetenversammlung Olga Galkina. An der Konferenz nahmen auch VertreterInnen von Behörden, Städtebau- und Planungsverbänden sowie von Fahrradinitiativen aus Hamburg, Bonn, Rotterdam, Kopenhagen, London, Helsinki und Oulu teil. Am zweiten Konferenztag moderierte Angelina Davydova (RNEI) eine öffentliche Diskussion zur „Zukunft des Fahrrads im Stadtverkehr“ mit Vertretern der Stadtverwaltung St Petersburg, der Unternehmerschaft, bürgerschaftlicher Fahrradbewegungen sowie internationalen Experten. Die Debatte wurde online übertragen, die Aufzeichnung steht im Internet weiterhin HIER bereit.

7) Bildungsreise zur sozialpädagogischen Arbeit mit Behinderten nach Berlin

Wie erfolgt die Arbeit in gemeinnützigen Organisationen mit körperlich und geistig behinderten Menschen? Welche Unterstützung bieten Eltern-Kind-Projekte? Wie wird das Konzept der inklusiven Bildung umgesetzt? Wie arbeiten Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen und Betrieben? Diese und weitere Fragen werden im Rahmen einer Bildungsreise vom 24. bis 29. Juni erörtert, die Roman Elsner vom DRA für 15 Pädagogen, Dozenten und Sozialarbeiter vorbereitet hat. Kooperationspartner ist das Institut für die Fort-und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften des Departements für Soziales der Stadt Moskau. Die Moskauer Gäste werden u.a. verschiedene Institutionen, Träger und Unternehmen in Berlin und Umgebung kennenlernen, deren Arbeit die Verbesserung der Lebensumstände von Menschen mit Behinderung zum Ziel hat. Geplant sind außerdem Treffen mit Mitarbeitern der Senatsverwaltung für Bildung und Abgeordneten des Bundestages.

8) „Lauf für Mehrsprachigkeit“: DRA unterstützt Veranstaltung in Frankfurt am Main

Unter der Devise „mehrsprachig läuft es besser!“ fand am 25. Mai zum zweiten Mal der Lauf für Mehrsprachigkeit in Frankfurt am Main statt. Dieses Jahr beteiligte sich der DRA als Kooperationspartner mit einem Infostand, organisatorischer Hilfe durch seine Projektleiterin Elena Stein und mit der Teilnahme an den Läufen über drei, fünf und zehn Kilometer. Über 700 Teilnehmer mit 39 unterschiedlichen Nationalitäten liefen im Frankfurter Niddapark in mehreren Kategorien. Neben dem Sportprogramm stand das Thema „Mehrsprachigkeit und Integration“ im Vordergrund der Veranstaltung, die durch Irina Mikitenko, Deutschlands erfolgreichste Langstreckenläuferin, und Markus Frank, Wirtschafts- und Sportdezernent der Stadt Frankfurt sowie Schirmherr der Veranstaltung, eröffnet wurde. Zahlreiche bilinguale Einrichtungen, Sprach- und Kulturzentren etc. waren vor Ort dabei. Der Lauf für Mehrsprachigkeit ist eine Initiative des deutsch-russischen Kindergartens „Nezabudka“ in Frankfurt am Main.

9) Praktikum: Assistenz der Geschäftsführung zum 1.7. gesucht, Bewerbung bis 12.6.

Zum 1. Juli 2014 besetzt der DRA eine Praktikumsstelle als Assistenz der Geschäftsführung (Vollzeit) für mind. 4 (max. 6) Monate in seinem Berliner Büro. Bewerbungsschluss: 12. Juni 2014. Zu den Tätigkeiten im Rahmen des Praktikums gehören u.a. die Unterstützung der Projektarbeit (Recherchen, Mitarbeit bei der Antragstellung, Durchführung, Abrechnung / Dokumentation), außerdem Büroorganisation (Korrespondenz, Datenbankpflege, Materialbestellungen u.a.), Pflege der DRA-Homepage, Unterstützung der Info-, Mitglieder- und Spendenarbeit, Übersetzungen sowie die Mitarbeit in der Veranstaltungsorganisation und Öffentlichkeitsarbeit (u.a. Deutsch-Russische Herbstgespräche 2014). Erwartet werden Interesse an Russland und Osteuropa, an politischen und sozialen Fragen sowie an der Arbeit von NGOs und internationaler Zusammenarbeit, gute PC-Kenntnisse (Word, Excel), sehr gute Deutsch- und Russisch- sowie möglichst Englischkenntnisse, gute kommunikative Fähigkeiten und Offenheit, aktives und selbstständiges Arbeiten, Flexibilität und Freude an der Arbeit im Team sowie Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Pflege von Websites sind von Vorteil. Das Praktikum wird betreut und mit 350,- Euro monatlich vergütet. Ein Praktikumszeugnis wird ausgestellt.  Der DRA Berlin arbeitet mit NGOs, staatlichen Einrichtungen und Experten aus Russland, Belarus, der Ukraine und weiteren Ländern Osteuropas zusammen. Er führt Projekte zu Themen wie Umweltschutz, Medien, Bildung, Menschenrechte, Interkulturalität, Jugend- und Sozialarbeit durch und ist Träger des Sekretariats des Zivilgesellschaftsforums EU-Russland.

