28.2.2013: Filmvorführung »Winter, geh weg (Зима, уходи)« und Diskussion - mit Ilya Yashin und Zosya Rodkewitsch

Im Rahmen der gemeinsamen Veranstaltungsreihe »ostEUROPA bewegt« laden der Deutsch-Russische Austausch, iDecembrists und Werner Schulz (MdEP) zur Filmvorführung »Winter, geh weg (Зима, уходи)« und zur anschließenden Diskussion ein.

mit Ilya Yashin, russischer Oppositionspolitiker und Zosya Rodkewitsch, Filmemacherin
28. Februar 2013, 19.30 Uhr
im Kulturzentrum WABE, Danziger Str. 101, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg

Winterproteste 2011/12 in Russland: Aufbruch ohne Folgen?

Ein Jahr ist vergangen, seit Russland bei  Temperaturen weit unter Null Grad Celsius plötzlich aus jahrelanger Lethargie zu erwachen schien und eine beispiellose Protestwelle das Land erfasste. Hunderttausende demonstrierten gegen gefälschte Wahlen, die Rochade im Kreml, enorme Korruption, Machtmissbrauch und für Reformen. Weltweit fanden Solidaritätsdemonstrationen statt, prophezeiten Medien den „russischen Frühling“ im eisigsten Winter.

Doch kaum ist Putin wieder der Mächtigste im Land, geht die Kremlführung zum Gegenangriff über und lässt von einer willfährigen Duma im Eiltempo zahlreiche repressive Gesetze verabschieden, um die Proteste zu ersticken und politische Gegner zu verfolgen. Hinzu kommt die Propagierung eines neuen russischen Patriotismus, der im engen Bund mit der orthodoxen Kirchenführung gegen den Westen ebenso zu Felde zieht wie gegen Homosexuelle im eigenen Land und für eine „richtige Erziehung“ der Jugend sorgen soll.
Aus der EU kommen immer kritischere Töne – der Beginn einer neuen politischen Eiszeit? Wo steht Russland heute - ein Jahr nach der Wiederwahl Putins? Was konnte die Protestbewegung erreichen? Ist ihre Energie erschöpft?

Der Dokumentarfilm „Winter, geh weg!“, von der kritische Zeitung „Nowaya Gazeta“ initiiert, versetzt uns zurück auf den Höhepunkt der Protestbewegung, zeigt die schier grenzenlose Kreativität ihrer Aktivisten und die Aufbruchstimmung im Land. Aber auch ein anderes Russland gelangt ins Bild. Eines, das sich der Protestwelle nicht anschließen wollte. Aus welchen Gründen?

Die zehn jungen Filmemacher und Absolventen der Dokumentarfilmschule von Marina Razbezhkina, die ebenso der Protestgeneration angehören, haben mit diesem Film Zeitgeschichte eingefangen. Und mitgeschrieben. Eine von ihnen, Zosya Rodkewitsch, wird als ein Gast des Abends in den Film einführen und über seine Entstehung berichten.

Im Anschluss an den Film möchten wir mit unseren Referenten und Gästen über die Lage und Aussichten der politischen Entwicklung Russlands diskutieren: Sind die Proteste des Wahljahres 2011-2012 spurlos vorbei gegangen? Wohin führt die autoritäre Rekonstruktion unter „Putin 3.0“? Was bleibt heute übrig von der elektrisierten Atmosphäre des Winters 2011-12? Fällt die russische Gesellschaft zurück in Apathie im Unglauben an jegliche Veränderungen oder wird sich die Protestenergie erneut Bahn brechen? Ist dieses Land auf dem Weg in die Vergangenheit oder in die Zukunft?

Im Gespräch:

  • Ilya Yashin, russischer Oppositionspolitiker, Bewegung Solidarnost, Moskau
  • Prof. Dr. Hans Henning Schröder, Russland-Experte der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP)
  • Werner Schulz, Europaabgeordneter Grüne/EFA, Vizevorsitzender des Parlamentarischen Kooperationsausschusses EU-Russland des Europaparlaments

Moderation: Stefan Melle, Deutsch-Russischer Austausch e.V., Zivilgesellschaftsforum EU-Russland

Veranstaltungsort:

Kulturzentrum WABE, 10405 Berlin-Prenzlauer Berg, Danziger Str. 101

Anfahrt/ Verbindung: TRAM M10 (Winsstr.), M4 (Danziger Str./Greifswalder Allee), M2 (Prenzlauer Allee/Danziger Str.)
S-Bahn (S 4, S 8, S 85) Haltestellen Prenzlauer oder Greifswalder Allee

Hinweise:

Sprachen: Film russisch mit engl. Untertiteln, Diskussion deutsch/russisch
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich. Getränke können in der WABE erworben werden.

Links:

www.idecembrists.de
www.werner-schulz-europa.eu

 

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