DRA Newsletter Januar 2017

Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

das neue Jahr 2017 ist für den DRA das Jahr seines 25-jährigen Jubiläums!

So beginnt unser Newsletter dieses Mal mit einem kurzen Blick auf das heutige Selbstverständnis unserer Organisation, die 1992 mit Projekten jenes zivilgesellschaftlichen deutsch-russischen Austausches begann, der ihr den Namen gab, dann aber schnell über die rein bilaterale Ausrichtung hinauswuchs und zu jener europäischem Denken und Handeln verpflichteten NGO wurde, als die wir heute tätig sind.

Die weiteren Meldungen geben Ihnen wie stets einen Überblick über unsere aktuellen, auf erfolgreichen Kooperationen mit vielen Partnern vor Ort beruhenden internationalen zivilgesellschaftlichen Aktivitäten.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!

Ihr Stefan Melle (Geschäftsführer)

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Inhalt

1) DRA 1992-2017: Verantwortung für Begegnung und Verständigung im Haus Europa, Neubesinnung in Zeiten der Gefährdungen

In diesem Jahr begeht der DRA sein 25-jähriges Bestehen. Es ist ein Moment des Rückblicks, um viele Erfolge dieser Arbeit zu feiern, mehrere Hundert Programme und Projekte, die Kooperation mit zahlreichen Partnern in vielen Ländern, die für die Zivilgesellschaft bedeutsam und uns persönlich wichtig sind, und den Beitrag vieler Tausend Teilnehmer_innen, die miteinander Wege zwischen Ost und West und quer durch Europa geebnet und dabei vielfältigste Erfahrungen sammeln und weitergeben konnten – für die Gesellschaft, ihren Beruf und ihr Leben. Wir werden im Laufe dieses Jahres immer einmal wieder davon erzählen - auf Veranstaltungen, in diesem Newsletter und in anderer Form.

Es ist aber auch ein Moment der Neubesinnung – denn 25 Jahre nach der Aufbruchsstimmung, die Anfang 1992 in vielen Teilen Europas herrschte, als der DRA gegründet wurde, befinden wir uns erneut in einer Zeit großer Umbrüche. Ringsum werden die Grundlagen der Gemeinsamkeit geflutet. In Frage steht, ob die seit 1945 und 1989 entwickelten demokratischen Verhältnisse und die Visionen von Freiheit und Vielfalt noch Mehrheiten überzeugen können. Ob die scheinbaren Selbstverständlichkeiten eines interkulturellen Alltags Bestand haben vor dem wachsenden Hass nationalistischer und religiöser Fanatiker, die viele Mitmenschen mit Gewalttaten und konfrontativen Ideologien verunsichern. Das Risiko wächst, dass eine internationale Koalition gewählter Autokraten, beflügelt von Extremisten, erst dieses Zusammenleben und dann ihre Länder und Menschen zerstört.

Der DRA stand stets dafür, Begegnungen und Verständigung in Europa zu unterstützen und eine Gemeinschaft zu fördern, die von den Menschen selbst geprägt und vorangebracht wird. Und er hat selbst seine vielfältigen Fachkompetenzen dazu eingebracht, sei es zur NGO-Entwicklung, zu Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Menschenrechten, Geschichte, Medien, Jugendaustausch und Sozialem.

Es ist heute wieder wichtig, zu Prinzipien zu stehen, wenn immer mehr diese Werte nicht mehr zu teilen scheinen, und mutig zu sein, zum Beispiel wenn intolerante Bewegungen oder imperiale Staatsführungen die Rechte anderer verletzen. Es geht um sozialen Ausgleich, Integration und Erneuerung – in der Bildung und Arbeitswelt, in der Bürgergesellschaft und Politik, es geht um ökologische Verträglichkeit und geschichtliche Aufklärung. Es geht um eine Kultur der offenen Meinungsäußerung und um die Fähigkeit von Staaten und Gesellschaften, mit gemischten Identitäten umzugehen und darum, gegen eine Remilitarisierung aufzustehen und die Normalität internationaler Kooperation zu rehabilitieren.

