DRA Newsletter Juni-Juli 2017


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

auch in Belarus war und ist der DRA immer wieder aktiv! Ein neues Projekt schlägt nun Brücken zwischen den Zivilgesellschaften von Russland, Belarus und Deutschland: Die Fortsetzung des Programms "Independent Resources for Civil Society!", in dem schon 2016 russische NGOs – vor allem zu Finanzierungsfragen – weiterqualifiziert wurden, bezieht in diesem Jahr auch zivilgesellschaftliche Akteure aus Belarus ein und fördert so über die Professionalisierung der NGOs hinaus auch den grenzüberschreitenden Austausch.

Lesen Sie in unserem sommerlichen Newsletter mehr dazu und über unsere zahlreichen weiteren Aktivitäten!

Noch eine Bitte in eigener Sache: Für sechs vom DRA zu einem Freiwilligendienst nach Berlin vermittelte Stipendiat/innen der Marion Dönhoff Stiftung suchen wir im Zeitraum 1. September 2017 – 8. Februar 2018 dringend Unterkünfte. Für jeden Vorschlag oder Hinweis danken wir Ihnen schon jetzt sehr herzlich! Auch dazu finden Sie im Newsletter nähere Angaben  

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

 

Ihr Stefan Melle (Geschäftsführer)

 

Jetzt spenden!

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Inhalt

1) Der DRA bittet um Ihre Spende – nutzen Sie neue Möglichkeiten der Unterstützung!

Ohne Spenden ist die Arbeit des DRA nicht möglich: Zwar werden die meisten unserer Projekte von Zuwendungsgebern gefördert, denen an dieser Stelle erneut unser Dank gilt. Dabei ist aber fast immer auch ein Eigenanteil aufzubringen, und Finanzierungsbedarf besteht auch für wichtige eigene Veranstaltungen und Initiativen des DRA, für die Vorbereitung neuer Projekte sowie für laufende Kosten wie Miete, Öffentlichkeitsarbeit – nicht zuletzt dieser Newsletter! –, Versicherungen und Buchhaltung.

Wenn Ihnen die Ziele und die Arbeit des DRA am Herzen liegen, haben Sie ab sofort weitere Möglichkeiten der Unterstützung – über die bisherigen Optionen auf der DRA-Spendenseite(direkte Einzelspende oder Fördermitgliedschaft) hinaus:

Erste Möglichkeit: DRA auf betterplace.org!

Der DRA hat auf der etablierten Crowdfunding-Webseite betterplace.org eine neue Spendenkampagne eröffnet. Hier können Sie ganz unkompliziert und direkt einen frei wählbaren Betrag spenden. Auch die Einrichtung monatlicher Spenden ist möglich. Wir stellen auf betterplace.org die Arbeit des DRA vor und verdeutlichen, was genau Ihre Einzelspende möglich macht. Betterplace verzichtet bei gemeinnützigen Projekten auf eine Provision, Spender/innen können aber selbst entscheiden, ob sie auch betterplace.org finanziell unterstützen möchten.

Zweite Möglichkeit: DRA beim Einkauf ohne Zusatzkosten boosten!

Wenn Sie oft oder gelegentlich online einkaufen oder Reisen buchen, können Sie dabei Spenden für den DRA generieren, ohne dass Ihnen Mehrkosten entstehen. Das gemeinnützige „boost-project“ bietet die Möglichkeit, Gelder, die üblicherweise von Unternehmen als Provision für Referral-Links ausgezahlt werden, einem gemeinnützigen Zweck zukommen zu lassen. Je nach teilnehmendem Onlineshop werden mehrere Prozent des Einkaufswerts an den DRA weitergeleitet. Wenn Sie den DRA auf diesem Weg unterstützen möchten, können Sie ein Browser-Add-on installieren, das Sie automatisch an die Spendenmöglichkeit erinnert – oder Sie nehmen vor dem Einkauf einen kleinen Umweg über das Boost-Profil des DRA, wo man teilnehmende Shops auswählen kann.

Wir danken schon jetzt sehr herzlich für jede finanzielle Unterstützung und bitten Sie zugleich darum, auch andere auf die neuen Spendenmöglichkeiten zugunsten des DRA hinzuweisen!

2) Europäische NGOs gemeinsam für die Überwindung des Konflikts im Donbass: Expertentreffen in Berlin, Seminar in Kooperation mit OSZE und CSP in Warschau

Zur Erörterung der NGO-Plattform Donbass CivilMPlus fanden im Juni im Rahmen des DRA-Projekts „Dialog für Verständigung und Recht: Europäische NGOs gemeinsam für Konfliktbewältigung im Donbass“ in Berlin und Warschau Arbeitstreffen statt, an denen Vertreter/innen von NGOs aus der Ukraine, Russland und anderen europäischen Ländern teilnahmen.

