DRA Newsletter Mai 2012


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Umweltschutz – Technik – Journalismus: Eine „Fabrik innovativer Lösungen“

„Nachhaltigkeit“ und „Grüne Wirtschaft“ sind für Dich nicht bloß Schlagworte, denn Du interessierst Dich für sinnvollen technischen Fortschritt in Deutschland und Russland? Für länderübergreifenden Umweltschutz? Oder Du willst in den Journalismus, weil es wichtig ist, die Menschen zu informieren? Vielleicht hast Du bereits eine ausgefallene Idee für eine technische Entwicklung, ein Business oder eine Vermarktungsstrategie, aber bisher fehlte die Möglichkeit, an Deiner Idee zu feilen? Oder Dir liegt ein „grünes“ Technologie-Thema besonders am Herzen, und Du willst Dich näher damit beschäftigen?

Wenn Du Dich von einer dieser Fragen angesprochen fühlst, dann bewirb Dich für das Planspiel „Fabrik innovativer Lösungen“ in Moskau! Das viertägige Projekt bezieht sich auf die Rio+20-Konferenz, auf der im Juni 2012 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt über nachhaltige Entwicklung beraten werden – 20 Jahre nach der als „Weltgipfel“ bekannt gewordenen UN-Konferenz in Rio de Janeiro, die die Agenda 21 und die Klimarahmenkonvention hervorgebracht hat und in deren Folge die UN-Kommission für nachhaltige Entwicklung gegründet wurde.

Gesucht werden neugierige Menschen bis 27 Jahre, die

-eine „grüne“ Projekt- oder Geschäftsidee haben und/oder
-journalistisch über technische Entwicklungen und Umweltschutz berichten wollen

Das Planspiel „Fabrik innovativer Lösungen“ findet vom 24. bis zum 27. Juni 2012 in Moskau statt und besteht aus zwei Teilen: Im Planspiel-Teil aus Workshops, Vorträgen und Freiarbeitsphasen erarbeiten die Teilnehmer_nnen in russisch-deutschen Kleingruppen Projektideen im Feld der grünen Wirtschaft. Gleichzeitig setzen die Teilnehmer_innen im Journalistik-Teil einen bestimmten Aspekt aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Grüne Wirtschaft in Deutschland und Russland journalistisch um. Ergebnisse können Text-, Audio- oder Videoformate sein; die Veröffentlichung erfolgt online auf dem deutsch-russischen Portal für Austausch und jungen Journalismus „To4ka-Treff“.

Organisatoren der „Fabrik innovativer Lösungen“ sind die Russische Staatliche Geisteswissenschaftliche Universität (RGGU) in Moskau und der Deutsch-Russische Austausch e.V. (DRA) in Berlin. Gefördert wird das Projekt durch die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Deutschland und durch die Stiftung Internationaler Jugendaustausch in Russland. Die Organisation der Visumsangelegenheiten und der Auslandskrankenversicherung wird von Veranstalterseite übernommen. Die Kosten für An- und Abreise werden in Höhe von bis zu 350 Euro pro Person übernommen, für Unterkunft und Verpflegung ist gesorgt. Es wird ein Teilnehmerbeitrag von 50 Euro fällig. BewerberInnen sollten zwischen 18 und 27 Jahre alt sein. Journalistische Vorkenntnisse oder Russischkenntnisse sind wünschenswert, aber keine Teilnahmebedingung.