Diese Grundsätze werden sich in den Programmen und Projekten des DRA der nächsten Jahre spiegeln – in Fortsetzung unserer bisherigen Arbeit und zugleich in Reaktion auf die neuen Verhältnisse von 2016 und 2017. Wir sind zuversichtlich, dass sich in den Gesellschaften genug Kräfte mobilisieren lassen, um Vielfalt und Freiheit zu schützen gegen Autokraten und Terroristen, Nationalisten und gegen Orwell'sche Verhältnisse der Zensur und Selbstzensur, der Gewalt und Beschränkung.

Wir danken Ihnen für all den Beistand in 25 Jahren – und laden Sie ein, weiter mit uns aktiv zu sein und Verantwortung zu übernehmen für das alte, noch immer aktuelle Ziel eines gemeinsamen Hauses Europa.

2) Visa-Regeln für russische NGOs verschlechtert – der DRA erwartet Aufklärung von EU und russischer Regierung über angebliche Vereinbarung

Seit November 2016 sind mehrfach Visaanträge von Antragstellern aus Deutschland, Schweden und Estland von den russischen Visa-Service-Zentren abgelehnt worden. Zur Begründung hieß es, die einladenden russischen NGOs seien nicht berechtigt, sog. "humanitäre" Visa, die u. a. im Kultur-, Jugend- und Wissenschaftsaustausch üblich sind, über das erleichterte Visa-Verfahren gemäß dem EU-Russland-Visa-Erleichterungsabkommen zu beantragen. Die russischen Botschaften lehnen es außerdem ab, das Schriftstück zu veröffentlichen, das für die Absagen als Grundlage dient. Sie verweisen aber auf eine bilaterale Vereinbarung, die die EU und das russische Außenministerium (RAA) 2016 getroffen hätten, und auf entsprechende Instruktionen durch das Ministerium.

Sofern diese Entscheidung tatsächlich eine beiderseitige war, würden wir gern erfahren, wer die EU in diesen Konsultationen vertreten hat und weshalb eine solche Entscheidung getroffen worden ist. Das RAA schrieb auf Anfrage, die russischen NGOs seien niemals in den Wirkungsbereich des Visa-Erleichterungsabkommens (VEA) einbezogen gewesen, es sei aber beabsichtigt gewesen, sie im Rahmen des erneuerten VEA aufzunehmen – dieses sei jedoch nie in Kraft getreten, da die EU Anfang 2014 den Visa-Dialog mit der Russischen Föderation (wegen der Annexion der Krim – die Red.) ausgesetzt habe. Diese Erklärung erstaunt insofern, als russische NGOs seit 2007 Tausende EU-Bürger_innen über das erleichterte Visa-Antragsverfahren und humanitären Visa eingeladen haben – und sie würden dies weiter tun, wäre nicht die ausdrückliche Anordnung des RAA an die diplomatischen Vertretungen ergangen, solche Anträge von NGOs ab November 2016 abzulehnen.

Die russischen NGOs stehen bereits unter starkem Druck, u.a. durch das Gesetz über "ausländische Agenten". Jetzt haben sie zusätzlich offenbar auch das Recht eingebüßt, EU-Bürger_innen einzuladen, sofern sie dies nicht mindestens einen Monat im Voraus durch den staatlichen Migrationsdienst genehmigen zu lassen, was finanziell wie zeitlich enorm aufwändig ist.

Ironischerweise behalten kommerzielle Strukturen das Recht, das erleichterte Visa-Antragsverfahren für die Einladung von Ausländern nach Russland für humanitäre Zwecke zu nutzen, darunter auch für Kultur- und Jugendaustausch. Wir rufen beide Seiten – das russische Außenministerium wie die Europäische Kommission – dazu auf, die Situation zu erklären und die Diskriminierung russischer NGOs hinsichtlich ihrer Möglichkeiten, Partner und Teilnehmer von Kooperationsprogrammen nach Russland einzuladen, zu beenden. Sie sollten gleichberechtigt mit allen anderen Rechtsformen behandelt werden und die Verfahren aus dem EU-Russland-Visa-Erleichterungsabkommen nutzen können.