Die neue Europäische Plattform CivilMPlus ist ein interdisziplinärer Zusammenschluss von NGOs, die sich mit der Donbass-Problematik befassen, und wurde 2016 von zivilgesellschaftlichen Akteuren aus der Ukraine, Russland, Deutschland, Polen, Tschechien, den Niederlanden, Frankreich, Belarus und der Schweiz gemeinsam auf den Weg gebracht. Dazu fanden im Mai und November 2016 Arbeitstreffen statt, deren Koordination der DRA übernommen hatte. In Berlin kam am 13.–15. Juni der engere Kreis der Initiativgruppe von CivilMPlus zusammen, um gemeinsame Ziele, künftige Strukturen, thematische Schwerpunkte und die nächsten Arbeitsschritte zu besprechen.

Das Treffen in Warschau am 26.-28. Juni wurde vom DRA in Zusammenarbeit mit dem NGO-Netzwerk „Civic Solidarity Platform“ und dem Office for Democratic Institutions and Human Rights(ODIHR) der OSZE organisiert. Es versammelte rd. 40 NGO-Vertreter/innen aus der Ukraine und anderen europäischen Ländern sowie rd. 20 Mitarbeiter/innen der OSZE und der Außenministerien Deutschlands und Frankreichs. Die Teilnehmer/innen befassten sich in Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Aspekten des Konflikts im Donbass und diskutierten mögliche Strategien, mit denen eine international zusammenwirkende Zivilgesellschaft zur Überwindung des Donbass-Konflikts beitragen könnte. Dabei wurden auch diesbezügliche Möglichkeiten einer besseren Zusammenarbeit mit offiziellen Institutionen (wie z.B. der OSZE) diskutiert.

Wiederholt wurde bei dem Treffen als notwendig unterstrichen, die NGO-Expertise zu Teilaspekten des Konflikts (z. B. in Form gemeinsamer Advocacy-Maßnahmen) gezielter zu bündeln. Auch wurde eine stärkere Verknüpfung unterschiedlicher NGO-Aktivitäten (etwa in den Bereichen Friedensarbeit, Schutz der Menschenrechte, humanitäre Hilfe) als zweckmäßig betont. Beide Ansätze entsprechen Kernanliegen der neuen Plattform CivilMPlus. Die Ergebnisse werden Mitte September durch den DRA und seine Partner bei der ODIHR-Jahreskonferenz vorgestellt. Aktuelle Informationen dazu erhalten Sie ab Mitte August auf der DRA-Website und auf Facebook.

Förderer des DRA-Projekts ist das Auswärtige Amt. Das Seminar in Warschau wurde vom französischen Außenministerium über das ODIHR finanziell mit unterstützt.

3) Kriegsfolgen überwinden: Studienreise durch die Ukraine zu Projekten für Binnenvertriebene und Geflüchtete

Im Rahmen der Projektkomponente zur „Integration von Binnenvertriebenen und Geflüchteten“ wurden im DRA-Projekt „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ (Förderung: Auswärtiges Amt) die ersten beiden von drei internationalen Hospitationsreisen durchgeführt. Dabei besuchten zunächst vom 19. - 26. Mai 16 Vertreter/innen zivilgesellschaftlicher Organisationen aus der Ukraine, dem russischen Nordkaukasus, Armenien und Georgien die Regionen Charkiw, Donezk und Tscherkassy sowie Odessa und Kiev und damit fünf Orte in der Ukraine, die in den letzten drei Jahren in besonders hoher Zahl Binnenvertriebene aufgenommen haben. Vom 24.-31. Juli lernten die NGO-Vertreter/innen in Georgien erfolgreiche Integrationsprojekte von zehn georgischen NGOs u.a. in Tbilissi, Sugdidi, Kutaissi und Batumi kennen.

Der in Poti ansässige regionale TV-Sender „Der neunte Kanal“ hat am 28. Juli Eindrücke von einem der NGO-Treffen und Ausschnitte aus Interviews mit der georgischen Reiseteilnehmerin Kristina Kilanava (NGO „Imedi“), der Vertreterin des ukrainischen Hauptprojektpartners, Nadezhda Khomenka (Kraina vylnych ljudej), und der Projektleiterin des DRA, Maria Slesazeck, ausgestrahlt. Der Beitrag (Russisch, Georgisch) ist über die Website des Projekts sowie über youtube abrufbar.

