DRA Newsletter April 2008


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Berlin – St. Petersburg: JournalistInnen im Austausch

Mit einer Petersburg-Reise von Mitarbeiter_innen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, der Berliner Zeitung, von Spiegel-Online, der Tageszeitung und des Berliner Stadtmagazins Zitty hat der DRA sein diesjähriges Journalistenprojekt abgeschlossen. Vom 13.-18. April hielten sich die fünf Teilnehmer_innen im Rahmen der „Deutschen Woche“ zu einem Informationsprogramm und Treffen mit russischen Kolleg_innen in St. Petersburg auf. Darüber hinaus recherchierten sie zu eigenen Themen, so zu dem heftig umstrittenen Plan eines Wolkenkratzerbaus durch Gasprom im Petersburger Stadtzentrum, der Lage oppositioneller Parteien oder der zeitgenössischen Kunstszene der Stadt. Auf einer Podiumsdiskussion in der Staatlichen Petersburger Universität erläuterten sie Gründe für die oft sehr kritische Darstellung Russlands in den deutschen Massenmedien. Die russischen Austauschteilnehmer_innen von den Zeitungen Kommersant, Delovoj Peterburg, RBK Daily, vom Stadtmagazin Time-Out und vom Radiosender Echo Moskvy hatten bei ihrem vorausgegangenen Berlin-Besuch im Rahmen einer DRA-Veranstaltung im Roten Rathaus ihr Befremden über das Russlandbild in Deutschland erklärt und auf positive Aspekte wie die verbesserten Alltagsbedingungen und die vielfältigen öffentlichen Diskussionen in ihrem Land verwiesen. Recherchiert hatten sie in Berlin u.a. zu Menschenrechtsinstitutionen in Deutschland, zu Interessen deutscher Firmen in Petersburg und zur Modernisierung der Museumslandschaft. Das Austauschprogramm wurde vom Generalkonsulat St. Petersburg unterstützt.

2) Bildungszentrum in Nordossetien eröffnet in Kürze

Die Instandsetzung des Gebäudes für das Bildungszentrum, das Memorial Moskau und der DRA in Nordossetien (Nordkaukasus) aufbauen, steht nach schwierigen Verhandlungen und mehreren Verzögerungen nunmehr vor dem Abschluss. Im Zuge der umfangreichen Reparaturarbeiten wurden in dem Nebengebäude der Allgemeinbildenden Schule im Ort Kurtat unter anderem Heizung, Fenster, Dach, Böden und Sanitärräume grunderneuert. Im Mai werden die Räume technisch ausgerüstet, ab 1. Juni sollen die ersten Kurse zur Förderung des Kleinunternehmertums stattfinden. Im Verwaltungsbezirk Prigorodny, in dem das Bildungszentrum liegt, ist mehr als die Hälfte der Menschen arbeitslos. Die Schulungsangebote sollen neue Perspektiven eröffnen. Indem Osseten und Inguschen gemeinsam unterrichtet werden, wird außerdem ein Beitrag zum Abbau der erheblichen Spannungen geleistet, die hier seit dem Bürgerkrieg von 1992 zwischen den beiden Volksgruppen herrschen. Für das Projekt muss der DRA einen finanziellen Eigenanteil aufbringen. Hierfür bitten wir Sie sehr herzlich um Ihre Spende (Kennwort „Nordossetien“; Bankverbindung s.o.)!

3) Hamburg, 2. Mai: Ehemalige DRA-Freiwillige informieren zu Russland

In Nischnij Nowgorod absolvierten Jenny Zimmermann und Ina Panjawin 2007/08 einen halbjährigen DRA-Freiwilligendienst. Nun möchten sie über diesen Aufenthalt berichten, aber auch zeigen, wie man in Deutschland mit der Kunst und Kultur Osteuropas in Berührung kommen kann. Am 2. Mai gestalten sie dazu in Hamburg einen Film- und Vortragsabend, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Er findet ab 19 Uhr im Kino „B-Movie“ (Brigittenstraße 5, Hamburg) statt und wird in Kooperation mit dem vor kurzem gegründeten Verein BINE e.V. (Gesellschaft zur Förderung von Bildung, interkulturellem Austausch und nachhaltiger Entwicklung in Osteuropa) durchgeführt. Im Verlauf des Informationsteils wird die ehemalige DRA-Projektassistentin Maria Degenstein auch einen Überblick über die Arbeit des DRA geben. Anschließend locken ein Buffet mit Köstlichkeiten aus Osteuropa und der Film „Wij“ nach einer Erzählung von Nikolaj Gogol (Ukrainisch, OmU). Der Eintritt ist kostenlos. Ebenso wie die Freiwilligendienste der Hauptreferentinnen wird auch dieses Nachfolgeprojekt durch eine Förderung im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes EVS ermöglicht, der zu dem EU-Programm „Jugend in Aktion“ gehört.

