DRA Newsletter Juni 2012


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) NGO-Forum St. Petersburg: Gründungsaufruf für „World Heritage Watch“

110 TeilnehmerInnen aus 21 Ländern weltweit kamen vom 22.-24. Juni in St. Petersburg zum 1. NGO-Forum zum Schutz des Unesco-Weltkultur- und Weltnaturerbes zusammen. Die Veranstalter waren Greenpeace Russland, das Zentrum für Deutschland- und Europastudien der Universität St. Petersburg, Ekom St. Petersburg sowie das DRA-Projekt Russisch-Deutsches Büro für Umweltinformation (RNEI). Die Teilnehmer_innen resümierten, dass immer mehr Welterbe-Stätten durch inkonsequente Politik und ineffektives Management in Einzelstaaten, durch kommerzielle Interessen sowie durch Bürgerkriege und den Klimawandel gefährdet sind. Die Konferenz endete mit fünf zum Teil wegweisenden Resolutionen. So verlangten die Teilnehmer_innen von der Unesco-Welterbe-Kommission, die derzeit in der Neva-Stadt tagt, u.a. verbriefte Rechte für NGOs, lokale Communities und Ureinwohner zur Beteiligung an allen Stadien der Welterbe-Pflege – von der nationalen Nominierung bis zur Entscheidung. Informationen dazu, so eine weitere Forderung, sollten unverzüglich allgemein zugänglich gemacht werden. Der DRA war durch Kristina Smolijaninovaite (Vortrag) und Stefan Melle (Moderation in der Sektion Weltnaturerbe) vertreten und hatte zudem den Berliner Experten Stephan Doempke (NGO People and Nature) eingeladen. Er war Initiator eines Aufrufs der Konferenz an die internationale NGO-Gemeinschaft, ein Netzwerk „World Heritage Watch“ zur zivilgesellschaftlichen Kontrolle und Unterstützung beim Schutz des Welterbes aufzubauen. Ein Schwerpunkt lag auf Russland, in dem die NGOs bisher vergeblich gegen Gefährdungen zahlreicher Naturerbe-Stätten kämpfen. Die Texte der Resolutionen und weitere Informationen zum Forum siehe HIER. Die Umwelt- und Klimaschutzarbeit des DRA wird vom Diakonischen Werk der EKD gefördert.

2) DRA-Projekt RNEI auf dem UN-Gipfel „Rio+20“

Vom 12.-23. Juni nahm Angelina Davydova vom DRA-Umweltprojekt RNEI an der UN-Konferenz für Nachhaltigkeit „Rio+20“ teil. Zuvor hatte sie bereits an der Arbeit des Vorbereitungskomitees mitgewirkt. Auf der Konferenz knüpfte sie Verbindungen zwischen NGOs und Expert_innen aus Russland einerseits sowie aus Deutschland, weiteren EU-Staaten und Ländern der südlichen Hemisphäre andererseits. Zudem moderierte sie ein vom Diakonie-Förderprogramm „Brot für die Welt“ sowie den NGOs Act Alliance und Germanwatch organisiertes Seminar zu Problemen und Perspektiven eines Wirtschaftens mit geringem CO2-Ausstoß in Entwicklungs- und Schwellenländern und den damit verbundenen Chancen der Armutsbekämpfung. Dabei präsentierte u.a. der Klimaschutzexperte Thomas Hirsch eine neue Studie von „Brot für die Welt“ und Act Alliance, die das Thema anhand von Mexiko, Südafrika und Bangladesch näher beleuchtet siehe HIER. An der Veranstaltung nahmen NGO-Expert_innen aus der EU, Afrika, Russland und Kirgisistan teil. Während und nach der Konferenz berichtete Angelina Davydova in mehreren russischen Medien über die Positionierung der offiziellen Delegation sowie weiterer Fachleute aus Russland bei den Verhandlungen. Von besonderer Bedeutung war es dabei, die Ergebnisse der „Rio+20“-Konferenz als Aufmacher der Zeitung „Kommersant“ platzieren zu können. Dieser Text und zahlreiche weitere deutsche und russische Materialien zum Nachhaltigkeitsgipfel sind auf dem DRA-Portal www.RNEI.de/ www.RNEI.ru in einem Dossier gebündelt. Zur Konferenz siehe auch HIER.

3) EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum lädt zum 9./10. Oktober nach St. Petersburg

Das nächste Treffen des EU-Russland-Zivilgesellschaftsforums (EU-Russia Civil Society Forum/CSF) findet am 9. und 10. Oktober in St. Petersburg und damit erstmals in Russland statt. Zur Teilnahme eingeladen sind die Mitgliedsorganisationen des Forums sowie alle anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und Bewegungen aus der EU oder Russland, die an der aktiven Kooperation zwischen beiden Seiten interessiert sind (Ausschreibung in Kürze auf www.eu-russia-csf.org). Besprochen werden sollen auf dem Forum solche Themen wie ein Vergleich des Demonstrationsrechts in Russland und in verschiedenen EU-Staaten, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung, soziale Probleme in der Finanzkrise, die beiderseitigen Visabestimmungen. Zu einigen Bereichen werden Positionspapiere für den nächsten EU-Russland-Gipfel im Dezember vorbereitet. Außerdem werden auf dem Forum zwei russische Mitglieder des Koordinationsrates (Steering Committee) neu gewählt, da Sergey Simak und Alexej Kozlov Anfang Juni wegen Überlastung von ihrer Position zurückgetreten sind. Der Koordinationsrat, dem auch der DRA angehört, beriet vom 17.-19. Juni in St. Petersburg die Pläne des Forums bis Herbst 2013. Dazu gehören bislang 16 Projekte und Themen, wie u.a. die Begleitung der Verhandlungen im Visabereich und zum neuen Partnerschaftsabkommen, zivilgesellschaftliche Wahlbeobachtung, kommunale Bürgerbeteiligung, die Arbeit des Menschenrechtsgerichtshofs und die Umwelt-Kooperation. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen. Mehr Informationen siehe HIER. Zum EU-Russland-Gipfel Anfang Juni hatte das Forum eine Erklärung mit Erwartungen an beide Seiten veröffentlicht (siehe dazu HIER). Das Forum wird derzeit von der EU-Kommission und mehreren privaten Stiftungen unterstützt.

4) Russische Ostseerat-Präsidentschaft – DRA-Engagement für Ostsee-Umweltschutz

Am 1. Juli übernimmt Russland in der Nachfolge Deutschlands die Präsidentschaft des Ostseerates. Damit geht auch der Vorsitz im Ostseenetzwerk der Nichtregierungsorganisationen an die russischen NGOs. Die Koordination übernimmt die NORDEN Association St. Petersburg. Zu den wichtigsten derzeit anliegenden Aufgaben gehört die Organisation des 11. NGO-Ostseeforums, das Anfang 2013 in St. Petersburg stattfinden wird. Wie Darja Akhutina, Direktorin von NORDEN St. Petersburg, auf dem Koordinierungstreffen des Netzwerks Mitte Juni in Kopenhagen mitteilte, wurde das unter dem Motto „Toleranz und kulturelle Vielfalt“ stehende NGO-Treffen bereits in die offizielle Agenda des russischen Außenministeriums für die Ostseeratspräsidentschaft aufgenommen. Der DRA unterstützt die NGO-Kooperation im Ostseeraum schwerpunktmäßig bei den Themen Umweltschutz und Klimaanpassung und beteiligt sich unter anderem an der Vorbereitung eines Umweltworkshops im Rahmen des geplanten NGO-Forums. Unterdessen hat Russlands stellvertretender Premierminister Igor Schuvalov auf dem Gipfeltreffen des Ostseerates am 30./31. Mai in Stralsund den Umweltschutz und die Energiesicherheit als die Themen herausgestellt, die seinem Land bei der Zusammenarbeit im Ostseeraum die wichtigsten seien. Welche Bedeutung Moskau dieser Kooperation tatsächlich beimisst, bleibt allerdings fraglich, da bei diesem Treffen der Regierungschefs der russische nicht anwesend war.