2) NGO-Forum vor Unesco-Welterbe-Komission in St. Petersburg – DRA Mitveranstalter

Vom 24. Juni bis 6. Juli findet in St. Petersburg die diesjährige Tagung der Unesco-Welterbe-Kommission statt. Dabei erörtert das UN-Gremium die aktuellen Bewerbungen um die Aufnahme in die Listen für Kultur- bzw. Naturerbe sowie die problematischen Fälle, in denen solche Welterbe-Stätten bedroht sind. Aus diesem Anlass organisieren mehrere russische NGOs, darunter Greenpeace Russland, das Russisch-Deutsche Umweltinformationsbüro des DRA (RNEI) und das Deutschland- und Europazentrum der Universität St. Petersburg (ZDES) in der Newastadt vom 22.-24. Juni ein NGO-Forum, um kritische Entwicklungen bezüglich des Welterbes zu thematisieren und um zu diskutieren, wie nichtstaatliche Strukturen für den Schutz solcher universaler Orte und Werte der Kultur und der Natur eintreten können. So ist beispielsweise bezüglich der Naturerbe-Liste in Russland der Westkaukasus, der wegen seiner eminenten Artenvielfalt unter Schutz steht, von Bauten für die Olympischen Winterspiele 2014 rund um Sotschi und durch weitere Tourismusprojekte gefährdet. Quer durch die „Goldenen Berge des Altaj“ entsteht derzeit eine Ölleitung nach China – statt umweltgerechtere Alternativrouten zu wählen. Bereits ein Altfall ist der Baikalsee, in den mit Regierungserlaubnis weiter Abwässer eines Zellulosewerks fließen. Immer wieder in Frage steht auch der Schutz der borealen Urwälder in Komi in Nordrussland und der Kurischen Nehrung an der Ostsee. Der DRA-Geschäftsführer Stefan Melle wird bei der Veranstaltung in Petersburg die Sektion Umwelt/Natur moderieren, die Greenpeace vorbereitet. Die Teilnahme interessierter Fachleute und NGO-Vertreter_innen ist noch möglich, Kontakt und weitere Informationen zum Forum unter http://spbforum.wordpress.com. Die Umwelt- und Klimaschutzarbeit des DRA wird vom Diakonischen Werk der EKD gefördert.

3) DRA organisierte in Moskau für deutsche Unternehmer Treffen mit Zivilgesellschaft

Eine Gruppe von rund 80 SpitzenmanagerInnen aus Unternehmen in der Bundesrepublik, darunter aus Großkonzernen wie Daimler, Henkel, Hewlett-Packard, aber auch Geschäftsführer und Vorstände mittelständischer Firmen, trafen am 17. und 18. Mai in Moskau mit Vertreter_innen der dortigen Wirtschaft, Politik, Bürgergesellschaft und Medien zusammen. Ein wesentlicher Teil des Programms wurde auf Bitten des Veranstalters „Baden-Badener Unternehmergespräche e.V.“ (BBUG) von Aigul Sembaeva, Direktorin des DRA St. Petersburg, vorbereitet. Gemeinsam mit Stefan Melle (Geschäftsführer DRA Berlin) und Angelina Davydova (Leiterin des DRA-Umweltprojekts RNEI) begleitete sie Begegnungen u.a. bei Greenpeace Russland, in der Redaktion der liberalen Wirtschaftszeitung „Vedomosti“ sowie mit dem oppositionellen Duma-Abgeordneten und Mitorganisatoren der jüngsten Bürgerproteste in Russland, Ilja Ponomarev. Bei einem Treffen mit der Journalistin Olga Romanova berichtete diese von der aktiven Rolle vieler russischer Selbstständiger und UnternehmerInnen bei den Protesten gegen die Wahlfälschungen und die Monopolisierung der Macht durch Präsident Putin und seinen Umkreis. Mitglieder der von Romanova geführten Bürgerinitiative „Einsitzendes Russland“ berichteten aus eigenen Erfahrungen mit dem korrupten Justizsystem, durch das immer wieder Unternehmer ihre Firma und Freiheit auf Basis des Gummiparagraphen „Betrug“ verlieren, weil Geschäfts-„partner“ oder Angehörige der Sicherheitskräfte illegitim Eigentum erlangen wollen. Olga Romanova erhielt diese Woche als Journalistin der Novaja Gaseta und Bloggerin in Hamburg den Förderpreis der ZEIT-Stiftung „Freie Presse Osteuropas“. Zusammen mit den weiteren Preisträgern aus der Ukraine und Azerbajdschan stellte sie sich auch in Berlin vor. Wir gratulieren herzlich! Mehr dazu siehe unter www.bbug.de,www.zeit-stiftung.de sowie HIER.

