27.10.: Ausstellungseröffnung in Berlin: "Bilder des Unrechts" zu Chodorkovskij-Prozess

Im 2. Strafprozes gegen den Großunternehmer Michail Chodorkovskij werden derzeit die Plädoyers gehalten. Damit steht  in Moskau ein Gerichtsverfahren kurz vor seinem Ende, dass weltweit für Empörung gesorgt hat: durch teilweise absurde Auftritte der Anklagevertreter und ihrer Zeugen, so das wochenlange Verlesen der Anklageschrift, durch Verletzungen der Rechte der Angeklagten M. Chodorkovskij und Platon Lebedev und ihrer Verteidiger, durch den Widerspruch zwischen dem Vorwurf gigantischer Wirtschaftsverbrechen und fader Aktenlage - vor allem aber durch den permanenten Eindruck, dass hier mit Macht politische Rechnungen zwischen der russischen Führung und einem unliebsam gewordenen Oligarchen beglichen werden sollen, jenseits des selbstverständlichen Rechts und der Pflicht des Staates, Wirtschaftsstraftaten zu verfolgen und zu ahnden.

Inzwischen hat am 22.10. die Staatsanwaltschaft 14 Jahre Haft für beide Angeklagten gefordert, nur ein Jahr unter der Höchststrafe. Die russische Führung hat sich dabei immer weiter in politische und Argumentationsnöte begeben. Inzwischen glauben viele Beobachter, dass Chodorkovskij zumindest vor den nächsten Präsidentschaftswahlen 2012 nicht freikommt.

Um auf diese Endphase des Prozesses aufmerksam zu machen, haben das Berliner Mauermuseum am Checkpoint Charly sowie das Chodorkovskij-Infozentrum eine Ausstellung mit Bildern von Künstlern zusammengestellt, die den Prozess besucht haben. Am 27.10., 19 Uhr, wird sie im Checkpoint-Charlie-Museum, Berlin, Friedrichstr. 43-45, eröffnet.

Anwesend sind auch Chodorkovskijs Mutter, Marina Chodorkovskaja, sowie einer seiner Anwälte, Jurij Schmidt.
Mit Grußworten treten u.a. Peter Franck (Amnesty International), Andreas Schockenhoff (Russland-Koordinator der Bundesregierung, MdB, CDU), Marieluise Beck (MdB Bündnis90/Die Grünen), Markus Meckel (Außenminister a.D., SPD) auf.

Die vollständige Einladung zur Ausstellung finden Sie HIER

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