3) Nordkaukasus-Projekt des DRA: Studienreise nach Berlin für das russische Team

Sieben Mitarbeiter_innen des DRA-Projekts "Aussöhnung ermöglichen, Lebensperspektiven eröffnen: ein Beitrag zur Stabilisierung der Krisenregion Nordkaukasus" waren vom 8.-13. Januar zu Gast in Berlin und Potsdam. Zum umfangreichen Programm ihrer Studienreise gehörten neben Teambesprechungen und Angeboten zur allgemeinen politischen Bildung vor allem äußerst informative Besuche bei Behörden und Organisationen zu den Arbeitsthemen des Projekts.

So lernten die aus Inguschetien, Nordossetien und Moskau angereisten Teilnehmer_innen im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie des Landes Brandenburg, im Rathaus der Landeshauptstadt Potsdam sowie beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) Angebote zur Unterstützung von Existenzgründer_innen, Formen der lokalen Wirtschaftsförderung und unternehmerische Verbandsstrukturen kennen. Wurden im Social Impact Lab (Berlin) Erfahrungen mit der Entwicklung sozialer Unternehmen dargelegt, so lieferte tags darauf ein Besuch des Projekts "Über den Tellerrand" Einblicke in ein sehr erfolgreiches, interkulturell ausgerichtetes Fallbeispiel dazu. Im Co-Working-Space "Ahoy" waren innovative flexible Arbeitsformen zu erkunden, und mit der Berliner "Weiberwirtschaft" wurde den Gästen aus Russland die größte Frauengenossenschaft Europas und deren Engagement für die Förderung von Gründerinnen und Unternehmerinnen vorgestellt. In der Berliner Beratungsstelle "Kompass" galt die Diskussion ferner Ansätzen zur Prävention einer Radikalisierung muslimischer Jugendlicher – das Phänomen wirft in der Projektregion Nordkaukasus schon seit längerem ernste Probleme auf. Die Kolleg_innen aus Russland machten bei allen Treffen ausgiebig Gebrauch von der Möglichkeit, den Expert_innen eigene Fragen zu stellen, und sammelten so vielfältige Eindrücke und Anregungen für ihre weitere Arbeit.

4) Rückblick auf die 1990er-Jahre in Russland: Zeitzeugenstudie erschienen

Was war kennzeichnend für die 1990er-Jahre in Russland? Einige erinnern sich an Euphorie, eine neue Freiheit und unbegrenzte Möglichkeiten – viele andere denken an Chaos und an persönlich wie wirtschaftlich schwierige Zeiten. Im Rahmen des vom DRA geleiteten multilateralen Projekts "Transition Dialogue: Mapping a Generation" hat das Moskauer Sacharow-Zentrum ausführliche Interviews mit Zeitzeugen geführt, die jene Jahre als eine Zeit des Aufbruchs erlebt haben. Die Befragten sind heute in der Wirtschaft, im Bildungs- und Wissenschaftsbereich sowie in der Medien- und Kreativbranche tätig. Oft hatten sie zuvor selbst im Familien- oder Freundeskreis kaum je über das Thema gesprochen. In ihren Erinnerungen spiegeln sich zugleich ihre gegenwärtigen Wertvorstellungen und ihre Erwartungen an die Zukunft.

Die Autor_innen der Studie, Oksana Bocharova und Vlada Gekhtman, haben die Aussagen der Zeitzeugen analysiert sowie chronologisch und thematisch geordnet. Mit vielen eindrücklichen Zitaten zeichnet die Studie ein interessantes Bild einer ganzen Generation. Sie ist HIER auf Englisch als pdf-Dokument abrufbar.