5) Jugend- und Familienhilfe: Berliner Fachkräfte in Ischevsk

Im Rahmen des jährlichen Fachkräfteaustauschs, den der DRA in Kooperation mit dem Jugendministerium Udmurtiens durchführt, besuchte vom 17.-24. Juni eine von Holger Löbell (DRA) geleitete Expertengruppe aus Berlin die Hauptstadt der russischen Teilrepublik. Nach Ischevsk fuhren dieses Mal, gemäß den vereinbarten Kooperationsthemen, Richard Meißner, Koordinator der therapeutischen Wohngruppe „Koralle“, Jochen Gollbach, Leiter der Freiwilligenagentur Marzahn-Hellersdorf, Ursula Röhr, Leiterin des Projekts „Arbeit statt Strafe“ des Berliner Trägers „Mittendrin in Hellersdorf e.V.“, sowie die Sozialpädagogin Helga Thalhammer von der „Initiative für Berliner Einzelfall- und Familienhilfe e.V.“. Alle vier nahmen erstmals am Fachkräfteaustausch zwischen Berlin und Udmurtien teil. In Ischevsk konnten sie sich bei verschiedenen Trägern der Jugendhilfe mit den dortigen Kolleg_innen über ihre Arbeit austauschen und Einblicke in die Jugend- und Sozialarbeit in Russland gewinnen. Zu den Neuerungen der russischen Seite gehört die Einführung eines Programms für die Betreuung straffälliger Jugendlicher durch Ehrenamtliche. Dem gegenüber stand jedoch, viel diskutiert, ein in Ischevsk ebenfalls besuchtes quasimilitärisches Erziehungslager, in dem solche Jugendliche nicht zuletzt für die Armee vorbereitet werden. Der Gegenbesuch von fünf russischen Fachkräften dieses Arbeitsbereichs sowie des udmurtischen Jugendministers Vladimir Solovjov in Berlin ist für Ende Oktober 2012 vorgesehen. Der begonnene Dialog soll dann insbesondere bei Treffen in den vier Einrichtungen fortgesetzt werden, die dieses Mal MitarbeiterInnen nach Ischevsk entsandten. Der Fachkräfteaustausch wird von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin unterstützt.

6) Professija.DE: Sieger des Wettbewerbs „Meine Idee für unsere Stadt“ ausgezeichnet

Am 1. März 2012 startete das DRA-Projekt Professija.DE den Wettbewerb "Meine Idee für unsere Stadt". Er richtete sich an russischsprachige Unternehmerinnen und Unternehmer in den Projektstädten Leipzig, Rostock und Potsdam und hatte zum Ziel, ihr gesellschaftliches Engagement in der jeweiligen Region zu stärken und ihre Zusammenarbeit mit Vereinen und gemeinnützigen Initiativen vor Ort zu fördern. Die 25 eingegangenen Beiträge wurden in jeder Stadt von einer Fachjury bewertet. In Rostock ging der erste Preis an die freiberufliche Dolmetscherin und Existenzgründerberaterin Inna Kirsanova für ihre Idee der „Gründung eines Upcycling-Ateliers“. Die Leipziger Jury entschied sich für das von Swetlana Reiche (Kontaktlinsenversand Lensspirit GmbH) eingereichte Konzept der Erteilung von „Schulunterricht zum Thema ‚Korrektes Sehen und Risikovermeidung’“. In Potsdam kam der Fliesenleger Pavel Altman mit seiner Idee „Dekorative Raumgestaltung in Kinderheimen und Kitas“ auf den ersten Platz. Für die Siegerideen gab es jeweils ein Preisgeld von 1.000 Euro, mit dem die Realisierung der Projektideen unterstützt wird. Die feierliche ganztägige Auszeichnungsveranstaltung, zu der auch eine thematische Stadtführung gehörte, fand am 16. Juni in Berlin im Art-Café Aviator statt. Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmer_innen und bei den Jurymitgliedern für ihr Interesse und ihre Mitwirkung und wünschen den Gewinner_innen viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Projektideen! Professija.DE wird durch das Bundesprogramm „XENOS – Integration und Vielfalt“ gefördert.