4) 5. Juni, 19 Uhr, Volksbühne: Künstlervisionen für ein neues Russland

Unter dem Titel „Frühlingserwachen?! Russische Künstler und Kulturschaffende entwerfen Visionen für ein Russland der neuen Generation“ findet am 5. Juni, 19 Uhr, in Berlin im Roten Salon der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz ein aus Gespräch, Lesung und Präsentation bestehender Abend statt. Er ist der Frage gewidmet, wie sich die Perspektiven für junge Russ_innen angesichts der Proteste im Umfeld der letzten Wahlen in Russland und der Rückkehr Vladimir Putins in das Präsidentenamt verändert haben: Stehen weitere Jahre der Stagnation bevor oder markiert die Protestbewegung den Aufbruch in eine offenere Gesellschaft? Welche Antworten jüngere Künstlerinnen und Künstler geben, welche Geschichten sie über die Gegenwart erzählen und welche Zukunftsbilder sie entwerfen, soll gemeinsam mit einigen von ihnen vorgestellt werden. Veranstaltet wird der Abend vom Büro für Kulturprojekte inter:est in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Berliner Künstlerprogramm des DAAD, dem DRA, n-ost – Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung und weiteren Partnern. Die Gäste sind Alina Rudnitskaya, Dokumentarfilmerin, St. Petersburg, Elena Yaichnikova, Kuratorin und Kunstkritikerin, Moskau, Katja Petrowskaja, Journalistin und Autorin, Berlin und Kiew, Dmitry Golynko, Dichter und Wissenschaftler, St. Petersburg und Alexander Formosov, Historiker und Aktivist, Berlin und Moskau. Die Moderation hat Katharina Raabe (Suhrkamp Verlag).

5) Programm „Bridge it!“ von DRA St. Petersburg, Heuss-Kolleg/Berlin, Orbita/Riga

Noch bis 5. Juni können sich 18-25-Jährige aus Nordwestrussland, dem Gebiet Kaliningrad und der Republik Lettland zur Teilnahme am Auftakt-Seminar des neuen Kooperationsprogramms „Bridge it!“ (“Schlag eine Brücke!“) des DRA St. Petersburg, des Theodor-Heuss-Kollegs von MitOst e.V. (Berlin) und der Rigaer NGO „Orbita“ bewerben. In dem Seminar vom 16.-26. Juni in Berlin befassen sich die Teilnehmer_innen unter dem Titel "Power of ImagiNation" mit Fragen wie: Was verstehen wir unter nationaler Kultur? Welche Kultur habe ich? Welche Bilder haben wir im Kopf? Wann, warum und wie wird mit Schablonen und Bildern von Nationalitäten manipuliert? Wo begegnen wir Diskriminierung, was können wir dagegen tun? Die TeilnehmerInnen identifizieren zudem Herausforderungen in ihrer jeweiligen Gesellschaft und entwickeln eigene Low-Budget-Projekte. Anschließend besteht die Möglichkeit zur Förderung dieser Projekte, begleitet von einem Impulsseminar im September in Riga und (nach der Umsetzung) einem Abschlussseminar in St. Petersburg vom 29. November bis 2. Dezember. Die Aufenthaltskosten werden komplett, die Reisekosten zu 70 Prozent von den Veranstaltern getragen. Förderer des Einführungsseminars sind das EU-Programm Youth in Action und das Theodor-Heuss-Kolleg.