In allen vier Herkunftsländern der Reiseteilnehmer/innen sind es vor allem zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich um die humanitären und psychosozialen Belange von Binnenvertriebenen und Geflüchteten kümmern. So konnten die in der Ukraine aufgesuchten NGOs ihren Kolleg/innen zahlreiche Beispiele erfolgreicher Integrationsprojekte aus drei Jahren der Konfliktbearbeitung vorstellen. Gemeinsam diskutiert wurden Arbeitserfahrungen, Ansätze und Methoden und denkbare zusätzliche Strategien, die geeignet wären, sozialen Spannungen zwischen Vertriebenen und Aufnahmegesellschaften entgegenzuwirken bzw. sie zu verhindern.

Der DRA organisierte die Hospitationen zusammen mit seinen Projektpartnern in der Komponente „Integration von Binnenvertriebenen und Geflüchteten“ - dem Fond Suchumi (Georgien), der Caritas (Armenien) und der NGO Krajna vilnykh ljudej (Kramotorsk/Ukraine).

Die Teilnehmer/innen werteten den Wissenszuwachs und Erfahrungsaustausch durch die Reise sehr positiv und sind nun bereits hinsichtlich möglicher Kooperationen im Gespräch. Eine dritte Hospitationsreise zum selben Thema nach Armenien wird folgen.

Weitere Informationen zu den Bildungsreisen (UkraineGeorgien) und zum Projekt HIER.

4) Ausbildung von Multiplikator/innen für regionale NGO-Zentren in Russland und Belarus

In Belarus fand nahe Gomel vom 25 - 28. Juni ein „Training für Trainer/innen“ statt, das der DRA im Rahmen seines Projekts „Independent Resources for Civil Society! Mehr Unabhängigkeit durch mehr Know-How für NGOs und Bürgerinitiativen in Russland und Belarus“ gemeinsam mit seinen Partnern, dem CRNO (Zentrum zur Entwicklung von NGOs)/St. Petersburg und der NGO „Soziale Projekte“/Gomel organisiert hatte. Die 13 Teilnehmer/innen kamen aus Russland und Belarus.

Die Veranstaltung bildete ein Modul zu der im Projekt durchgeführten Ausbildung von Multiplikator/innen für eine Tätigkeit in künftigen regionalen NGO-Beratungsstellen. Die beiden aus Russland angereisten Trainerinnen berücksichtigten dabei nicht zuletzt die unterschiedlichen Bedingungen der NGO-Arbeit in Russland bzw. Belarus. Von den Teilnehmer/innen sind mehrere schon jetzt in verschiedenen Regionen Russlands in NGO-Netzwerk- und Anlaufzentren tätig, so in Irkutsk, Pensa, Novgorod, St. Petersburg, im Leningrader Gebiet und in Karelien.

Vorausgegangen waren bereits zwei Online-Seminare sowie ein Arbeitstreffen während der Konferenz „White Nights of Fundraising“ (St. Petersburg, 22.-25. Mai 2017). Alle Teilnehmer/innen beginnen bereits während der Ausbildung mit der Umsetzung des Gelernten und stellen ihre Ideen untereinander zur Diskussion. Vorgesehen sind noch ein Abschluss-Webinar im Spätsommer 2017 sowie eine Studienreise nach Deutschland im Herbst 2017 zu Fundraisingmethoden und -erfahrungen deutscher NGOs.

Das Projekt wird vom Auswärtigen Amt gefördert. Der DRA muss jedoch einen Eigenanteil aufbringen. Wir bitten daher herzlich um Spenden, die gezielt in die Multiplikatorenausbildung fließen. Möchten Sie mithelfen, den NGO-Vertreter/innen aus Russland und Belarus die Studienreise nach Berlin zu ermöglichen – z. B. indem Sie einen Tagesfahrschein für den ÖPNV oder eine andere konkrete Summe übernehmen? Genaue Infos und Spendenmöglichkeit HIER.

5) Von Rogatschov nach Gomel - belarussische NGOs engagiert für nachhaltige Entwicklung

Das Treffen, an dem auch der Leiter der Kreisverwaltung Aleksej Zabischevskyj teilnahm, wurde genutzt, um die Lage im sozialen Bereich, in der Bildung und Ökologie zu analysieren und Lösungsvorschläge anzustoßen. Dazu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Gewinner/innen zwei Miniprojekte durchführen können. Angesprochen sind auch Schülerinnen, sie können Ideen zum Thema „Meine Region in 5 Jahren“ einreichen.

