DRA-Projekt zu Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus: Auftakttreffen der Initiativgruppe

Zur vertiefenden Bedarfserfassung, Zielabklärung und Planung kam am 24./25. Juli in Mineralnye Vody (Region Stavropol, Russland) die neunköpfige Initiativgruppe des neuen DRA-Projekts „Radikalisierungsprävention im Nordkaukasus stärken“ zusammen. Aus der Gruppe, der neben einer Vertreterin der französischen Partnerorganisation d’est (Destination est), Roman Elsner und Olga Schmidt für den DRA sowie je ein/e Vertreter/in aus sechs Regionen Russlands angehören, wird im Verlauf des Projekts ein Netzwerk von 20 Multiplikator/innen entstehen. Unter Berücksichtigung der politisch-gesellschaftlichen Kontexte vor Ort werden sie in den beteiligten russischen Regionen – d. h. in den nordkaukasischen Republiken Tschetschenien, Inguschetien, Kabardino-Balkarien, Dagestan und Nordossetien sowie in Tatarstan – bis Ende 2020 Maßnahmen zur Radikalisierungsprävention konzipieren und durchführen.

Wie der zweitägige Austausch verdeutlichte, wächst mit dem steigenden Problemdruck und –bewusstsein hinsichtlich der Gefahren, die der Gesellschaft durch einen gewaltbereiten Extremismus entstehen, gerade unter Akteur/innen der Jugendarbeit die Nachfrage nach erfolgreichen Ansätzen der Präventionsarbeit. Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es daher, den internationalen Fachaustausch zu diesem Thema zu ermöglichen. Auch die diesjährigen Berliner Herbstgespräche sind im Rahmen des Projekts der Radikalisierungsprävention in Ost- und Westeuropa gewidmet (s. oben).

Wesentlich für die im Projekt gewählte Herangehensweise sind der Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit erfahrener Fachleute in einem internationalen Netzwerk, die Meidung einer Stigmatisierung Einzelner oder gesellschaftlicher Gruppen und die Einbeziehung relevanter Akteur/innen der Jugendarbeit. Über die praktische Arbeit hinaus wird das Projekt auch weitere Stakeholder und die Öffentlichkeit in den Projektregionen gezielt über die Möglichkeiten, Grenzen und Erfolge der Präventionsarbeit informieren. Die Arbeit soll so die Basis für eine Bewältigung aktueller Probleme im Zusammenhang mit gewaltbereiten Einstellungen- und Verhaltensweisen schaffen.

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