DRA Newsletter Juli - August 2013


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) „Mama, ich bringe dich um“– 29.8., 19.30 Uhr, WABE Berlin: Film und Diskussion zu Heimkindern in Russland

Im Rahmen ihrer gemeinsamen Veranstaltungsreihe „ostEUROPA bewegt“ präsentieren der DRA, iDecembrists e.V. und Werner Schulz (MdEP) am 29.8., 19.30 Uhr, im Berliner Kulturzentrum WABE den Dokumentarfilm über Waisenkinder in Russland „Mama, ich bringe Dich um“ („Mama, ja ubju tebja“; 2013) mit anschließender Diskussion unter dem Titel „Heimkinder in Russland: Von der Politik vereinnahmt, von der Fürsorge ausgespart?“ Im Mittelpunkt stehen dabei u.a. folgende Fragen: Welche Chancen und Probleme haben Heimkinder in Russland, welcher Reformbedarf besteht beim Umgang mit ihnen, und inwiefern sind sie Spielball politisch motivierter Entscheidungen? Wie hat sich ihre Situation seit dem Adoptionsverbot für US-Bürger (Ende 2012) und Homosexuelle verändert? Welche Perspektiven und Risiken bergen ausländische Adoptionen? Wie organisiert die deutsche Gesellschaft die Hilfe für verwaiste Kinder, und welche alternativen Konzepte gibt es? Die Podiumsgäste sind die Regisseurin des gezeigten Films, Elena Pogrebizhskaya (Moskau), Margarete von der Borch, Präsidentin der Behindertenhilfe-NGO „Perspektivy“, St. Petersburg, Prof. Regina Rätz, Expertin für Jugendhilfe, Alice-Salomon-Hochschule, Berlin (angefragt), und Stefan Melle, Geschäftsführer des DRA/Berlin. Die Moderation hat Mischa Gabowitsch, Soziologe und Russland-Experte des Einstein-Forums Potsdam. Der Film wird auf Russisch mit englischen Untertiteln gezeigt, die Diskussion deutsch/russisch gedolmetscht. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Anfahrt mit dem ÖPNV zum Kulturzentrum WABE, Berlin-Prenzlauer Berg, Danziger Str. 101: TRAM M10 (Winsstr.), M4 (Danziger Str./Greifswalder Allee), M2 (Prenzlauer Allee/Danziger Str.), S-Bahn (S 4, S 8, S 85) Prenzlauer oder Greifswalder Allee.

2) „To Russia With Love”: DRA beteiligt an Konzertabend mit Infoforum für die Menschenrechte in Russland mit G. Kremer, D. Barenboim, M. Argerich am 7.10., Philharmonie Berlin/Kammermusiksaal

Als Zeichen der Solidarität mit der russischen Zivilgesellschaft und der Forderung nach Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte im heutigen Russland findet am 7. Oktober um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie ein Konzert mit Weltstars der Klassik statt. Initiator ist der Violinist Gidon Kremer. Bereits ab 18 Uhr steht außerdem allen Interessierten im Foyer ein NGO-Infoforum einschließlich Podiumsdiskussion offen, an dem sich auch der DRA beteiligt. Im Konzert mitwirken werden außer Gidon Kremer und seinem Ensemble Kremerata Baltica auch Martha Argerich, Daniel Barenboim, Giya Kancheli und weitere international bekannte Musiker sowie der Shchedryk-Kinderchor. Alle beteiligten Künstler_innen verzichten auf eine Gage. Auf dem Programm stehen u.a. Werke von Schostakovitsch, Tschaikovskij und Rachmaninov sowie die Uraufführung eines Stücks von Giya Kancheli und Textbeiträge. An dem NGO-Infoforum beteiligen sich Amnesty International Deutschland (federführend), die Stiftung Menschenrechte, der DRA, Memorial Deutschland, Reporter ohne Grenzen/Deutschland, das Lev-Kopelev-Forum, iDecembrists e.V. und die Zeitschrift “Osteuropa” (Stand: 20.8.2013). Neben Informationen zu den Menschenrechten in Russland, zur Kooperation mit der dortigen Zivilgesellschaft und zu Unterstützungsmöglichkeiten bietet das Forum Gelegenheit zum Wissens- und Gedankenaustausch sowie um 18:30 Uhr eine Podiumsrunde zur Lage der russischen Zivilgesellschaft. Der Eintritt zum NGO-Infoforum einschl. der Diskussion ist kostenlos. Am 7. Oktober 2013 jährt sich der Tag der Ermordung von Anna Politkovskaja zum siebten Mal. Der Abend ehrt zugleich mit der regierungskritischen Journalistin alle Menschen, die sich in Russland heute für die Wahrung der Menschen- und Bürgerrechte und eine starke Zivilgesellschaft engagieren.