Das nächste Treffen ist im August geplant – wir werden berichten! Das Projekt wird im Rahmen des Programs Belarus der Internationalen Bildungs-und Begegnungsstätte (IBB) gefördert. Weitere Informationen siehe auch HIER.

6) DRA entsandte russische und belarussische Umweltschützer/innen zu World Heritage Watch-Konferenz

Unmittelbar vor der 41. Sitzung des Welterbekomitees der UNESCO in Krakau (2.-12. Juli) fand am selben Ort vom 30. Juni – 1. Juli zum vierten Mal das „Internationale Forum der Zivilgesellschaft zum Welterbe“ (Organisator: World Heritage Watch) statt.

Im Rahmen seines Programms „Klima- und Umweltschutz in Osteuropa“ (Partner: RNEI/Russland, Eсodiya/Ukraine; Förderung: Brot für die Welt) ermöglichte der DRA vier Naturschützer/innen aus Russland und Belarus die Teilnahme an der NGO-Konferenz sowie an der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees. Alle vier engagieren sich für den Schutz einer Weltnaturerbe-Stätte, deren aktuellen Zustand sie auf dem Forum schilderten. Dabei sprach Dmitrij Schevtschenko (NGO EkoVachtа) zum Welterbe-Schutzreservat Westkaukasus, das durch die Olympischen Spiele in Sotschi 2014 beschädigt wurde und nun durch weitere Tourismus-Entwicklungspläne gefährdet ist; Oxana Engojan zu den „Goldenen Bergen des Altai“; wo derzeit eine Erdgasleitung nach China quer durch das Schutzgebiet gelegt wird; Sergej Simonov über die Wassergefährung im Baikalsee und Georgij Kozulko zum belarussischen Teil des Białowieża-Urwalds, der aktuell durch Rodungen auch auf polnischer Seite angegriffen wird (vgl. dazu HIER und HIER). Außerdem verfassten sie Beiträge für den Konferenzband und hatten Entwürfe zu Resolutionen vorbereitet, die auf dem Forum angenommen wurden. Damit brachten sie wichtige, unabhängige Informationen in die Zustandsberichte ein, die auf der Sitzung des UNESCO-Welterbekomitees besprochen wurden, und trugen so zu einem verstärkten Schutz der vier Weltnaturerbe-Stätten durch die UNESCO bei. Die Leiterin des DRA St. Petersburg (NRO), Elena Belokurova, half zum wiederholten Male umfangreich bei der Vorbereitung der Konferenz.

Insgesamt kamen zu dem internationalen NGO-Forum, das von einem internationalen Netzwerk zivilgesellschaftlicher Organisationen und Initiativen organisiert wird, dieses Mal rund 80 Teilnehmer/innen aus 27 Ländern und von allen Kontinenten. Die verabschiedeten 22 Resolutionen zur Mitwirkung der Zivilgesellschaft am Schutz des Welterbes und einzelner, besonders gefährdeter Objekte wurden dem UNESCO-Welterbekomitee im Rahmen seiner Sitzung offiziell überreicht.

Konferenzprogramm und Konferenzband (World Heritage Watch Report 2017, englisch, mit Fotos) HIER.

7) DRA unterstützte Festival zu erneuerbaren Energien in Kiev

Mit Unterstützung des DRA-Programms „Umwelt- und Klimaschutz in Osteuropa“ fand am 24. Juni in der ukrainischen Hauptstadt das „ReAction - Festival für eine sonnige Zukunft“ statt. Organisator war die DRA-Partnerorganisation EcoAction (Ecodiya), Kiev.

In der Ukraine zu 100 Prozent erneuerbare Energien nutzen: Wie lässt sich das verwirklichen? Das war die Leitfrage, die Fachleute, engagierte Umweltschützer/innen und allgemein Interessierte auf dem Festival intensiv erörterten. Dabei ermöglichte der DRA auch einen Expertenbeitrag aus Deutschland: Christoph Rinke von BürgerEnergie Berlin berichtete über die in Deutschland gesammelten Erfahrungen beim Aufbau von Energiegenossenschaften. Fotos zum Festival HIER, ausführliche Informationen (auf Ukrainisch) HIER.