5) "Wir haben auch was zu sagen!" – Infobroschüre zum DRA-Projekt "Mehr bewegen!" und zu deutschen und ukrainischen Organisationen der Jugendarbeit

Im Rahmen des DRA-Projektes "Mehr bewegen! – Stärkung der Demokratie in der Ukraine durch Förderung einer zivilgesellschaftlichen politischen Jugendbildung" ist die Broschüre "Wir haben auch was zu sagen!" veröffentlicht worden. Partner des DRA in dem Projekt ist die Agentur für die Entwicklung der Bildungspolitik in Kiew. In der Publikation, die in einer deutschen und einer ukrainischen Version vorliegt, werden zum einen die wichtigsten Aktivitäten und Ergebnisse des Projektes beschrieben und mit Fotos, Grafiken und Teilnehmerberichten dokumentiert – darunter auch die M18-Wahlen für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, die im Rahmen von "Mehr bewegen!" in der Ukraine erstmals durchgeführt wurden und ein großer Erfolg waren. Zum anderen werden in Kurzprofilen deutsche und ukrainische Organisationen vorgestellt, die in der Jugendarbeit aktiv sind. Wir hoffen, dass diese Informationen bei der Umsetzung vieler neuer Ideen in der deutsch-ukrainischen Zusammenarbeit zu Fragen der Jugendbildung weiterhelfen werden.

Die Broschüre ist online HIER abrufbar. Die gedruckte Fassung kann beim DRA bestellt werden.

2017/18 wird das vom Auswärtigen Amt, der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie sowie dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin unterstützte Projekt "Mehr bewegen!" in der Ukraine, Russland und Georgien weitergeführt. Zuletzt wurde es von Roman Elsner (DRA) auf dem Forum "Schulen – NGOs" präsentiert, das vom 20.-22. Januar in Krasnojarsk stattfand (s. auch unten).

6) Ausstellung "Different Wars" zum Zweiten Weltkrieg ab Februar in St. Petersburg

Unter Beteiligung des NRO/St. Petersburg wird von Februar bis April in St. Petersburg die Ausstellung "Different Wars: National School Textbooks on WW II" ("Verschiedene Kriege: Geschichtsschulbücher zum Zweiten Weltkrieg im Ländervergleich") gezeigt, die von der Arbeitsgruppe "Historisches Gedächtnis und Bildung" des EU-Russland-Zivilgesellschaftsforums (CSF) gestaltet wurde. Koordinatoren sind Robert Latypov (Memorial Perm) und Elena Belokurova (NRO).

Die Ausstellung untersucht unterschiedliche Wahrnehmungen und Darstellungen der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, indem sie derzeit verwendete Lehrbücher für die höheren Schulklassen aus Deutschland, Italien, Litauen, Polen, Russland und Tschechien einander gegenüberstellt. Sie war zuvor bereits in Russland in Moskau, Perm, Jekaterinburg, Novosibirsk und Krasnojarsk zu sehen, in der EU in Straßburg, Prag und Mailand.

Ausstellungsort in St. Petersburg ist das Pädagogische Museum der Akademie für erziehungswissenschaftliche Fortbildung (ul. Lomonossova, 11-13, Raum 429). Die Eröffnung findet dort am 13. Februar um 16.00 Uhr in Anwesenheit des Rektors der Akademie, der Autor_innen der Ausstellung, Vertreter_innen der Generalkonsulate mehrerer EU-Länder sowie der Heinrich-Böll-Stiftung und weiterer Partner statt. Als Begleitveranstaltungen sind Ausstellungsführungen sowie Seminare für Lehrer_innen, Schüler_innen, Studierende und interessierte Bürger_innen vorgesehen.

7) Junge Russ_innen mit eigenen Projekten engagiert für ihre Städte – Ergebnisse der Sommerschule zur "Freiheit im gesellschaftlichen Raum"

Im Dezember 2016 kam die Reihe regionaler Kurzprojekte zum Abschluss, die seit September von jungen Teilnehmer_innen der Sommerschule "Freiheit im gesellschaftlichen Raum" in verschiedenen Städten Russlands verwirklicht wurden. Die Sommerschule hatte der DRA gemeinsam mit der Friedrich-Naumann-Stiftung vom 31. Juli – 6. August im rd. 100 Kilometer von Moskau entfernten Tarusa durchgeführt. Im Anschluss konnten die Teilnehmer_innen kleine Projekte für ihre Heimatstädte beantragen. Zehn Vorschläge wurden eingereicht, sechs bewilligt.

