DRA Newsletter Februar 2008


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) EU-Bildungsprojekt in der Ukraine erfolgreich abgeschlossen

Mit einer großen resümierenden Konferenz wurde am 8. Februar in Kiew nach dreijähriger Arbeit das EU-Projekt „Civic Education“ (politische Bildung) abgeschlossen. An der Taras-Tschewtschenko-Universität trafen sich dazu ExpertInnen aus der Ukraine, Polen, Deutschland und Großbritannien sowie rund 150 Lehrer_innen aus fast allen Regionen des Landes. Der ukrainische Vizeminister für Bildung und Forschung, Pavlo Poljanskij, dankte dem Konsortium, zu dem neben dem DRA die Organisationen Cambridge Education (GB), Center for Civic Education (PL) und Step by Step (UA) gehörten. Im Rahmen des Projektes wurden Hunderte Lehrer_innen inhaltlich und methodisch weitergebildet, ein Curriculum zur Einbeziehung der politischen Bildung in den Schullehrplan erarbeitet, zwei Lehrwerke veröffentlicht, Studienreisen nach Westeuropa ermöglicht und landesweit Mikroprojekte an über 100 Schulen initiiert. Auf der Konferenz wurden auch weiterführende Empfehlungen an die ukrainische Regierung verabschiedet. Dazu gehörte der Vorschlag, dauerhaft ein ukrainisches Zentrum für politische Bildung einzurichten, die pädagogische Aus- und Weiterbildung in diesem Bereich zu systematisieren, aber auch die Einführung eines gesonderten Fachs „politische Bildung“ noch einmal zu prüfen. Dieser Schritt war 2004 als Aufgabe an das Projekt formuliert, später aber von der ukrainischen Regierung gestrichen worden. Ergebnisse und Materialien des Projekts unter www.civiced.org.ua und www.citizen.org.ua.

2) „QuInta“ – neues DRA-Bildungsangebot für Migrantenorganisationen

Von März bis Oktober 2008 bietet der Deutsch-Russische Austausch die Fortbildungsreihe „QuInta – Qualifiziert für Integrationsarbeit“ an. Sie umfasst insgesamt sieben eintägige Seminare und richtet sich an Vereine und Initiativen von Spätaussiedler_innen und anderen russischsprachigen Zuwanderern in Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die sich in ihrem Umfeld aktiv für Integration engagieren. Ziel ist die (weitere) Professionalisierung der Arbeit der Migrantenorganisationen durch eine bedarfsorientierte Qualifizierung ihrer Mitarbeiter_innen. Schwerpunktthemen sind Organisationsentwicklung, Projektmanagement, lokale Netzwerkarbeit, Fundraising und die Gewinnung von Freiwilligen. Die Seminarreihe wird durch eine Förderung der Robert Bosch Stiftung ermöglicht. Ausführliche Informationen werden in Kürze auf der Webseite des DRA zu finden sein (www.austausch.org).

3) Förderung professioneller Freiwilligenarbeit in Gomel

Vertreter_innen von rund 20 sozialen, humanitären und ökologischen Organisationen aus der Region beteiligten sich an einem Seminar zu Fragen der Freiwilligenarbeit, das am 16. Februar in Gomel/Belarus stattfand. Veranstalter war die NGO „Socialnye projekty“, die mit Unterstützung des DRA vor Ort eine moderne Freiwilligenagentur aufbaut. Drei Expert_innen des DRA waren aus Berlin angereist, um einen Einblick in die Vielfalt und Strukturen der ehrenamtlichen Arbeit in Deutschland zu vermitteln und Anregungen für eine „Woche der Freiwilligen“ in Gomel zu geben. Anschließend wurden in einem halbtägigen Workshop Ideen für konkrete Schritte und zur Motivation breiterer Bevölkerungsschichten für die Freiwilligenarbeit gesammelt. Eine neu gegründete Arbeitsgruppe bereitet nun für den Mai erste Aktivitäten vor. Mit der Gestaltung des Workshops nach den Prinizipien des „Open Space“ lernten die Teilnehmer_innen zugleich eine Arbeitsmethode kennen, die auf den Grundsätzen von Demokratie, gleichberechtigter Partizipation und persönlicher Initiative beruht.

