Jubiläum: 5 Jahre EU-Russland-Zivilgesellschaftsforum

Vor fünf Jahren, vom 27.-29. März 2011, fand in Prag die Gründungskonferenz des EU-Russia-Civil Society Forum (CSF) statt. 57 NGOs und Bürgerinitiativen hatten nach teilweise hitziger Diskussion die Dokumente unterschrieben. Die Idee zu dem Forum war Ende 2009 von einer Arbeitsgruppe des DRA mit Beteiligung des Europäischen Austauschs ausgegangen, als einer von mehreren Vorschlägen, wie die liberalere Präsidentschaft von Dmitrij Medvedev für eine Stärkung der Kooperation der Zivilgesellschaften und Besserung der EU-Russland-Beziehungen genutzt werden sollte. Der Aufruf wurde im August 2010 von 17 Organisationen aus 7 Ländern offiziell publiziert, im November 2010 in Berlin von 35 NGOs aus Russland und der EU genauer debattiert. Ein Organisationskomitee (Yuri Dzhibladze, Moskau, Rostislav Valvoda, Prag, Fraser Cameron, Brüssel, und Stefan Melle, Berlin), bereitete mit zahlreichen Mitstreiter_innen – darunter Natalia Taubina, Stefanie Schiffer, Olga Sadovskaya, Polina Baigarova, Eva van Velzen, Barbara von Freytag, Simon Panek, Danuta Przywara – die Konferenz vor, die der damalige tschechischen Außenminister Karel Schwarzenberg auf der Prager Burg willkommen hieß.

Es ist eine bemerkenswerte Erfolgsgeschichte daraus erwachsen, für heute bereits 158 NGOs – ein selbst organisiertes interdisziplinäres und cross-sektorales Netzwerk, das die Kooperation von NGOs aus der EU und Russlands erweitert. Eine Plattform, die Anliegen für die russische Gesellschaft und die Gesellschaften der EU entwickelt und hörbar gegen die Gefährdungen der Demokratie und zivilgesellschaftlicher Akteure auftritt. Die im besten Sinne europäische Projekte etabliert, wie die AG Visafragen, das Forum „EuropeLab“ für junge Fachleute, das Programm „Rechtsdialog“, die Aufklärung von grenzüberschreitender Korruption oder die Ausstellung zur Wahrnehmung des Zweiten Weltkriegs in den Schulbüchern verschiedener europäischer Länder (s.u.). Seit Ende 2013 und noch bis 2018 werden das Sekretariat und die Projektarbeit des Forums vom DRA betreut.

Das EU-Russia-Civil Society Forum wurde in einer entspannteren Zeit geboren, es muss sich in einer mehrfach tiefen Krise bewähren – eine Zeit, in der Mitgliedsorganisationen verteidigt werden müssen, wenn die russische Führung sie in die Enge oder gar Auflösung treiben will, in der die Wiederherstellung von Frieden und Völkerrecht zu einer unerwarteten, fast unlösbaren Aufgabe und viel umfangreicherer Austausch mit allen osteuropäischen Gesellschaften eine Grundbedingung für eine Verständigung über das gemeinsame Europa geworden ist. Es ist eine Krisenzeit, in der die Haltbarkeit der Demokratie auch in vielen EU-Staaten Frage gestellt wird, sei es durch rechtspopulistische Bewegungen, neoautoritäre Regierungen, islamistische Terroristen oder bloße Gleichgültigkeit vieler.

Wir wünschen dem EU-Russia-Civil Society Forum weiteres Wachstum, neue Mitglieder und Projekte, viele Aktive und Anhänger, einen weiten Blick und gutes Sensorium für wichtige Themen und Aufgaben sowie eine klare, kluge, unerschrockene Stimme, die sich auf viele Menschen und Organisationen stützen kann. Wir danken besonders dem Team des CSF-Sekretariats (siehe http://eu-russia-csf.org/secretariat) und allen Unterstützern und Förderern, die die Arbeit des Forums ermöglichen, darunter die EU, das niederländische und deutsche Außenministerium, die Oak-Foundation und die Robert Bosch Stiftung und viele andere. Vor knapp zwei Wochen, am 17. März, beging das CSF sein Jubiläum im Pfefferwerk in Berlin mit einer kleinen Feier, verbunden mit einem Dank an alle Aktiven und Förderer. Foto dazu siehe hier: https://www.facebook.com/eurussiacsf/posts/1018146681580181, weitere Informationen zum Forum siehe www.eu-russia-csf.org.

Zurück