Zum Tod von Aleh Hulak

Mit großer Bestürzung haben wir von dem Tod von Aleh Hulak erfahren. Seit fast dreißig Jahren setzte sich der studierte Jurist für die Menschenrechte in seinem Heimatland Belarus ein. Aleh Hulak übernahm in zahlreichen Fällen die Verteidigung von Menschen, denen vom Lukaschenka-Regime grundlegende Rechte vorenthalten wurden und engagierte sich auch darüber hinaus für Meinungsfreiheit, die Freilassung politischer Gefangener sowie für faire Arbeitsbedingungen.

Der langjährige Vorsitzende des Belarusischen Helsinki-Komitees und Träger des deutsch-französischen Menschenrechtspreises war er auch für uns seit vielen Jahren ein enger Weggefährte, zuletzt unter anderem durch unsere gemeinsame Arbeit in der Civic Solidarity Platform. Im Zuge der starken Repressionen gegen die Zivilgesellschaft wurde dem Belarusischen Helsinki-Komitee im vergangenen Jahr die weitere Arbeit im Land untersagt. Die rechtliche Liquidierung des Komitees bedeutete allerdings nicht das Ende der Arbeit – ganz im Gegenteil: Unter der Leitung von Aleh Hulak wurde dem Belarusischen Helsinki-Komitee im Juli dieses Jahres der Konsultationsstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen gewährt. Durch diesen Status haben belarusische Menschenrechtler:innen nun einen einfacheren Zugang zu den Organen der UN.

Aleh Hulak starb vor wenigen Tagen überraschend mit nur 55 Jahren im Exil. Wir möchten an dieser Stelle unsere Trauer um einen herausragenden Menschenrechtler und stets lebensfrohen Menschen zum Ausdruck bringen. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen. Aleh Hulak wird uns fehlen, seine Arbeit jedoch wird weitergetragen werden.

Zurück