6) Wettbewerb „Meine Idee für unsere Stadt“: Preisverleihung am 16. Juni in Berlin

Im Rahmen des DRA-Projekts „professija.DE“ startete am 1. März 2012 unter dem Motto „Meine Idee für unsere Stadt“ ein Wettbewerb um Ideen zum gesellschaftlichen Engagement. Er richtete sich an russischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer in den Projektregionen Leipzig, Rostock und Potsdam. Vorbereitend wurde in allen drei Städten ein Workshop durchgeführt, in dem gemeinsam Ideen für ein lokales gesellschaftliches Engagement von Unternehmen entwickelt sowie bereits bestehende Projekte vorgestellt wurden. Beim Wettbewerb wurden insgesamt 25 Ideen eingereicht, darunter sowohl Initiativen von Einzelunternehmen als auch größere Projektkonzepte mit mehreren beteiligten Unternehmen und Organisationen. Sie wurden in jeder Stadt nach einheitlichen Kriterien von einer Fachjury bewertet, der u.a. die Integrationsbeauftragten der Städte, Mitarbeiter der IHKs und Vorstandsmitglieder gemeinnütziger Vereine angehörten. In jeder Projektregion wurde eine Gewinneridee ausgewählt, die jeweils mit einem Preis von 1.000 Euro ausgezeichnet wird. Mit dem Geld wird die Realisierung der Projektideen unterstützt. Die gemeinsame feierliche Preisverleihung findet am 16. Juni 2012 in Berlin statt. Genauere Informationen dazu in Kürze in der entsprechenden Rubrik auf www.professija.de. Wir bedanken uns bei allen Bewerberinnen und Bewerbern für ihre Ideen und ihr Engagement und freuen uns auf ein Wiedersehen in Berlin! „Professija.DE“ wird durch das Bundesprogramm „XENOS – Integration und Vielfalt“ gefördert.

7) „Migrant_innen als Freiwillige gewinnen“ – Seminar in Berlin

Am 24. Mai fand in der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland in Berlin ein ganztägiges Seminar statt, in dessen Mittelpunkt Strategien zur Gewinnung von Migrant_innen für ein freiwilliges Engagement standen. Geleitet wurde es von Bettina Bofinger, die zurzeit beim DRA das Projekt „professija.DE“ leitet und in den vergangenen Jahren verschiedene Projekte im Bereich Migration/Integration koordiniert hat. An dem Seminar nahmen Mitarbeiter_innen überwiegend größerer Träger aus ganz Deutschland teil. Vermittelt wurden theoretische Grundlagen, nützliche Informationen sowie Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis. Zudem nutzten die Teilnehmer_innen lebhaft die Gelegenheit zum Erfahrungs- und Gedankenaustausch. Themen waren dabei nicht nur spezifische Formen der Ansprache von Migrant_innen unter Berücksichtigung der Heterogenität der Zielgruppe, sondern auch die Frage einer interkulturellen Öffnung in der eigenen Organisation. Mit der Veranstaltung wurde die bewährte Kooperation zwischen dem DRA und der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland bei Fortbildungen zum Thema „Zuwanderer und freiwilliges Engagement“ fortgesetzt.

8) DRA beim Fachkräfteaustausch zur Jugendarbeit in Kinderzentrum Orljonok

Vom 11. bis 18. Mai fand in dem russischen Kinderferienzentrum „Orljonok“ bei Krasnodar an der Schwarzmeerküste ein Treffen von Fachkräften der Jugendarbeit aus Deutschland und Russland statt. Die Teilnehmer_innen hatten sich bereits im Februar in der Europäischen Jugendbildungs- und Jugendbegegnungsstätte Weimar (EJBW), dem Partner der Austauschmaßnahme (Projektförderung: Stiftung DRJA), getroffen. Nun informierten sie sich vor Ort über die Jugendarbeit in Russland im Allgemeinen und Orljonok im Besonderen. Für den DRA beteiligte sich der Projektleiter Holger Löbell an dem Programm. Der DRA hat 2011 im Auftrag des Deutsch-Russischen Jugendrates eine bilaterale Arbeitsgruppe koordiniert, die gemeinsame Qualitätskriterien für deutsch-russische Jugendcamps erarbeitete. Der DRA sieht weiterhin großes Potenzial in einer intensiveren Zusammenarbeit deutscher und russischer Jugendcamps, vor allem unter Beteiligung der russischen Regionen. Für den DRA war es daher von großem Interesse, die Methodik der Jugendarbeit im Ferienlager Orljonok kennen zu lernen, in der sich ein vielfältiges Angebot mit teilweise recht formalen Ritualen verbindet. Orljonok ist dem föderalen Bildungsministerium direkt unterstellt.