So fanden im Jelzin–Zentrum in Jekaterinburg für Lehrer_innen an ländlichen Schulen drei Trainings zum Thema "historisches Gedächtnis" statt. In Samara stand zeitweilig ein "Architektenkiosk" zum Austausch zwischen Architekten und Einwohnern. Zwei öffentliche Vorlesungen im Rahmen der Vortragsreihe "Freie Umwelt" wurden in Saratov durchgeführt. Auf Grundlage von Bildern, die sowjetische Dissidenten im Gefängnis malten, wurden in St. Petersburg rund 2.000 Postkarten gestaltet und gedruckt, die als solidarischer Gruß an heutige politische Gefangene in Russland gehen werden. In Perm gab es ein einmonatiges Festival zum Thema Tierschutz mit über 30 öffentlichen Angeboten in verschiedenen interaktiven Formaten, und in Tarusa selbst wurde von eigens hierher zurückgekehrten Teilnehmer/innen der Sommerschule Materialien für künftige Stadtführungen durch "Das Tarusa der Dissidenten" entwickelt.

Nach der nun abgeschlossenen Gesamtauswertung der Projekte bleibt festzuhalten, dass die Teilnehmer/innen in nur drei Monate erstaunlich viel geleistet haben und dass auch in einer für Russland schwierigen Zeit wie der jetzigen viele junge Bürger_innen des Landes den Wunsch und die Fähigkeiten haben, eigene Ideen zu entwickeln und sich mit deren Verwirklichung für ihre Stadt und ihre Gesellschaft zu engagieren.

8) "Schulen – NGOs: Brücken der Zusammenarbeit": Forum in Krasnojarsk

Vom 20.-22. Januar fand in Krasnojarsk das Forum zur politischen Bildung "Schulen – NGOs: Brücken der Zusammenarbeit" statt, an dem 80 Vertreter/innen von Schulen bzw. der Zivilgesellschaft aus verschiedenen Städten Russlands teilnahmen. Sie nutzten das Forum als Plattform für angeregte Diskussionen zu Zielen, Inhalten und Methoden der politischen Bildung, dem Austausch über Best-Practice-Beispiele und der Suche nach Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und NGOs zu fördern. Organisator des Forums war die Krasnojarsker NGO zur Förderung und Entwicklung alternativer Bildungsmethoden INTERRA in Kooperation mit dem NRO/St. Petersburg und der kürzlich gegründeten Assoziation russischer Trainer ART.

Neben Vorträgen, Workshops, Gruppenarbeit und Meisterklassen bot die Konferenz Gelegenheit zur Erprobung ungewöhnlicher interaktiver Arbeitsformate zur vertiefenden Beschäftigung mit Theorie- und Praxisansätzen der politischen Bildung anhand von Themen wie: "Der Weltbürger", "Bürger und Vergangenheit", "Die Bürgergesellschaft" oder "Bürger und Staat/Stadt".

Anknüpfend an das Forum werden interessierte Schulen und NGOs nun gemeinsame Teams zur Ausarbeitung und Umsetzung von Bildungsmethoden schaffen und an dem Programm "Tandem" mitwirken, das auf einen stärkeren Austausch zwischen Schulen und NGOs und die Verwirklichung gemeinsamer Projekte im Bereich der politischen Bildung abzielt. Weitere Infos zum Projekt HIER, Eindrücke vom Forum HIER. Unterstützt wurde die Veranstaltung vom EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum (CSF).

