Nordkaukasus: Fernunterricht und Marktplätze fördern Existenzgründer/innen

Große Nachfrage – erweitertes Angebot: Das in Sunscha (Inguschetien) angesiedelte Bildungszentrum des Projekts „Aussöhnung ermöglichen, Lebensperspektiven eröffnen: ein Beitrag zur Stabilisierung der Krisenregion Nordkaukasus“ (Förderung: Brot für die Welt und Renovabis) stößt mit seinen Kursen zur Förderung von Existenzgründungen und des Kleingewerbes weiterhin auf lebhaftes Interesse. Um sie einer größeren Zahl von Interessierten, darunter vor allem auch Menschen in abgelegeneren Ortschaften der Projektregion, zugänglich zu machen, wurden in den letzten Monaten 14 Videos (Audiomaterial mit zusätzlichen graphischen Darstellungen) erstellt. Mit einer Länge von acht bis vierzig Minuten behandeln sie Themen wie allgemeine Betriebswirtschaft, Buchhaltung, EDV und juristische Fragen.

Nach einer Testphase, in der Rückmeldungen der ersten Nutzer/innen gesammelt und die Materialien noch einmal überarbeitet wurden, ist der Fernunterricht mittlerweile angelaufen. Hauptsächlich erfolgt er bisher von Inguschetien aus für Teilnehmer/innen in Dagestan. Grundprinzip ist nicht die individuelle Nutzung der Materialien zu Hause, sondern die gemeinsame Sichtung unter Anleitung einer Honorarkraft, so dass es möglich ist, sich über den Stoff auszutauschen und Fragen zu klären. Auch die Webinare erfüllen also wie die bisherigen Kurse das doppelte Ziel, in einer von hoher Arbeitslosigkeit geprägten Region Erwerbsperspektiven zu eröffnen und zugleich Menschen unterschiedlicher Ethnien zusammenzubringen. Gerade in Dagestan ist die Bevölkerung ethnisch stark gemischt: Bei einer Bevölkerung von knapp 3 Mio. gibt es hier allein 14 Amtssprachen und Dutzende weiterer Sprachen und Dialekte.

Zu den zentralen und erfolgreichen Maßnahmen im Projekt gehören auch die überregionalen Marktplätze, die Gründer/innen, bereits etablierten Kleingewerbetreibenden, aber auch lokalen NGOs, Beratungsstellen und Initiativen Gelegenheit bieten, ihre Angebote zu präsentieren und untereinander Kontakte zu knüpfen. Ein weiterer solcher Marktplatz ist für Anfang Mai geplant; Fotos zu den Marktplätzen im Vorjahr HIER und HIER.

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