8) Studienreise für Schlüsselakteure aus der Ukraine zu Transformationsprozessen von Kohleregionen

Unter Federführung der Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) Berlin und des Kiewer Büros der HBS kamen vom 3.-6. Juli 13 Fachleute aus der Ukraine zu einer Studienreise nach Berlin und ins Ruhrgebiet. An der inhaltlichen und organisatorischen Vorbereitung der Reise hatte die Leiterin des DRA Programms „Umwelt- und Klimaschutz“, Judith Kiss, umfassend mitgewirkt. Die teilnehmenden Parlamentsabgeordneten und Vertreter/innen der Kommunalpolitik, des Energieministeriums, der Medien und der Zivilgesellschaft informierten sich in Deutschland zu der Frage, wie ein Strukturwandel von Kohleregionen auf sozialverträgliche, wirtschaftlich erfolgreiche und ökologisch verantwortungsvolle Weise verwirklicht werden kann.

In Berlin, Essen und Düsseldorf sprachen die Reiseteilnehmer/innen mit Expert/innen aus Politik, Wirtschaft, Medien und Bürgergesellschaft zu Transformationserfahrungen, die im Ruhrgebiet und in der Lausitz gemacht wurden. Zu den Schwerpunktthemen gehörten die Chancen, die sich durch alternative Produktions-, Versorgungs- und Arbeitsmärkte ergeben, die Rolle integrativer regionaler und interregionaler Politik- und Wirtschaftsförderansätze, die Bedeutung von Investitionen in die Bereiche Bildung, Innovation sowie klein- und mittelständisches Unternehmertum u. a. m. Dazu kamen wichtige Impulse hinsichtlich transparenter Entscheidungsprozesse und der unverzichtbaren Einbeziehung der Bevölkerung. Deutlich wurde nicht zuletzt auch die Notwendigkeit einer langfristigen, u. U. mehrere Jahrzehnte umfassenden Planung des grundlegenden Strukturwandels einer ganzen Region.

Die von der Kohle geprägten Regionen in der West- und Ostukraine stehen unter Transformationsdruck. Aus wirtschaftlichen und klimapolitischen Gründen soll die Wirtschaft dort diversifiziert und sollen zukunftsfähige Alternativen zum angeschlagenen Kohlesektor und für die Energieversorgung der Ukraine entwickelt werden. Einem detailliert ausgearbeiteten und umfassenden Transformationsprogramm für die ukrainischen Kohleregionen stehen bislang jedoch behindernde Umstände entgegen, so die schwierige, vom Krieg in der Ostukraine verschärfte Wirtschafts- und Finanzlage des Landes, eine noch kaum etablierte Kultur partizipatorischer Entscheidungsfindungen sowie unzureichende gesetzliche Regulierungsmechanismen.

Weitere Infos zu der Studienreise HIER, Tagungsbericht der HBS (Englisch) HIER.

9) Fußballprojekt Osteuropa: Ausschreibung für weiteres Seminar in Berlin noch bis 6.9. offen – Teilnehmende aus Russland, Ukraine und Belarus

Vom 12.-19. September findet in Berlin im Rahmen des DRA-Projekts zur Fußball-Fankultur und ihren Bezügen zur Offenen Gesellschaft ein weiteres einwöchiges Seminar für junge Sportjournalist/innen sowie aktive Fußballfans und Fanbetreuer/innen statt (Leitung: Ingo Petz und Peter Liesegang). Noch bis übermorgen, 6. August, sind Bewerbungen aus Belarus, der Ukraine und aus Russland für die Teilnahme möglich. Die Ausschreibung finden Sie HIER auf Englisch, HIER auf Russisch.

Die Gäste werden in Berlin die deutsche Fankultur kennen lernen und bei einem Offenen Abend, der sich an Journalist/innen und alle sonstigen Interessierten richtet, aufgrund persönlicher Erfahrungen von der Situation der Fußballfans in ihren Heimatländern berichten. Nach einem weiteren Seminar im Oktober in der Ukraine folgt im November ein Workshop in Berlin, bei dem Fachkräfte aus Deutschland und dem europäischen Ausland Prinzipien der sozialpädagogischen Fanarbeit und Fanprojekte erörtern werden. Die Teilnehmer/innen aus Osteuropa sollen so ermutigt werden, selbst solche Projekte zu initiieren.