10) DRA-Mitgliederversammlung: Vorstand ergänzt, Situation in Ukraine diskutiert

Die Politologin Christine Wetzel ist auf der Mitgliederversammlung des DRA am 24. Mai in Berlin neu in den Vereinsvorstand gewählt worden. Sie folgt der Journalistin und Russlandkorrespondentin Elfie Siegl nach, die mehr als vier Jahre im Vorstand aktiv war. Der DRA bedankt sich sehr herzlich bei Elfie Siegl, die engagiert und mit profunder Landeskenntnis insbesondere für politische und kulturelle Fragen maßgeblich zu den Diskussionen und Entscheidungen sowie zu Veranstaltungen des DRA beigetragen hat. Hanno Gundert und Tim Bohse wurden in den Vorstand wiedergewählt, dem außerdem weiterhin Kathrin Hartmann und Alexej Gorin angehören. Nach einer Präsentation der aktuellen Projekte und der Ergebnisse des Vereins 2013 diskutierten die rund 40 Anwesenden Einschätzung und Umgang mit der Krise in der Ukraine. Am Vorabend der Präsidentschaftswahlen erklärte die Gastreferentin Nataliia Fiebrig, Journalistin des Kiever TV-Senders 1+1, ein klares Votum werde dem Land eine Chance auf Beruhigung eröffnen – für eine echte Weiterentwicklung bräuchte es aber dringend eine wirtschaftliche Modernisierung und Überwindung der Korruption. Die Majdan-Bewegung werde sich vermutlich in mehrere zivilgesellschaftliche Strömungen aufteilen und so das Land weiter beeinflussen. Tim Bohse beschrieb live aus Kiev die Zuspitzung in der Ostukraine, die viele Aktive bereits aus der Region zur Flucht zwinge. Mehrere Redner schilderten, wie schwierig unterdessen die Kommunikation mit russischen BehördenvertreterInnen geworden sei. Propaganda, Zensur, Druck gegen Andersdenkende und Selbstzensur gingen in Russland vermehrt Hand in Hand – und einmal mehr wachse auch die Zahl der Gespräche über eine mögliche Emigration.

11) Moskauer LGBT* schlagen Brücke nach Berlin – Veranstaltungen im Juni

Mit dem Benefiz-Konzert „Freundschaftsküsse“ beginnt am 16. Juni im Theater am Kurfürstendamm das Kulturfestival der Initiative „Raduga-Brücke Berlin-Moskau“. Unter dem Titel „Moskau unterm Regenbogen“ treten schwule, lesbische und trans*-Künstler_innen aus Russland auf dem Lesbenfrühlingstreffen, dem lesbisch-schwulen Stadtfest und der „Fete de la Musique“ sowie auf weiteren Veranstaltungen auf. Ein Höhepunkt ist die Eröffnung der CSD-Hauptbühne des Christopher Street Day (CSD) durch die Moskauer Frauenrockband Helium am 21. Juni. Im Vorfeld des CSD-Wochenendes gibt es zudem einen Workshop zum queeren deutsch-russischen Kulturaustausch und einen Infoabend über das Leben von LGBT im heutigen Russland. Der Initiative Raduga-Brücke Berlin-Moskau gehören Organisationen und Projekte aus der LGBT-Community und der Russland-bezogenen NGO-Arbeit an, darunter der DRA. Die Initiative will die LGBT-Communitys der Partnerstädte vernetzen und den gegenseitigen Fach- und Kulturaustausch ermöglichen. Bei einem umjubelten ersten Benefizkonzert im April in der Kreuzberger Emmaus-Kirche konnte u.a. ein Gründungszuschuss für den ersten queeren Chor in Russland eingespielt werden. Weltpremiere von „Russian Secret“ ist nun am 20. Juni um 22 Uhr in der Emmaus-Kirche. Mehr Informationen unter www.facebook.com/RadugaBruecke.

12) Baikal-Zug der Pfadfinder sucht noch internationale Teilnehmer und Unterstützer

5.000 Schienenkilometer, 300 junge Menschen, 15 Nationen, eine Idee: Anlässlich des 25. Mauerfalljubiläums plant der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder e.V. eine Bildungs- und Begegnungsreise mit dem „ScoutingTrain“ von Berlin über Warschau und Moskau, dann entlang der Strecke der Transsibirischen Eisenbahn bis an den Baikalsee. Doch Misstrauen aufgrund der Ukraine-Krise hat bewirkt, dass viele die Idee für unrealistisch halten, so dass noch Plätze frei sind. Gesucht werden v.a. Pfadfinder aus Polen, Belarus, den Regionen Russlands (keine Millionenstädte), Litauen, Kasachstan und Azerbaidschan (bitte melden unter registration@scoutingtrain.org). Gerade jetzt sollten Zeichen für die Verständigung gesetzt werden, sagt Projektleiterin Charo Frensch: „Mit unserer Idee vom ScoutingTrain wollen wir eine internationale Plattform schaffen, auf der sich junge Menschen ausprobieren können, um Europa gemeinsam zu erfahren. Doch die Ukraine-Krise gefährdet das Projekt.“ Um es durchführen zu können, braucht es noch Hilfe, nicht zuletzt immaterielle: Wer bereit ist, ein paar Texte aus dem Deutschen ins Polnische, Russische oder Englische zu übersetzen, ist herzlich eingeladen. Infos siehe: www.scoutingtrain.org.