24. Berliner Herbstgespräche im Roten Rathaus: internationaler Austausch zu Radikalisierungsprävention

Am 28. November fanden im Roten Rathaus Berlin zum 24. Mal die vom DRA veranstalteten Berliner Herbstgespräche statt, die sich von Jahr zu Jahr wechselnden politischen und gesellschaftlichen Fragen widmen. Unter dem Titel „Ausstieg aus der Gewaltspirale: Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa“ bot die Konferenz in diesem Jahr die seltene Gelegenheit, dieses hochaktuelle Thema aus vergleichender europäischer Perspektive zu diskutieren. Sie war Teil des Multiplikatoren-Projekts zur „Stärkung der Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus und Tatarstan“, das der DRA unter Beteiligung russischer und französischer Partner von 2019-2020 mit Förderung des Auswärtigen Amtes umsetzt.

Erörtert wurde die Präventionsarbeit auf der Konferenz vor allem unter den drei Aspekten der Zusammenarbeit von Staat und Zivilgesellschaft auf diesem Gebiet, der unterschiedlichen Kontexte von Stadt und Land sowie neuartiger Herausforderungen durch die Digitalisierung. In drei Fishbowl-Foren, bei denen der Diskutantenkreis immer wieder wechselt, konnten rund 200 Besucher/innen ihre Positionen zur Debatte stellen und sich zum Problemverständnis sowie über präventive Lösungsansätze in unterschiedlichen politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontexten austauschen. Zudem brachte die Konferenz mehrere mit dem Thema befasste Berufsgruppen zusammen und identifizierte Notwendigkeiten und Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit. Zu der Konferenz wird in Kürze ein Begleitfilm auf der Website des DRA zu finden sein.

Auf die öffentliche Tagung folgte am 29. November ein Runder Tisch, bei dem mehrere der Referent/innen der Konferenz aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien, 20 am Projekt teilnehmende Multiplikator/innen aus Russland sowie Vertreter/innen des DRA und der Projektpartner aus Frankreich und Russland vertiefend über De-Radikalisierungsansätze bzw. über den gesellschaftlichen Umgang mit ideologisch begründeten Gewalttaten diskutierten.

Auch wenn religiös oder politisch begründete Gewalttaten in Europa relativ selten sind, ist ihre Wirkung auf die Gesellschaft oft tiefgreifend und kann Konflikte zwischen gesellschaftlichen Gruppen verschärfen. Ein komplexes Problemverständnis gehört hier zu den Grundvoraussetzungen einer erfolgreichen Präventionsarbeit, die die gesellschaftlichen Risiken mindert. Dazu konnten die diesjährigen internationalen Berliner Herbstgespräche einen Beitrag leisten.

Wir danken ganz herzlich allen Konferenzbesucher/innen, den beteiligten Expert/innen sowie den Förderern und Unterstützern – dem Auswärtigen Amt, der Heinrich Böll Stiftung, der Zeit-Stiftung sowie der Berliner Senatskanzlei – für die Möglichkeit, mit der Konferenz den professionellen Austausch und die multilaterale Kooperation zur Radikalisierungsprävention über Grenzen hinweg auszubauen.

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