DRA Newsletter Januar 2008


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) DRA ermöglicht Russlandaufenthalte für deutsche Schüler

Seit Januar 2008 vermittelt der DRA gemeinsam mit dem DRA St. Petersburg deutsche Schüler_innen zum Schulbesuch oder zu Praktika nach St. Petersburg. Weitere russische Städte werden hinzukommen. Das neue Programm soll Jugendlichen ermöglichen, den Alltag in Russland kennen zu lernen, und so das Interesse an dem Land und allgemein eine tolerante Einstellung zu fördern. Die Praktika in den Bereichen Soziales, Kultur und Ökologie dauern bis zu einem Monat und können in der Regel als das im deutschen Schulsystem erforderliche Pflichtpraktikum angerechnet werden. Der Schulbesuch ist vorerst auf eine Dauer von zwei bis drei Monaten begrenzt. Die Aufenthalte werden gegen eine Gebühr auf deutscher Seite vermittelt und vorbereitet. Es gibt ein Bewerbungsverfahren; Grundkenntnisse des Russischen werden vorausgesetzt. In Russland werden die Schüler_innen vom DRA St. Petersburg betreut. Sie wohnen in Gastfamilien. In Vorbereitung ist auch die Vermittlung russischer Schüler_innen zu solchen Aufenthalten in Deutschland – im Idealfall als direkter Austausch zwischen zwei Familien. Das Angebot, das an frühere Projekte des DRA in den Bereichen „internationale Freiwilligenarbeit“ und „Schule“ anknüpft, stößt schon jetzt auf großes Interesse. Dies zeigen zahlreiche Anfragen von Schüler_innen, Eltern und Russischlehrer_innen.

2) Umgestaltung einer Behinderteneinrichtung in Peterhof

Die „Verbesserung des Alltags für junge Erwachsene mit Mehrfachbehinderungen“ ist Ziel eines einjährigen Projekts, das der DRA Berlin und seine russische Partnerorganisation „Perspektivy“ seit dem 1. Januar im Psychoneurologischen Internat Nr. 3 in Peterhof (bei St. Petersburg) verwirklichen. Mit finanzieller Hilfe des Diakonischen Werks Stuttgart soll eine Station des Heims wohnlicher gestaltet werden. Außerdem wird in der Aufnahmeabteilung, auf der die Betreuten bislang oft mehrere Wochen isoliert und untätig zubringen, ein Raum für Spiele und aktive Beschäftigung entstehen. Zwei zusätzliche pädagogische Kräfte werden mit den Bewohner_innen praktisch und künstlerisch arbeiten und so ihr Selbstwertgefühl stärken. Die Umgestaltung soll als Modell für die gesamte Einrichtung und möglichst auch für die Petersburger Behindertenarbeit insgesamt wirksam werden. Um diesen Prozess zu fördern, werden neben der neuen Direktorin des Heims in Peterhof auch Mitarbeiter_innen der Petersburger Gesundheitsverwaltung zum Fachaustausch nach Berlin und Hamburg kommen. Zugleich sind Fortbildungsmaßnahmen für das Stationspersonal vorgesehen. Projektleiterin ist Marina Manewskaja von „Perspektivy“. Viele der Behinderten, die auf der Station leben, wurden schon als Kinder von der Organisation betreut.

3) Weitere „Study Schools“ in Russland zur Europapolitik

Mit einem Seminar vom 20.-24. Februar in Pskow gehen die „EU Study Schools“, die der DRA im Auftrag der EU-Kommission an verschiedenen Orten Russlands durchführt, in das zweite und abschließende Jahr. Die Veranstaltungen wenden sich an Studierende und junge Wissenschaftler_innen der Fächer Politologie, Internationale Beziehungen und Wirtschaft aus den jeweiligen russischen Regionen. Mit Vorträgen russischer und internationaler Expert_innen sowie von Vertreter_innen der EU-Kommission, Debatten und Rollenspielen behandeln sie europäische Fragen und das Verhältnis zwischen Russland und der EU. Die nächsten Seminare finden im März in Kasan (Tatarstan), im Juli in Tomsk (Westsibirien), im Oktober in Rostow (Südrussland) und im Dezember in Moskau statt. Das Projekt wird von der Politologin Elena Belokurova (Europa-Universität St. Petersburg) geleitet und von der Journalistin Angelina Davydova (DRA) organisiert.

4) Kurzfilme für Ostsee-Festival gesucht

Rostock, Gdansk, Kaliningrad, Riga, Narwa-Joesuu, St. Petersburg - dieser Route wird im Juli 2008 das Segelschiff „Lovis“ folgen und für je vier Tage das Öko-Kultur-Festival „Moving Baltic Sea“ in diese Städte bringen. Das Programm umfasst Filmvorführungen, Seminare, Meisterkurse und vieles mehr. Hauptinitiator ist der Berliner Verein Moviemiento e.V.. Zu Organisatoren gehört auch der DRA St. Petersburg. Das Festival soll insbesondere jüngere Menschen dazu anregen, sich für ökologische Fragen zu interessieren und zu engagieren. Junge Kurzfilmautor_innen und Videokünstler_innen aus Dänemark, Deutschland, Estland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden können bis zum 1. April auf DVD oder Mini-DV Arbeiten von maximal 20 Minuten Länge einreichen. Das Thema lautet „Stories from the Seaside“ („Geschichten von der Küste“). Eine internationale Jury wird einen Siegerfilm auswählen, an dem ARTE die Rechte erwerben wird.

5) DRA St. Petersburg informiert Verwaltung zu Freiwilligenarbeit

In Petersburg führt der „Klub der Freunde und Partner der Nordwestakademie für den öffentlichen Dienst“ (eine nicht-kommerzielle Ausgründung, die sich für die Akademie mit PR-Fragen beschäftigt) derzeit eine Veranstaltungsreihe zur Entwicklung der Freiwilligenarbeit in der Stadt durch. Unterstützt wird er vom städtischen „Komitee für Jugendpolitik und die Zusammenarbeit mit gesellschaftlichen Organisationen“. Bereits am 8. Dezember fand dazu in der Akademie die Konferenz „Internationale Erfahrungen in der Förderung von Freiwilligenarbeit“ statt. Die Mitarbeiter des DRA St. Petersburg Alexej Gorin und Valentin Keilbach stellten dem teils anwesenden, teils per Internetübertragung zugeschalteten Publikum die Europäische Freiwilligenagentur des DRA vor. So erläuterten sie die Bedeutung, die dem freiwilligen Engagement in Deutschland und Europa auf staatlicher Ebene beigemessen wird, die Mitwirkung von Freiwilligen im DRA St. Petersburg und Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes für Russ_innen im Ausland. Auch bei einem Fachgespräch mit Moskauer Beamten am 26. Dezember war das DRA-Expertenwissen gefragt.