Die Seminare finden bereits seit drei Jahren unter dem Dach des DRA und in Kooperation mit dem Fanprojekt Berlin statt. Mit Vorträgen und Fachbegegnungen haben sie bisher bereits über 80 Teilnehmer/innen Einblicke zu Institutionen, Akteuren und zum Umgang zwischen Fangruppen, Vereinen, Verbänden und staatlichen Strukturen ermöglicht und sie so für die Offene Gesellschaft sensibilisiert. Mit Blick auf die Fußball-WM 2018 in Russland wurde das Programm nun mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes erweitert. Im Projekt ist mit Thomas Dudek im Juli 2017 noch ein neuer Mitarbeiter und Kenner des Fußballs wie der Gesellschaften in Osteuropa hinzugekommen. Er wird u.a. ein Medienmonitoring betreuen, das die Wahrnehmung der WM in den osteuropäischen Ländern und die Diskurse rund um die Austragung in Russland spiegelt.

10) Jugendpartizipationsprojekt "Mehr bewegen!": Veranstaltung zu U18-Wahlen in Osteuropa am 21.9.2017, Teilnahme am Förderprogramm "Ukraine Calling"

Am 21. September (18:30 Uhr) findet im Rahmen des DRA-Projektes zur politischen Jugendbildung „Mehr bewegen! – Für eine starke Kinder- und Jugendbeteiligung in Osteuropa“ in der Berliner Landeszentrale für politische Bildung eine öffentliche Podiumsdiskussion statt. Expert/innen aus Deutschland, Russland, der Ukraine und Georgien werden dabei die Besonderheiten der in den vier Ländern durchgeführten Wahlen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (U18-Wahlen) diskutieren. Weitere Informationen dazu folgen auf der Website des Projekts und im nächsten DRA-Newsletter.

Im Oktober sind Multiplikatoren-Workshops für U18-Wahlen, die Präsentation eines Methodenhandbuchs für politische Jugendbildung und ein Kinder- und Jugendforum im Kiewer Stadtrat geplant.

Das Projekt „Mehr bewegen!“ nimmt für den DRA in diesem Jahr außerdem auch am Förderprogramm „Ukraine Calling. Ukraine-Kompetenz im Dialog“ der Europa-Universität Viadrina und der Robert Bosch Stiftung teil. Das Förderprogramm hat zum Ziel, die Ukraine-Kompetenz deutscher NGOs und Kulturorganisationen zu fördern und Anstöße für neue und bereits bestehende Projekte liefern. Vom 22.-25. Juni fand in Kiew das zweite von drei Modulen des Programms statt: In einem dreitägigen Training diskutierten 15 Vertreter/innen der deutschen Zivilgesellschaft mit ukrainischen Expert/innen aus Politik, Kultur und Gesellschaft, erhielten Hintergrundinformationen zu aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und erkundeten unlängst gegründete, innovative Kiewer Institutionen.

Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Auswärtigen Amtes sowie der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft und des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Berlin e.V.

11) DRA-Veröffentlichung zu Transformationsprozessen nach dem Ende des Kommunismus in Osteuropa jetzt auch als ePaper; Druckexemplar kostenlos bestellbar

Die Studie „Mapping Transition in Eastern Europe: Expericence of Change after the End Communism“ ist nun HIER auch als ePaper zugänglich. Die Publikation (96 S.) des vom DRA initiierten und koordinierten Netzwerks "Transition Dialogue" verdeutlicht anhand von Interviews und Analysen, wie unterschiedlich Menschen in Russland, Bulgarien, der Ukraine, Kroatien, Deutschland und Rumänien die Veränderungen in ihren Ländern seit 1990 erlebt haben. Ausführlichere Informationen zur Studie finden Sie im DRA-Newsletter März-April 2017, auf der Projektwebsite stehen zudem zahlreiche Interviews und Berichte zur Transformationszeit.

Ein kostenloses gedrucktes Exemplar der Studie kann per Mail an info@transition-dialogue.combestellt werden (bitte Versandadresse angeben). Die Veröffentlichung wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) gefördert.

12) Berlin: Deutsch-Russischer Runder Tisch zu Law Clinics und zur Ausbildung verantwortlicher Jurist/innen

Als gemeinsame Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und des Moskauer Zentrums für die Entwicklung von Legal Clinics (CODOLC) sowie mit Unterstützung durch das Programm Rechtsdialog (Legal Dialogue) des EU-Russia-CSF fand am 20. Juli in Räumen der KAS in Berlin ein Runder Tisch zur "Ausbildung verantwortlicher Jurist/innen in Deutschland und Russland" statt.

Dabei trafen Expert/innen aus Moskau, St. Petersburg und Nischni Novgorod auf Vertreter/innen studentischer und zivilgesellschaftlicher Rechtsberatung sowie praktizierende Rechtsanwälte aus Berlin. Sie sprachen über die Bedeutung von Legal Clinics für die Jurist/innen-Ausbildung in Russland und Deutschland sowie über mögliche internationale Kooperationen und Synergie-Effekte durch ein Zusammenwirken mit NGOs. Die Moderation übernahmen Polina Baigarova (Leiterin Legal Dialogue) und Stefan Melle (DRA).