3) Bundestagswahl: Wie stehen die Parteien zu Osteuropa und Zivilgesellschaft?

Anlässlich der Bundestagswahl am 22. September präsentiert der DRA auf seiner Website einen Überblick über Aussagen in den Wahlprogrammen der sieben größten Parteien zu den Stichworten „Russland“, „Osteuropa“, „Menschenrechte“, „Zivilgesellschaft“ und „Visa“, die zugleich für grundlegende Arbeitsfelder des DRA stehen. Im Hinblick auf „Russland“ bleiben die Äußerungen von CDU/CSU, FDP, SPD, Bündnis90/Die Grünen, Die Linke sowie Die Piraten fast überall allgemein: Sie betonen, dass Politik in Europa auch weiterhin nur gemeinsam zu gestalten sei – bei Auffassungsunterschieden in der Frage, wie dies geschehen soll. Das Thema „Osteuropa“ wird in den Programmen kaum berücksichtigt; offenbar weist die Europapolitik in Deutschland hier eine spürbare Leerstelle auf. Zu „Menschenrechten“ und „Zivilgesellschaft“ äußern sich die Parteien dagegen zum Teil sehr ausführlich.

4) “EU Study Week” in Vyborg zu Fragen der EU-Russland-Kooperation

Vom 26.-30. August veranstaltet der DRA (St. Petersburg/Berlin) im nahe der finnischen Grenze gelegenen Vyborg ein weiteres Seminar im Auftrag der EU-Delegation in Russland. Thema ist dieses Mal die „Regionale und grenzübergreifende Zusammenarbeit zwischen der EU und Russland“ – beleuchtet werden verschiedene Aspekte der beiderseitigen Beziehungen sowie speziell die zwischen Russland und den baltischen Staaten einschließlich von Migrationsprozessen in den Grenzregionen. Teilnehmen werden Studierende und Postgraduierte aus dem Nordwesten Russlands. Für diese neue „EU Study Week“ konnten wieder ausgewiesene Expert/innen als Referent/innen gewonnen werden, so Prof. Irina Busygina (Lomonossov-Universität Moskau), Prof. Olga Potemkina (Abteilungsleiterin am Europainstitut der Akademie der Wissenschaften, Moskau), Knut Fleckenstein (Mitglied des EU-Parlaments, Vorsitzender der Abgeordnetengruppe Europaparlament-Duma) und Tea Laitimo (Direktor des International Service, Imatra Region Development Company Ltd, Finnland). Der Geschäftsführer des DRA, Stefan Melle, spricht über die Geschichte, den aktuellen Stand und die Chancen und Risiken in der bürgerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen der EU und Russland und stellt – als Mitglied von dessen Koordinationsrat – das EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum (CSF) vor. Abends werden den Teilnehmer_innen zusätzlich fakultative Kurztrainings zu den Themen „Projektmanagement“ und „interaktives Arbeiten“ geboten. Am 27. August treten Knut Fleckenstein und Stefan Melle außerdem in einer Pressekonferenz in St. Petersburg auf, die das Institut für Deutschland- und Europastudien der Petersburger Universität im Presseklub „Grüne Lampe“ organisiert. Bisher fanden 2013 EU Study Weeks in Volgograd und Nischnij Novgorod statt; beide wurden von den Teilnehmer_innen und Dozent_innen als sehr produktiv und informativ gewertet.

5) LGBT-Organisation „Bok o Bok“ erneut verurteilt – DRA setzt Hilfe fort und dankt allen Spender_innen!