4) Wie mächtig ist Gasprom? DRA lud zur Debatte

Mehr als 100 Menschen kamen am 19. Februar zu einer Podiumsdiskussion des DRA über „Gasprom und die Macht“ in die Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Prof. Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung), Gemma Pörzgen (Autorin) sowie Prof. Hans-Henning Schröder (Stiftung Wissenschaft und Politik) diskutierten mit Blick auf die russischen Präsidentschaftswahlen am 2. März, als deren Sieger der Vizepremier und Aufsichtsratsvorsitzende von Gasprom, Dmitrij Medvedev, praktisch feststeht, über die Verquickung, aber auch Interessenkonflikte zwischen dem Kreml und dem weltgrößten Gasunternehmen, über mögliche Abhängigkeiten der EU und über Chancen zu einer effizienteren Energienutzung unter Einbindung des Konzerns. Die Referenten warnten vor einer Dämonisierung von Gasprom, aber auch vor Marktmissbrauch durch den Monopolisten und Russlands Bestreben zum Aufbau eines Gaskartells. Auch habe Gasprom zur Verschärfung der staatlichen Kontrolle über die russischen Medien beigetragen und im Konflikt mit Ländern wie der Ukraine als politisches Instrument fungiert. Liefersperren müsse die EU nicht fürchten, da der russische Staat – und seine Elite – stark vom Gasverkauf lebe. Potentielle Kapazitätslücken infolge versiegender Ressourcen, mangelnder Neuinvestitionen, Umleitungen nach Asien oder Bedarfswachstum seien am besten durch langfristige Verträge, ausländische Beteiligungen an der Erschließung neuer Gasfelder und v.a. Energiesparen zu verhindern. Für letzteres müssten in Russland endlich Verbrauchszähler eingeführt, aber auch die subventionierten Gaspreise erhöht werden – was Gasprom und die Ökologen wollen, der Staat aber wegen der sozialen Risiken fürchtet.

5) Seit 15 Jahren aktiv in Petersburg: DRA feierte Jubiläum

Mit einer großen Feier beging der DRA St. Petersburg am 1. Februar sein 15-jähriges Bestehen in der Stadt an der Newa. Er ist dort seit November 1992 registriert. Zu dem Fest „15+“ kamen rund 100 Gäste, darunter viele Vertreter_innen langjähriger russischer Partner-NGOs wie Boris Pustynzew („Bürgerkontrolle“) und Ella Poljakowa („Soldatenmütter“), aber auch Repräsentant_innen der Petersburger Stadtverwaltung, des Deutschen Generalkonsulats und anderer internationaler Einrichtungen der Stadt. Aus Berlin angereist waren unter anderen Rudi Piwko, Mitglied des DRA-Vorstands und einer der Vereinsgründer, sowie die ehemalige Geschäftsführerin des Berliner DRA, Stefanie Schiffer, die zuvor von der Gründung an den Petersburger DRA geleitet hat. Die Vorbereitung des Fests hatten Teilnehmer_innen der aktuellen Freiwilligen- und Schüleraustauschprogramme des DRA übernommen. Höhepunkt war der Auftritt des Straßenkinderzirkus Upsala, der 1999 mit Unterstützung des DRA von der derzeitigen Leiterin des DRA St. Petersburg, Astrid Schorn, gegründet wurde.

6) Erste Berliner Freiwilligenbörse – DRA wirkt mit

Am 1. März findet von 11-17 Uhr im Roten Rathaus die erste Berliner Freiwilligenbörse statt. Organisationen und Bürgerinitiativen werden den BesucherInnen an Ständen konkrete ausgewählte Möglichkeiten vorstellen, wie sie sich freiwillig engagieren können. Zusätzlich werden Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Aspekten des bürgerschaftlichen Engagements angeboten, darunter auch der Workshop „Auf freiwilliges Engagement gut vorbereitet sein“, dessen Leitung Bettina Bofinger (Deutsch-Russische Ehrenamtsbörse, DRA) und Andrea Brandt (Freiwilligenagentur Kreuzberg-Friedrichshain) übernommen haben. Die Veranstalter sind der Verein Hilfsbereitschaft e.V. sowie das Landesnetzwerk Bürgerengagement „Aktiv in Berlin“. Die Teilnahme ist kostenlos und ohne Voranmeldung möglich.