Legal Clinics (LC) ermöglichen es Jura-Studierenden, sich unter Anleitung bereits in der Rechtspraxis zu üben – so in der Beratung von bedürftigen Gruppen, wie beispielsweise in den Refugee Law Clinics, oder etwa auch hinsichtlich urheberrechtlicher Fragen, wie in der Humbold Law Clinic Internetrecht (HLCI). Die Teilnehmer/innen des Runden Tisches waren sich einig: LC bringen großen Nutzen - als Baustein einer praxisnahen Jura-Ausbildung, durch die geleistete rechtliche Unterstützung von Bedürftigen und nicht zuletzt auch, indem sie mit Aufklärungsarbeit zur Weiterentwicklung öffentlicher Diskurse beitragen.

In Russland entstanden die ersten LCs Anfang der 1990er-Jahre. Entsprechend weit sind ihre Etablierung und ihre internationale Vernetzung fortgeschritten, letztere erheblich weiter als in Deutschland. Anders als in Russland entstehen in Deutschland viele LC durch Studierendeninitiativen und nicht als Teil des obligatorischen Jura-Programms an den Universitäten, was mehr organisatorische Schwierigkeiten zu Beginn, aber auch mehr Unabhängigkeit bringt.

Das Potential zur Kooperation mit anderen Sektoren, nicht zuletzt mit NGOs, ist in beiden Ländern noch lange nicht gehoben - u.a., wie Christoph König (Refugee Law Clinic Berlin e.V.) erklärte, weil NGOs vor dem Zeit- und Kostenaufwand zurückschreckten, der anliege, bis die Studierenden kompetent beratungsfähig seien. Galina Ambrossimova (Lomonossov-Universität, Moskau) hob hervor, wie viel soziale Arbeit von den LCs dennoch geleistet werde und welch wichtige Einblicke in gesellschaftliche Zusammenhänge den Studierenden so ermöglicht würden.

Ein Teilprojekt des Programms Rechtsdialog gilt dieses Jahr der Unterstützung russischer LCs in der (Weiter)Entwicklung ihrer Arbeit mit Flüchtlingen und Migrant/innen. Weiterhin wird im Rahmen des Programms das online-Journal www.legal-dialogue.org betrieben. Das Programm wird vom DRA unterstützt und vom Auswärtigen Amt finanziell gefördert.

13) Bis zum 20.8. bewerben: Bundesfreiwilligendienst als DRA-Projektassistenz

In Kooperation mit dem Paritätischen Berlin-Brandenburg und den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) betreut der DRA Stellen im Rahmen des Programms Bundesfreiwilligendienst (BFD), das vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) gefördert wird.

Zum 1. November 2017 besetzt der DRA einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst als Projektassistent/in in Vollzeit (40 Wochenstunden) oder Teilzeit (ab 30 Wochenstunden) in seinem Berliner Büro. Schwerpunkt ist die Mitwirkung an gegenwärtigen und zukünftigen Projekten und auf Einsatzgebieten des Vereins. Die Aufgaben umfassen u.a. die Unterstützung der Projekt- sowie der Öffentlichkeitsarbeit, die Website- und Social-Media-Pflege, die Korrespondenz/Kommunikation mit Partnern in Deutschland, Russland, der Ukraine und weiteren Ländern, Zuarbeit zur Datenbankpflege, allgemeines Büromanagement und Recherchen. Vorausgesetzt werden u.a. Interesse an Osteuropa, an politischen und sozialen Fragen in Europa allgemein, an der Arbeit von NGOs und an der internationalen Zusammenarbeit, Flexibilität und Freude an der Arbeit im Team, Deutsch als Muttersprache sowie nach Möglichkeit Englisch- und/oder Russischkenntnisse.

Der Bundesfreiwilligendienst ist betreut und wird monatlich mit bis zu 308 Euro vergütet. Unterbringungskosten in Berlin können vom DRA leider nicht übernommen werden. Bitte schicken Sie uns Ihre Bewerbung (1 PDF-Dokument) bis zum 20. August 2017 per E-Mail an assistenz@austausch.org. Mehr Informationen zur Ausschreibung auf unserer Webseite HIER, allgemeine Informationen zum BFD auf der offiziellen Website des BAFzA bundesfreiwilligendienst.de.