Am 4. Juli rief der DRA in Deutschland zu Solidaritätsspenden für die russische LGBT-Organisation „Bok o Bok“ („Seite an Seite“) auf, die kurz zuvor zu einer existenzbedrohend hohen Geldstrafe von 500.000 Rubel (rd. 12.500 Euro) verurteilt worden war. „Bok o Bok“ veranstaltet in verschiedenen russischen Städten Filmfestivals v.a. zum Thema der Gleichberechtigung sexueller Minderheiten. Die Einstufung dieser Arbeit als „politische Aktivität“ sowie der Umstand, dass „Bok o Bok“ dafür von der EU und diversen europäischen Stiftungen Fördergelder erhalten hat, lieferten die offizielle Begründung dafür, dass gemäß dem neuen NGO-Gesetz vom November 2012 die Pflicht zu einer – von „Bok o Bok“ unterlassenen – Selbstanzeige als „ausländischer Agent“ bestanden habe. Auch im Namen von „Bok o Bok“ danken wir allen Unterstützer_innen sehr herzlich! Mit großem Bedauern müssen wir hinzufügen, dass das zuständige Finanzamt unsere Bitte, in der Sache Spendenbescheinigungen ausstellen zu dürfen, abgewiesen hat, da „Bok o Bok“ den Sitz weder in der EU noch im EWR hat. Unterdessen wurde das Urteil gegen die Organisation am 25. Juli in zweiter Instanz in St. Petersburg bestätigt, die Geldstrafe allerdings auf 400.000 Rubel (rd. 9.300 Euro) reduziert, die nun innerhalb von zwei Monaten zu zahlen sind. Dagegen hat „Bok o Bok“ nochmals Berufung eingelegt. Zugleich werden weiter Gelder gesammelt, um die Summe begleichen zu können (siehe www.bok-o-bok.ru, russ. und engl.). Das zusätzliche Verfahren gegen die Leiterin von „Bok o Bok“, Gulya Sultanova, begann am 16. Juli. Im Rahmen der dritten Verhandlung am 9. August wurde gegen sie die maximale Geldstrafe von 300.000 Rubel (rd. 7.140 Euro) verhängt. Die Berufungsverhandlung wird ab 10. September erwartet. Wir bitten Sie alle sehr herzlich weiterhin um Ihre Unterstützung für „Bok o Bok“! Der DRA gibt Spenden mit dem Kennwort „LGBT“ (Konto: Bank für Sozialwirtschaft, Konto-Nr. 3318100, BLZ 10020500) ohne Abzug weiter. Die im Juni ebenfalls wegen angeblichen Verstoßes gegen das neue NGO-Gesetz zunächst verurteilte LGBT-Organisation „Vychod“ („Coming Out“), über deren Fall der DRA ebenfalls berichtete, wurde am 25. Juli in zweiter Instanz überraschend freigesprochen, u.a. wegen Fristüberschreitung seitens der Strafverfolgungsbehörde. Auch hier ist noch ein Berufungsverfahren möglich. Die Organisation hat mittlerweile beschlossen, ihre öffentliche politische Tätigkeit – etwa Demonstrationen und Publikationen – zeitweilig auszusetzen, um nicht durch das noch laufende Verfahren ihre juristische, psychologische und soziale Hilfe für Opfer des Gesetzes gegen „homosexuelle Propaganda“ zu gefährden.

6) Nach „Pilorama“-Absage: Solidaritätsveranstaltung mit Zivilgesellschaft in Perm