9) Berliner Träger der Jugendarbeit beraten Städtepartnerschaft mit Moskau

Mit dem Ziel, die Berlin-Moskauer Städtepartnerschaft im Bereich Jugendaustausch weiter zu entwickeln, lud am 10. Mai Sandra Hildebrandt von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft interessierte Träger der Berliner Jugendarbeit zu einem Treffen in das Café Gorki Park. Die vom DRA vorbereitete Zusammenkunft diente dem gegenseitigen Kennenlernen, einem informellen Erfahrungsaustausch der 11 anwesenden Fachleute sowie der Erörterung zukünftiger Maßnahmen im Kontext der Städtepartnerschaft. Beschlossen wurde auch die Abstimmung zu möglichen Themenschwerpunkten, um nachhaltige Beziehungen zwischen den Berliner und Moskauer Trägern aufbauen zu können. Als nächste Maßnahme in der Städtepartnerschaft findet in Berlin zwischen dem 6. und 13. Juni eine – ebenfalls vom DRA organisatorisch betreute – Begegnung zwischen Jugendlichen des Kinderrings e.V. und des Moskauer Jugendzentrums „Sozvezdije“ statt. Wichtigster Programmpunkt ist eine gemeinsame Hip-Hop- und Tanzpräsentation bei den Deutsch-Russischen Festtagen am 10. Juni in Berlin, bei denen auch der DRA vertreten sein wird. Siehe auch: www.drf-berlin.de.

10) Bis 6. Juni bewerben: Freiwilligendienst Ukraine/Belarus mit Kindern und Jugendlichen

Der DRA vergibt noch drei Plätze für einen Freiwilligendienst in der Ukraine oder in Belarus im Rahmen des weltwärts-Programms des BMZ. Die Aufenthalte beginnen im September 2012 und dauern 12 Monate. Engagieren werden sich die Freiwilligen im »Zentrum für soziale Partnerschaften« im ukrainischen Tscherkassy beziehungsweise in den belarussischen gemeinnützigen Organisationen »Soziale Projekte« (Gomel) und »Golubye Berega« (»Blaue Ufer«, Mogilev) in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Bewerbungen können bis zum 6. Juni per Mail eingesandt werden. Das Ausreiseseminar findet vom 2.-13. Juli in Berlin statt.

11) 25.-28. Juli: Teilnahme an „Pilorama Laboratorium“ bei Perm noch möglich

Bis zu 100 junge Erwachsene treffen sich vom 25.-28. Juli nahe Perm im Ural, der östlichsten europäischen Millionenstadt, zum ersten Jugendforum »Pilorama Laboratorium«. Sie werden am GULag-Gedenkmuseum »Perm36« mit Expert_innen aus Russland und der EU aktuelle Themen der Zivilgesellschaft debattieren: europäische Integration, Geschichtsvermittlung und politische Bildung, Umweltschutz, Bürgerbeteiligung in der Stadtentwicklung, Wirtschaft und soziale Unternehmen, Ressourcen für ethnische Minderheiten (Arbeitssprachen: Englisch, Russisch). Die Teilnehmer_innen können danach auch das große Festival »Pilorama« (»Sägewerk«, 28.-30.7.) besuchen, das mit Konzerten, Debatten, Lesungen und Filmvorführungen jährlich wichtige Akteure der liberalen russischen Öffentlichkeit und tausende Besucher anzieht. Zugesagt hat u.a. die Journalistin Olga Romanova (siehe oben). Organisatoren von PiloramaLab sind die NGO »Institut für bürgerschaftliches Engagement« (IGA, Perm), der DRA, MitOst e.V. (Berlin) und das Museum Perm36. InteressentInnen (Alter ca. 25-35 Jahre) können sich HIER zur Teilnahme bewerben. Unterstützt wird PiloramaLab vom EU-Programm Youth in Action, dem EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum und dem Kulturministerium des Gebietes Perm.