14) Dringend: DRA sucht in Berlin Unterkünfte für Stipendiat/innen (1.9.2017 – 28.2.2018)!

Der DRA betreut in diesem Jahr erneut sechs Stipendiat/innen der Marion Dönhoff Stiftung, die für drei Monate aus Osteuropa nach Berlin kommen, um hier einen Freiwilligendienst in einer gemeinnützigen Organisation zu absolvieren und zusätzlich an einem umfangreichen Bildungsprogramm zu Geschichte, Gesellschaft, Kultur und Politik Deutschlands teilzunehmen. Der Aufenthalt umfasst für je drei der jungen Freiwilligen die Zeit September - November 2017 bzw. Dezember 2017 – Februar 2018.

Unsere Bitte an Sie: Wenn Sie kurzfristig im Zeitraum 1.9.2016 – 28.2.2018 in Berlin eine möblierte Zwei- bis Dreizimmerwohnung oder einzelne Zimmer bereitstellen können (für maximal 300 €/mtl. pro Person) oder aber einen Hinweis auf eine solche Möglichkeit haben, dann melden Sie sich bitte bei assistenz@austausch.org! in Frage kommt eventuell auch eine Vermietung über einen kürzeren Zeitraum (beispielsweise nur je drei Monate). Für Ihre Unterstützung danken wir Ihnen schon jetzt sehr herzlich.

15) Porträtserie zum 25-jährigen Jubiläum des DRA – Wir stellen frühere und heutige Mitarbeiter/innen vor! Diesmal: Judith Kiss

Der DRA begeht in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass stellen wir Ihnen Menschen vor, die den DRA ausmachen und ausgemacht haben, ihn geprägt und mit zahlreichen Projekten lebendig mitgestaltet haben.

Seit fast drei Jahren ist Judith Kiss Leiterin des DRA-Programms „Umwelt-und Klimaschutz in Osteuropa“. Ihre Begeisterung für dieses Arbeitsfeld entdeckte sie schon während ihres Studiums an der Freien Universität Berlin: „Umwelt- und Naturschutzthemen sind vielfältig mit sozialen, politischen und wirtschaftlichen Fragen verknüpft, das macht sie komplex und besonders interessant.“

Judith war zunächst als Vertreterin der Manfred-Hermsen Stiftung im Naturpark „Vulkane Kamtschatkas“ in Russland und bei der Greifswalder Agrarinitiative der Michael-Succow-Stiftung tätig, bevor sie 2015 zum DRA nach Berlin kam. Hier verwirklicht sie zusammen mit Mariia Kryvokhyzhyna und mit Partnern aus Osteuropa und Deutschland – u a. mit dem Deutsch-Russischen Büro für Umweltinformation (RNEI), Ecodiya (UA) oder Green Network (BY) – Projekte zum Umwelt- und Klimaschutz. Deren thematische Vielfalt reicht von der Verkehrs- und Energiewende über den Atom- und den Kohleausstieg bis zu Fragen des Abfallmanagements, Dekarbonisierungsstrategien und dem Erhalt von Schutzgebieten und Ressourcen.

Eine ihrer Aufgaben sieht Judith darin, zivilgesellschaftliche Akteur/innen besser zu vernetzen und ihren Stimmen mehr Gehör zu verschaffen - und das sowohl in den einzelnen osteuropäischen Ländern und im Austausch zwischen ihnen als auch im gesamteuropäischen Kontext, denn, so Judith: „Der Klima- und Umweltschutz ist immer sowohl ein regionales als auch ein globales Thema. Zugleich hängt er eng mit anderen relevanten Fragen zusammen, beispielsweise mit Empowerment, Zugang zu Informationen und Wissen sowie Partizipation und aktiver Demokratie.“

Immer wieder beeindruckt und begeistert ist Judith von der „Kreativität, Vielfalt und Offenheit in der zivilgesellschaftlichen Arbeit sowie der bunten persönlichen Zusammenarbeit mit den internationalen Partnern.“ Und noch etwas motiviert sie in besonderem Maße: „Ein Ziel der Projekte ist es auch, überall die jüngere Generation, also die Gestalter von morgen, einzubinden und sie so - trotz nicht immer einfacher Rahmenbedingungen - konkret an gesellschaftspolitischen Fragen teilhaben zu lassen.“ Selbstverständlicher Teil ihres Engagements ist es nicht zuletzt, ständig neue Projektideen zu entwickeln - für den DRA und seine Partner, für den Umwelt-und Klimaschutz und für eine starke Zivilgesellschaft.