4) Neues von den Schüleraustauschprogrammen von DRA Berlin und DRA St. Petersburg

Drei Monate lang in Russland zur Schule gehen oder drei bis vier Wochen lang dort ein Praktikum absolvieren: Seit Anfang des Jahres bietet der DRA Berlin deutschen Schüler_innen die Vermittlung solcher Aufenthalte an. Im Rahmen des Programms helfen derzeit vier SchülerInnen aus Münster einen Monat lang in verschiedenen Einrichtungen St. Petersburgs bei der Betreuung sozial benachteiligter Kinder. Der DRA St. Petersburg, der ein Schüleraustauschprogramm auch in Kooperation mit AFS – Internationale Begegnungen organisiert, lud am 19. April Austauschschüler_innen, Gasteltern und alle Interessierten zu einem Treffen im Rahmen der „Deutschen Woche“. Ehrengast war der deutsche Generalkonsul in der Stadt, Bernd Braun, der von eigenen Schüleraustauscherfahrungen berichtete. Erstmals war in Russland der Film über die DRA-Austauschschülerin Julia Neumann zu sehen, der bereits im September 2007 im deutschen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Den Abschluss bildete ein von zwei deutschen Austauschschülern gestaltetes Quiz zu den deutsch-russischen Beziehungen. Die SchülerInnen übernahmen bei dem Treffen das Dolmetschen – und stellten so ihre fremdsprachlichen Fortschritte unter Beweis.

5) DRA-Schulungsangebot „QuInta“ für Migrantenorganisationen gestartet

Mit dem ersten von insgesamt sieben Seminaren eröffnete der DRA am 4. April seine neue Fortbildungsreihe „QuInta – Qualifiziert für Integrationsarbeit“. Die Teilnehmer_innen sind haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter_innen aus 16 Organisationen von Spätaussiedlern und russischsprachigen Migrant_innen. Sie wurden aus einem erheblich größeren Bewerberkreis ausgewählt. Vertreten sind nun unter anderem so unterschiedliche Organisationen wie das Berliner Integrationszentrum Harmonie e.V., der Landesverband Brandenburg des Bundes der Vertriebenen, die Jüdische Gemeinde Frankfurt/Oder, die Vereine „Flämmchen“ e.V. aus Kyritz in Brandenburg, „Hoffnung – Nadeshda“ e.V. aus Freiberg in Sachsen und der Sportverein UNIKAS e.V. aus Merseburg in Sachsen-Anhalt. Beim ersten Treffen wurden vor allem die Erwartungen an die Fortbildung geklärt und die geplanten Seminarmodule vorgestellt. Beim zweiten Seminar am 25. April stehen die Themen Selbstverständnis, Selbstdarstellung und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm.

6) Dokumentation der Deutsch-Russischen Herbstgespräche 2007 veröffentlicht

Um die „Potenziale ökologischer Modernisierung in Deutschland und Russland“ ging es bei den 12. Deutsch-Russischen Herbstgesprächen, die der DRA, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Evangelische Akademie im vergangenen Oktober in Berlin veranstalteten. Die Beiträge der internationalen Expert_innen, die an der Konferenz teilnahmen, stehen ab sofort auf der Website des DRA zum Nachlesen oder als Download zur Verfügung. Vorgestellt werden u. a. Beiträge zu den Fragen: Welche Rolle spielt das Thema Umweltschutz in der russischen Politik? Wie sind Umwelt-NGOs aufgestellt? Welche Bedeutung hat die Wirtschaft für Prozesse der ökologischen Modernisierung? Wie können deutsch-russische Kooperationen im Umweltbereich zur Modernisierung beitragen? Wie lässt sich die Effizienz im russischen Wohnungssektor steigern? Welche Potenziale liegen für Russland in der Nutzung von Biomasse zur Energieerzeugung?

7) Memorial schlägt Schaffung eines Internationalen Geschichtsforums vor

Die russische Menschenrechtsorganisation Memorial hat der europäischen Öffentlichkeit die Gründung eines Internationalen Geschichtsforums vorgeschlagen. Solch ein freiwilliger Zusammenschluss von gesellschaftlichen Einrichtungen und Organisationen der Bereiche Forschung, Kultur und Bildung, aber auch von Einzelpersönlichkeiten könne den Rahmen für einen ständigen Meinungsaustausch zu konfliktträchtigen Ereignissen des 20. Jahrhunderts bieten. Unter anderem könnten so etwa die divergierenden Sichtweisen zur Diskussion gestellt werden, die in den Ländern Ost- und Mitteleuropas hinsichtlich des sowjetischen Sieges im Zweiten Weltkrieg und der damit verbundenen Territorialgewinne vertreten werden. Mögliche Formen des Dialogs, die gemeinsam ausgearbeitet werden sollten, seien Konferenzen und eine gemeinsame Internetseite, aber auch etwa die gemeinsame Publikation von Schulbüchern und Periodika. Diese Arbeit könne zum Vorbild für Verständigungsprozesse weltweit werden. Der gesamte Aufruf findet sich als PDF auf der Website des DRA (www.austausch.org/aktuelle-meldungen/newsdetail/article/1/memorial-fue.html). Mit einem Kommentar von Jens Siegert (Heinrich-Böll-Stiftung) erschien er auch in den Russlandanalysen Nr. 162