12) 6./7. Juni: Russlandtage an der Alice Salomon Hochschule Berlin

Die Alice Salomon Hochschule Berlin (ASH Berlin) veranstaltet im Rahmen des Deutsch-Russischen Jahres der Bildung, Wissenschaft und Innovation 2011/12 am 6. und 7. Juni 2012 in Berlin-Hellersdorf besondere Russlandtage. Im Fokus der Veranstaltung stehen Studien- und Praktikumsmöglichkeiten in der Russischen Föderation und insbesondere der deutsch-russische Doppelmaster Internationales Sozialmanagement, der seit 2011 von der ASH Berlin in Kooperation mit der Südlichen Föderalen Universität Rostow am Don entwickelt wird und ab 2013 angeboten werden soll. Weitere Informationen dazu HIER.

13) 20 Jahre DRA – Teil III: 1996-1997

Anfang 1996 starten der DRA und Memorial St. Petersburg, gefördert von der EU, eine NGO-Kontaktagentur in Nordwestrussland. Ein Talonsystem soll zum Austausch von Dienstleistungen unter NGOs führen und ihre Vernetzung fördern. Im Sommer 1996 beginnen der DRA und die Soldatenmütter St. Petersburg ein Jahresprojekt zu Menschenrechtsverletzungen in der russischen Armee mit Seminaren, Rechtsberatung und dem Aufbau eines Monitoringsystems. Im Februar nimmt der DRA zudem seine Arbeit in Novosibirsk auf. Die Leitung hat Jochen Töpfer, Partner ist das NGO-Unterstützungszentrum Sib-Novo-Zentr. Ziel ist u.a. die Beratung örtlicher NGOs und Hilfe bei Organisationsgründungen. Am 29. Juli wird in der Stadt der DRA-Mitarbeiter Michael Meisinger von Mitgliedern einer Jugendgruppe ermordet. Zuvor hatte das Büro zeitweise Akzeptanzprobleme bei einigen lokalen NGOs. In St. Petersburg gerät der DRA unter Druck, weil er einen der Spionage angeklagten russischen Offizier politisch unterstützt. Beides zwingt den DRA im Herbst 1996 zu einer Neupositionierung. Er verkleinert kurzfristig die Büros in Russland, entlässt Partnerorganisationen in die juristische Eigenständigkeit und konzentriert sich auf die Entwicklung von Austauschprojekten sowie Kontakten und Know-How für NGOs. Der Schritt findet bei einigen russischen Partnern ein ambivalentes Echo – das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe steht für sie gegen den Wunsch nach weiterer Anleitung. Zwei Broschüren über deutsche Partner der Stadt Wolgograd und über die Probleme und Selbsthilfeorganisationen von Flüchtlingen und Zwangsumsiedlern in Russland erscheinen. Im Herbst 1996 beginnt die langjährige Partnerschaft mit der Umweltinitiative Baikalwelle Irkutsk. Deren erster deutscher Praktikant, Matthias Morgner, leitet anschließend die DRA-Freiwilligenprojekte. Zeitgleich läuft das Pilotprojekt »Praktika« mit der Stiftung West-Östliche Begegnungen, das bis 1997 sechs deutsche und fünf russische NGOs mit verwandten Arbeitsgebieten durch Entsendung und Aufnahme von jungen MitarbeiterInnen verbindet. Im März 1997 startet der DRA, nunmehr fünf Jahre alt, seine Tätigkeit in Perm, u. a. in Kooperation mit dem Freiwilligendienst Prikamia. Im Juli beginnen der DRA und das Uralzentrum zur Unterstützung von NGOs (UZPNGO) ein Projekt zur intensiveren Kooperation von NGOs und lokalen Verwaltungen in der Stadt. – Teil IV folgt im nächsten Newsletter.