7) Hauptstadt-Partnerschaft: Moskauer Jugendgruppe zu Gast in Berlin

Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Moskau besuchte vom 6.-13. Juni eine Jugendgruppe des Moskauer Jugendzentrums „Sosvesdije“ Berlin. Der DRA hatte im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft das Programm organisiert und betreute die Gäste auch während ihres Aufenthalts. Im Mittelpunkt stand die Begegnung mit Berliner Jugendlichen, verwirklicht durch gemeinsame Tanzworkshops im Jugendzentrum Betonia des Kinderrings e. V. in Berlin-Marzahn sowie einen deutsch-russischen Hip-Hop-Track über die Tage in Berlin, der beim vereinseigenen Musiklabel „Gangway Beatz“ von Gangway e.V. entstand. Dazu kam eine Tanzpräsentation bei den Deutsch-Russischen Festtagen am 10. Juni in Berlin-Karlshorst. Weitere wichtige Programmpunkte waren Besuche der Jugendmesse YOU sowie der United Games of Nations im Fez Berlin, einer internationalen Veranstaltung, bei der sich Jugendliche aus etwa 15 Ländern mit Themen wie Demokratie, Bürgerbeteiligung und interkultureller Dialog auseinandersetzten. Als nächste vom DRA betreute Maßnahme im Rahmen der Städtepartnerschaft findet vom 15.-30. Juli in Berlin eine weitere Jugendbegegnung mit VertreterInnen der Moskauer städtischen Zentrums für Methodik der Sozialarbeit und Pädagogik statt.

8) Rechtsstaat und soziale Gerechtigkeit einen: Ein Abend über Stanislav Markelov

„Eine Frage des Überlebens. Stanislaw Markelow über Rechtsstaat und Rechtsbruch, Nationalismus und Neonazismus und soziale Bewegungen in Russland“: So lautet der Titel eines kürzlich vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und dem DRA veröffentlichten Buches, das beide am 18. Juni in den Räumen des European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR) in Berlin-Kreuzberg vorstellten. Die Mitherausgeberin Ute Weinmann sowie Alexander Bikbov, Soziologe, die beide mit Stanislav Markelov persönlich bekannt waren, sprachen über ihn und seine Arbeit, seine sozialen Projekte, seine politische Einstellung und seine Ermordung durch russische Neonazis am 19. Januar 2009. Ute Weinmann betonte, die grundsätzliche Bedeutung des gewaltsam abgebrochenen Werkes von Markelov liege vor allem in seinem übergreifenden Engagement sowohl als anerkannter Menschenrechtsanwalt als auch in linken Projekten und für die Entwicklung einer Rechtskultur. Es sei in dieser Komplexität schwer fortzusetzen. Für Alexander Bibkov ist eines der zentralen Anliegen Markelovs – die Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit bei gleichzeitiger Entwicklung von Gerechtigkeit und sozialem Ausgleich – eine entscheidende Forderung auch für die heutige Gesellschaft in Russland und vielen anderen Ländern. Leider, so habe das von ihm koordinierte unabhängige Interview-Projekt „NII Mitingov“ unter Teilnehmer_innen der oppositionellen Proteste ergeben, würden diese ausschließlich politische Rechte einfordern, etwa die nach freien Wahlen. Zugleich hätten die Interviews aber gezeigt, dass die DemonstrantInnen auf friedliche Proteste setzten und keineswegs gewalttätige Revolutionäre seien, wie die Regierungspropaganda dies suggeriere. Nach der Veranstaltung bestand die Möglichkeit zum Meinungsaustausch mit den Referenten und den Veranstaltern im engeren Kreise. Die Publikation des Buches wurde realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Marion-Dönhoff-Stiftung. Es kann beim Bildungswerk unter der Mailadresse info@bildungswerk-boell.de kostenlos angefordert werden.

