Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus und in Tatarstan: Weiterbildung für Fachkräfte gestartet

Zwanzig Fachkräfte aus sechs russischen Regionen kamen vom 30. 9. – 3.10. in Naltschik zu einem Training zusammen, bei dem Fragen der Radikalisierungsprävention in der Jugendarbeit im Mittelpunkt standen. Mit dem Fachtreffen in der Hauptstadt von Kabardino-Balkarien startete ein anderthalbjähriger Weiterbildungskurs zur Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus und in Tatarstan, den der DRA im Rahmen seines neuen, dieser Thematik gewidmeten Projekts organisiert.

In den Modulen der Weiterbildung wird eine theoretische und praktische Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Ansätzen der Präventionsarbeit stattfinden. Die Treffen werden die Vernetzung von Fachkräften aus dem Nordkaukasus und Tatarstan ermöglichen. Darüber hinaus ist vorgesehen, in den Projektregionen praktische Präventionsmaßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.

Die vier Tage in Naltschik waren bereits von einem intensiven Erfahrungsaustausch der russischen Fachkräfte geprägt, die in unterschiedlichen Regionen zu vergleichbaren Themen arbeiten. Für die Entwicklung vielfältiger und auf verschiedene Zielgruppen angepasster Präventionsansätze wird die Heterogenität der Weiterbildungsteilnehmer/innen voraussichtlich von großem Vorteil sein: Die Gruppe besteht aus elf Frauen und neun Männern, die Altersspanne reicht von 18 bis 75 Jahren, und auch die Kenntnisse, Erfahrungen und Talente sind weit gestreut: Die Multiplikator/innen sind in psychologischen Beratungsstellen, staatlich-administrativen Einrichtungen oder zivilgesellschaftlichen Organisationen tätig.

Die Weiterbildungsmodule werden in wiederkehrenden Abständen von rund zwei Monaten durchgeführt. Das nächste Treffen findet Ende November in Berlin statt. Hier wird die Multikplikatorengruppe auch eine Reihe von Trägern der Präventionsarbeit kennen lernen und an den Berliner Herbstgesprächen teilnehmen, die sich in diesem Jahr dem Thema „Ausstieg aus der Gewaltspirale: Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa“ widmen (siehe auch oben, Programm hier).

Das Projekt hat eine Laufzeit bis Ende 2020 und wird aus Mitteln des Auswärtigen Amts gefördert.

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