Zum Pilorama Laboratorium kamen Teilnehmer aus elf Ländern

Die Premiere des neuen Europäischen Jugendforums Pilorama Laboratorium am Gedenkmuseum Perm36 am Ural (Russland) ist erfolgreich verlaufen. Rund 70 TeilnehmerInnen sowie 16 ExpertInnen aus elf Ländern arbeiteten in fünf Workshops (Master Classes) zu Themen wie Geschichte und politische Bildung, Ökologie, Minderheitenrechte, Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung, Sozialunternehmertum und kreativer Darstellung von zivilgesellschaftlichen Events. Ziel war u.a. die Diskussion über Chancen, Aufgaben und Methoden zivilgesellschaftlicher Arbeit.

Das Eingangstor des Gedenkmuseums für das frühere GULag-Lager Perm36

Gäste des Forums Pilorama Lab waren u.a. Evgenia Tschirikova (Bewegung für den Chimki-Wald), Alexander Morosov (Chefredakteur Russkij Journal), Svetlana Makovetskaya (Zentrum Grani, Perm), Tatjana Margolina (Menschenrechtsbeauftragte Gebiet Perm); Alexander Protasevich (Kulturminister Gebiet Perm), Zofia Woycicka (Haus der Europäischen Geschichte, Brüssel), Ondrej Matejka (Anti-Komplex, Prag), Leah Whittingham (Oval Theatre House, London).

Den äußeren Rahmen bildete, neben dem Wohnen im Zeltcamp am Fluss, das Ensemble des Lagers für politische Gefangene Perm36 - dereinst soll hier ein Europäisches Zentrum für Kultur und Demokratie entstehen. Zum anschließenden 8. großen Festival »Pilorama« der russischen Zivilgesellschaft kamen diesmal etwa 2.000-3.000 Menschen, darunter viele Prominente aus NGOs, Medien, Wissenschaft, Musik, Kunst. Es waren weniger als 2010 und 2011, was eventuell schon auf die Ernüchterung nach den vergeblichen Winterprotesten und auf die offene Feindseligkeit der russischen Führung gegenüber unabhängigen Stimmen zurückgeht.

So war das im Juli verabschiedete NGO-Gesetz auch eines der meistdiskutierten Themen. Als Mehrheitsansicht zeigte sich: Die NGOs wollen wieder Lücken nutzen, die sich aus Formulierung und künftiger Umsetzung des Gesetzes ergeben, also weitermachen und die Öffentlichkeit suchen, notfalls im Modus der Dissidenz wie während der Sowjetunion. Ob Pilorama und PiloramaLab 2013 wie geplant erneut stattfinden können, wird ein Anzeichen dafür sein, wie viel Offenheit in Russland dann noch oder wieder existiert.

Organisatoren waren vom DRA Stefan Melle und Kristina Smolijaninovaite, vom Institut für Bürgerschaftliche Aktivität Perm: Zoya Loukianova, Svetlana Kolchurina, Sergey Tereshenkov, von MitOst Berlin Annegret Wulff, vom Gedenkmuseum Perm36 die Direktorin Tatjana Kursina.

Finanzierung: Kulturministerium des Gebietes Perm, Programm Youth in Action (EU), Zivilgesellschaftsforum EU-Russland (Schirmherrschaft)

Fotos sind zu sehen u.a. auf

von Zuzana Zalanova (EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum, NGO Demas / Prag)

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.393282180733304.86894.252904631437727&type=1

von Mascha Shalamova (MitOst, Novosibirsk)

http://www.flickr.com/photos/11233147@N03/sets/72157630840970766/

Artikel haben u.a. geschrieben: 

Evgenia Tschirikova

http://echo.msk.ru/blog/chirikova/914296-echo/?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Alexander Morozov

http://russ.ru/pole/Vernuvshis-iz-Permi-36-.-Grazhdanskoe-soprotivlenie-do-i-posle-2012-goda

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