Weder das traditionell jeden Sommer nahe Perm (Ural) abgehaltene Forum der russischen Zivilgesellschaft „Pilorama“ noch das zum zweiten Mal dort geplante „PiloramaLaboratorium“ für junge Fachkräfte aus ganz Europa konnte in diesem Jahr stattfinden, nachdem die Regierung des Gebiets Perm beiden Veranstaltungen entscheidende Fördergelder entzogen hatte. Ursache waren offenbar teilweise formale Gründe, aber auch der Wechsel der Regionalregierung, ihr Stopp für das Vorhaben „Perm – Kulturhauptstadt Europas“ und der Versuch, Risiken gegenüber der föderalen Regierung zu vermeiden. Für die Organisatoren der zwei Veranstaltungen war es sehr wichtig, ihre Arbeit dennoch öffentlich sichtbar fortzusetzen. Als Träger von „PiloramaLab“ führten daher das Institut für Bürgerengagement (IGA, Perm), der DRA und MitOst e.V. gemeinsam mit dem GULAG-Gedenkmuseum „Perm36“ am 26. Juli eine Solidaritätsveranstaltung mit der Permer Zivilgesellschaft durch. Unterstützt wurde sie vom EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum (CSF), der Menschenrechtsbeauftragten der Region Perm und Memorial/Perm sowie finanziell von der Robert Bosch Stiftung und der EU. Im Tagungsraum des AMAKS Premier Hotels befassten sich dabei Expert_innen aus Russland und mehreren EU-Ländern mit den Themen "Bürgerjournalisten – Meinungsführer oder Außenseiter?" sowie "Europa in der Krise. Perspektiven für die EU-Russland-Beziehungen". Beide Podiumsdiskussionen waren ursprünglich als Beiträge von „PiloramaLab“ zum Forum „Pilorama“ vorgesehen. Es debattierten Steffen Angenendt (Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin), Evgenij Babuschkin (Bürgerjournalist Portal „Snob“, Moskau), Jakub Benedyczak (Stefan Batory-Stiftung, Warschau), Jurij Kuroptev (Chefredakteur „Permskaja Tribuna“, Perm), Svetlana Makovetskaja (Zentrum für Bürgerschaftliche Analyse „GRANI“, Perm), Stefan Melle (DRA), Alexander Morozov (Chefredakteur „Russkij Journal“, Moskau), Vesna Terselic (Zentrum für Vergangenheitsbewältigung „Documenta“, Zagreb), Harry Hummel (Helsinki-Komitee, Niederlande), Elena Schkarubo (Journalistin SibFM, Novosibirsk) und Julius von Freytag-Loringhoven (Friedrich-Naumann-Stiftung, Moskau). Den „Bürgerjournalisten“ trauten die Diskutanten dabei vor allem einen relevanten Beitrag zu mehr Information, Transparenz und Bürgerbeteiligung im öffentlichen Leben zu – sofern auch hier ein professioneller Umgang mit der Information wächst. Hinsichtlich der Lage der EU herrschte angesichts der Tendenzen zu sozialer Ungleichheit und Entsolidarisierung Skepsis vor. Zugleich betonten die Redner/innen ihre weiter hohen Erwartungen an die EU als „Projekt der Gemeinsamkeit“. Von russischer Seite wurde die Erwartung formuliert, die EU solle ihre Gründungswerte wahren, in die bilateralen Beziehungen wolle man aber verstärkt eigene Themen und Kompetenzen einbringen – bei gleichzeitigem Miteinander-Lernen. Im Publikum saßen Vertreter/innen einer breiten Öffentlichkeit aus der Region Perm, darunter von zivilgesellschaftlichen Organisationen, der Gouverneursverwaltung und der Medien, sowie aus verschiedenen Regionen Russlands und der EU. Am Tag darauf besuchten die Teilnehmer_innen das Museum „Perm-36“, auf dessen Gelände „Pilorama“ von 2005 bis 2012 stattfand. Ob eine Durchführung der Veranstaltungen 2014 möglich sein wird, ist noch offen.

7) Flächenumnutzungen umweltbewusst mitgestalten: Seminar in Perm

Wie können Bürger_innen die Neunutzung ehemaliger Gewerbeflächen in ihren Städten nachhaltig mitgestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt des dreitägigen Seminars „Redevelopment. Bürgerbeteiligung. Nachhaltigkeit“, das der DRA Berlin, das Russisch-Deutsche Büro für Umweltinformation (RNEI, St. Petersburg, www.rnei.de, www.rnei.ru) und das Institut für Bürgerengagement (IGA, Perm) vom 23.-25. Juli in Perm veranstalteten. Ziel war die Förderung von Initiativen und einzelnen Bürger_innen der Stadt und der Region Perm, die zu der Thematik aktiv sind oder werden möchten. Rund 25 Interessierte verfolgten am ersten Seminartag die öffentlichen Vorträge und die Podiumsdiskussion zu Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit im Bereich der Flächenneunutzung, bei denen auch Praxisbeispiele aus Russland und Deutschland vorgestellt wurden. Am zweiten und dritten Tag befassten sich 20 Teilnehmer/innen mit der Fortentwicklung bereits vorhandener Ansätze in der Stadt Perm. Dabei stellten sie für drei Projekte konkrete Ziele auf, die durch freiwilliges Engagement bis zu einem zweiten Arbeitstreffen im Oktober erreicht sein sollen, darunter weitere Schritte zur Säuberung von Brachflächen und deren Umwandlung z.B. in Parkanlagen, Netzwerkaktivitäten und Öffentlichkeitsarbeit. Bereits im Juni fand auch in St. Petersburg ein Seminar zur selben Thematik statt, ein zweites ist für den Herbst in Vorbereitung. Den Rahmen für die Veranstaltungen bildet das gemeinsame Projekt von DRA und RNEI „Stärkung der ökologischer Nachhaltigkeit und Bürgerbeteiligung in Russland“, das von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und vom Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (EWDE, Programm „Brot für die Welt“) gefördert wird. Das Seminar in Perm wurde zusätzlich vom Deutschen Generalkonsulat in Jekaterinburg finanziell unterstützt.