9) Dringend: Unterkunft in Berlin für DRA-Jahresfreiwillige gesucht

Der DRA führt 2017 erstmals einen Bundesfreiwilligendienst durch. Ab dem 1. März soll Julia (26 J.) aus Kaliningrad die Arbeit des DRA ein Jahr lang als Freiwillige unterstützen. Sie spricht sehr gut Deutsch und hat bereits viele Erfahrungen im bilateralen Jugendaustausch und in der Umweltarbeit gesammelt. Ob sie ihren Dienst bei uns antreten kann, hängt jedoch vor allem davon ab, ob wir eine günstige, möglichst sogar kostenlose Unterkunft in Berlin für sie finden können. Daher unsere Bitte: Sollten Sie sich vorstellen können, für Julia (vielleicht auch nur für einige Monate) ein Zimmer bereitzustellen oder sollten Sie weiterführende Hinweise für uns haben, dann melden Sie sich doch bitte bei assistenz@austausch.org! Unterstützen können Sie uns auch, indem Sie sich dafür entscheiden, ein Jahr lang einen Teil der Miete für Julia als zweckgebundene Spende zu übernehmen. Wenn Sie sich dafür interessieren, melden Sie sich bitte ebenfalls bei assistenz@austausch.org. Für Ihre Unterstützung danken wir Ihnen schon jetzt sehr herzlich.

Der Bundesfreiwilligendienst ist ein staatlich gefördertes Programm für Menschen jeden Alters, die sich außerhalb von Beruf und Ausbildung engagieren möchten.

10) Sei dabei! Der DRA ermöglicht deinen Schüleraustausch nach Russland

Ein Schüleraustausch nach Russland ist mehr als der zeitweilige Besuch einer Schule im Ausland! Vielmehr gibt er dir die Möglichkeit, in einer Gastfamilie den Alltag des Landes kennen zu lernen, neue Freundschaften zu schließen, ganz in eine andere Kultur einzutauchen und spannende Erfahrungen zu sammeln.

Um am DRA-Schülerprogramm teilnehmen zu können, musst du mindestens 14 Jahre alt sein. Wenn du dir außerdem gut vorstellen kannst, eigenverantwortlich zu handeln, mit Mut und Wissbegier in ein fremdes Land zu reisen und neue Menschen kennen zu lernen, dann ist dieses Programm das Richtige für dich.

Langjährige Erfahrung vor Ort, individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und eine zuverlässige Betreuung sind die Säulen unseres Programms. Wir bieten Aufenthalte in den Städten St. Petersburg, Kaliningrad, Krasnojarsk und Petrosavodsk. Ob Schulbesuch oder Schülerpraktikum: Die enge Zusammenarbeit mit unseren ausgewählten deutschsprachigen Partnern vor Ort gibt uns die Möglichkeit, jeden Aufenthalt ganz nach den Interessen der Teilnehmer/innen zu gestalten; weitere Infos findest du HIER!

11) Noch bis 12.2.2017: Benefizkonzerte des Kammermusikensembles Memorial St. Petersburg in Berlin, Potsdam und Umgebung

Das Kammermusikensemble Memorial St. Petersburg ist in neuer Besetzung noch bis zum 12. Februar 2017 fast täglich in Berlin bzw. im Umland in Konzerten zu erleben. Anastasiia Bakhvalova (Piano), Aleksandra Portnaja (Violine) und Dmitrij Berezin (Cello) spielen Werke von Brahms, Beethoven, Mjaskowski, Bach, Piazzolla, Kreisler/Rachmaninow, Fauré und Tschaikowski. Die Termine und das Programm finden Sie HIER. Der Eintritt ist kostenlos, um Spenden wird gebeten.

Mit den gagefreien Auftritten unterstützt das Trio die Arbeit der Sozialstation von Memorial St. Petersburg, in der Überlebende sowjetischer Lager materielle, juristische und medizinische Hilfe erhalten. Das Zentrum leistet ausschließlich soziale Arbeit und ist daher bisher von der Staatsanwaltschaft nicht als sog. "ausländischer Agent" diffamiert worden. Es benötigt dringend Spenden für seine Tätigkeiten. Die derzeitige ökonomische Krise in Russland macht diese Unterstützung notwendiger denn je.

Gäste der Konzerte können außerdem mit den Musiker_innen über ihr Engagement zu sprechen, Informationen über die aktuelle Menschenrechtssituation vom früheren Leiter von Memorial St. Petersburg, Vladimir Schnitke, erhalten und das Team der Partnerorganisation Memorial Deutschland kennen lernen. Die Termine und das Programm finden Sie HIER.