9) Praktikum Juli/August-Oktober 2012 zu „EU-Russia Civil Society Forum“

Der DRA hat kurzfristig und bis zum 31. Oktober eine Praktikumsstelle zu besetzen, die im Bereich der Mitwirkung des DRA am EU-Russia Civil Society Forum (CSF) angesiedelt ist. Geboten werden die Mitarbeit in einem kleinen dynamischen Team und Einblicke in die Bereiche: internationale Projektarbeit, Veranstaltungs- und Projektmanagement, Recherche, Übersetzung (Englisch-Russisch), Verwaltung/Büroarbeit sowie PR (Website, soziale Medien). Zu den Voraussetzungen gehören gute Englisch- und Russischkenntnisse sowie eine hohe Motivation für das Thema der internationalen zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit. Bewerbungen sind bis zum 6. Juli möglich.

10) 20 Jahre DRA - Teil IV: 1998-1999

Am 18. April 1998 erhält der DRA für sein Engagement darin, Bürgerinnen und Bürger in Russland beim Aufbau demokratischer Gesellschaftsstrukturen zu unterstützen, die „Theodor-Heuss-Medaille“ aus den Händen der früheren Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher und des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Die Auszeichnung hilft dem DRA, als kompetente Organisation Unterstützung für seine Projekte in Osteuropa zu finden. Am 12. Juni 1998 wird im Haus der Demokratie Berlin der vom DRA produzierter Fernsehfilm „Neues Land, neues Leben“ über die Integration von Migrantinnen in drei europäischen Ländern vorgestellt. Mehrere Veranstaltungen schließen bis Ende 1998 ein dreijähriges DRA-Programm zur Stärkung von NGOs in Sibirien und im Ural ab. Im Juni behandeln zwei Seminarzyklen in Perm das Verhältnis von Menschenrechten und Sozialcharta. Die Mitarbeiter des Permer NGO-Unterstützungszentrums unternehmen eine Studienreise nach Berlin, Hannover und Straßburg. Internationale Konferenzen im September und Dezember in Perm widmen sich der „Entwicklung von Sozialverträgen als Element einer Zivilgesellschaft“ und den „Frauen in Wirtschaft und Gesellschaft“. Ein Verzeichnis von Jugendorganisationen der Stadt erscheint. An das Programm schließt ein EU-Projekt für die bessere Kooperation lokaler Selbstverwaltungen und NGOs in Perm, Novosibirsk und St. Peterburg an. Im Herbst 1998 verteilt der DRA im Auftrag des Diakonischen Werks angesichts der schweren Wirtschaftskrise nach der Zahlungsunfähigkeit Russlands und einer massiven Rubel-Entwertung Lebensmittelpakete an Flüchtlinge und Rentner in St. Petersburg. Im Februar 1999 beginnt der Verein den Aufbau einer Europäischen Freiwilligenagentur, die bis 2005 von der Robert Bosch Stiftung gefördert wird. Sie startet mit der Entsendung von 16 Freiwilligen nach Russland und einer Seminarreihe zum Freiwilligenmanagement für russische NGOs. Wenig später reisen erstmals russische Praktikanten über den DRA zur Arbeit bei Bürgerinitiativen nach Deutschland. Im April 1999 bezieht der DRA Berlin ein neues Büro in der Brunnenstraße 181 im Stadtbezirk Mitte. Das erste Volgograder Kinofest des DRA zeigt im Mai deutsche und russische Filme der 90er-Jahre. Im Juli entsteht in einem Plattenbaugebiet in Weimar, organisiert vom DRA, ein Spielplatz aus Naturmaterialien. Ein Jahr später folgt ein gleiches Projekt in Perm. Eine Austauschreise zum Thema Altenbildung vereint im Herbst je zehn Teilnehmer der Seniorentheater Bremen und Kurgan. Die 5. Deutsch-Russischen Herbstgespräche in Berlin erörtern im November die Frage „Russland in der Dauerkrise?“ – die soziale Situation hat sich seit 1997 stark zugespitzt, immer heftigere Kämpfe im Nordkaukasus führten im Sommer 1999 zur Einsetzung von Vladimir Putin als Premierminister, der nach der Explosion mehrerer Wohnhäuser in Moskau den 2. Tschetschenienkrieg beginnt und am 31. Dezember von Boris Jelzin zum Nachfolger im Präsidentenamt ernannt wird - ein Epochenwechsel. – Folge V zu den Jahren 2000-2001 folgt im Newsletter Juli/August.