8) Krasnojarsk: RNEI informierte auf sibirischem Jugendforum „Birjussa“ zu Umweltfragen

Mit Vorträgen und Workshops beteiligte sich Angelina Davydova, die Leiterin des Russisch-Deutschen Büros für Umweltinformation (RNEI), vom 11.-17. Juli in Krasnojarsk an der Sektion „Zivilgesellschaft“ des überregionalen Jugendforums „Birjussa“ (benannt nach einem Zufluss des Jenissej). Unter anderem informierte sie dabei über die internationalen Klimaschutzverhandlungen einschließlich der Position Russlands. Darüber hinaus trat Davydova in einer Podiumsdiskussion zu Fragen der Stadtökologie auf. Hauptveranstalter des Forums, zu dem bis Mitte Juli bereits rund 900 Teilnehmer_innen aus der Region Krasnojarsk und ganz Sibirien gekommen waren und dessen Abschlussveranstaltungen Anfang September stattfinden, ist die Verwaltung der Region Krasnojarsk (weitere Informationen – auf Russisch – HIER. Am 16. Juli wirkte das RNEI ferner ebenfalls in Krasnojarsk an einer Veranstaltung seines langjährigen Partners, des Umwelt-Filmfestivals „Eko-tschaschka“ („Eco-Cup“) mit. Im Jugendkulturzentrum „Kamenka“ sprach Angelina Davydova dabei mit den Gästen über aktuelle Umweltprobleme und mögliche Lösungen. Die Arbeit des RNEI wird von der DBU und dem Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung (Programm „Brot für die Welt“) gefördert.

9) Ab 1. Oktober 2013: Praktikum bei DRA-Umweltprojekt zu vergeben

Der DRA vergibt eine Vollzeit-Praktikumsstelle im Rahmen seines RNEI-Projekts „Verantwortung für Klimaschutz und Menschenrechte in Russland stärken“ (RNEI: Russisch-Deutsches Büro für Umweltinformation). Beginn des Praktikums, das eine Laufzeit von sechs Monaten hat, ist der 1. Oktober. Es wird mit 300,- EUR monatlich vergütet. Ziel des Projekts ist es, in der russischen Öffentlichkeit und Politik das Bewusstsein für die globale Verantwortung des Landes im Klimaschutz zu fördern, um so dazu beizutragen, dass Russland mittelfristig weltweite Abkommen in diesem Bereich unterstützt und seine Fähigkeit zur Umsetzung konkreter Klimaziele und nachhaltiger Politik vergrößert. Zugleich sollen die Rechte von Ökologen, Umweltjournalisten und von Menschen, die von Umweltschäden betroffen sind, öffentlich zur Sprache gebracht und soll die europäisch-russische Kooperation verschiedener Partner im Bereich Umwelt- und Klimaschutz ausgebaut werden.

10) DRA St. Petersburg fördert erneut Bürgerkooperation im baltischen Raum

Im Rahmen des seit 2012 bestehenden Programms „Bridge It!“ zur Förderung der zivilgesellschaftlichen Kooperation zwischen Russland und den baltischen Staaten, das der DRA St. Petersburg mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und in Kooperation mit dem Theodor-Heuss-Kolleg, MitOst e.V. und den NGOs „Orbita“ (Lettland) und „Future Society Institute“ (Litauen) durchführt, fand vom 11.-20. Juli in der Ortschaft Pelči in Lettland ein weiteres Seminar zum Thema „Power of ImagiNation“ statt. Dabei erarbeiteten 18 Teilnehmer_innen aus dem nordwestlichen Russland, Estland, Lettland und Litauen dreizehn neue Projektideen zu Themen wie Toleranz und Kampf gegen Diskriminierung, Generationendialog, zivilgesellschaftliche Partizipation von Jugendlichen, gewaltfreie Kommunikation in der Schule u.a.m. Nach zwei weiteren Planungstreffen in St. Petersburg und Riga sollen die auf lokaler Ebene angesiedelten Vorhaben von September bis November verwirklicht werden. Weitere Informationen zu „Bridge It!“ HIER, zum Einführungsseminar HIER.

11) DRA vermittelt russischen Jugendlichen Teilnahme an Begegnungscamp in Deutschland

Acht Jugendliche aus Jugend- und Freizeitzentren in Moskau und dem Moskauer Gebiet nahmen vom 19. Juni bis 4. August in Berlin sowie in Schlowe (Kreis Parchim, Mecklenburg-Vorpommern) an einer vom Kinderring Berlin e.V. organisierten internationalen Begegnung teil.  Ermöglicht wurde ihnen dies im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau. Sie umfasst auch Kooperationen im Bereich Jugendaustausch und Jugendhilfe, bei denen der DRA – wie hier mit der Vermittlung der Teilnehmer_innen aus Russland – im Auftrag des Berliner Senats fortlaufend die Koordination übernimmt. Insgesamt kamen zu dem zweiwöchigen Treffen 110 Jugendliche aus Russland, Deutschland, Ungarn, Tschechien und Finnland. Nach dem Auftakt in Berlin u.a. mit Besichtigungen und einer Fotosafari durch die Stadt ging es nach Schlowe, wo elf Tage mit Ausflügen (u.a. auf die Ostseeinsel Poel) sowie sportlichen und kreativen Aktivitäten rasch vergingen. An der Planung beteiligten sich auch das in Schlowe gewählte „Camp-Parlament“ und die aus Ungarn stammende „Bürgermeisterin“. Am letzten Abend bewunderten auch die Dorfbewohner von Schlowe die Ergebnisse der Workshops im Camp.

12) Januar-Juni 2014: Gastfamilien für russische Jugendliche gesucht!

Für seinen Deutsch-Russischen Schüleraustausch sucht der DRA fortlaufend aufgeschlossene Gastfamilien, die gern zeitweise eine/n Schüler/in aus Russland bei sich aufnehmen würden – so derzeit insbesondere für fünf Schüler_innen aus St. Petersburg im Alter von 15 bis 18 Jahren für den Zeitraum Januar bis Juni 2014 (bevorzugt im Großraum Berlin, andere Regionen sind jedoch ebenfalls möglich). Die Dauer des Aufenthalts in einer Familie sollte mindestens zwei Monate betragen. Weitere Informationen unter www.austausch.org/schueleraustausch sowie bei der zuständigen DRA-Programmleiterin Elena Stein (elena.stein@austausch.org, Tel. 030 446680-28).

13) Bachmann-Preis für Katja Petrowskaja – der DRA gratuliert!

Das DRA-Team beglückwünscht seine frühere Mitstreiterin und langjährige Freundin, die Schriftstellerin Katja Petrowskaja, zum Ingeborg-Bachmann-Preis. Sie erhielt den Preis, eine der höchsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur, Anfang Juli in Klagenfurt für einen Auszug aus ihrem Romanmanuskript „Vielleicht Esther“. In dem Werk thematisiert sie die Ermordung der Juden in Kiew durch die deutschen Besatzer anhand der Geschichte der Hauptfigur Esther – angelehnt an das Schicksal ihrer Urgroßmutter, die 1941 zu den Opfern gehörte. Katja Petrowskaja ist außerdem Autorin der regelmäßigen Kolumne "West-östliche Diva" in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und einer Vielzahl von Texten in russischen und anderen osteuropäischen Medien und Publikationen. 2004 organisierte Katja Petrowskaja, die selbst ebenfalls aus Kiew stammt, die vom DRA in Kooperation mit der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Heinrich Böll Stiftung jährlich veranstaltete Konferenz „Deutsch-Russische Herbstgespräche“ – in jenem Jahr zum Thema "Welche Geschichte formt die Gegenwart? Erinnerungskultur sechzig Jahre nach Kriegsende". Wir freuen uns mit Katja Petrowskaja über die außerordentliche Auszeichnung und wünschen ihr alles Gute für ihre weitere schriftstellerische Arbeit! Ihr Roman „Vielleicht Esther“ erscheint Anfang nächsten Jahres im Suhrkamp Verlag. Informationen zum Bachmann-Preis sowie den preisgekrönten Text finden Sie HIER.