Deutsch-russischer Fachkräfteaustausch: Radikalisierung von Jugendlichen

Was sind die Ursachen für die religiöse und nationalistische Radikalisierung von Jugendlichen? Welche Ansätze im Umgang und zur Prävention gibt es? Um diese und weitere Fragen ging es beim deutsch-russischen Fachkräfteaustausch mit Vertretern aus NGO´s, Verwaltung und Wissenschaft der Stiftung Deutsch - Russischer Jugendaustauschin der vergangenen Woche in Düsseldorf und Hamburg. Für den DRA und den Jugendbildungsbereich des DRA war Roman Elsner vor Ort. Einig waren sich dabei alle Teilnehmer_innen darin, das die Radikalisierung häufig soziale Ursachen hat. Den Islam sahen vor allem die „Praktiker“ nicht als Problem, da die Jugendlichen ihn häufig nur unzureichend kennen. Auch seien die Jugendlichen in der Regel keine „Geburtsmuslime“, sondern „Spätbekehrte“. Ursache sind häufig Ausgrenzungserfahrungen der Jugendlichen. Weitere Faktoren liegen in der Familie oder Gesellschaft, wie zum Beispiel eine gestörte Vaterbeziehung und ein autoritärer Erziehungsstiel in Kombination mit einer persönlichen Lebenskrise (Gewalt, Missbrauch, Tod eines Angehörigen). Anders sei dies heute bei der Identitären Bewegung, eine Gruppierung der neuen Rechten, deren Anhänger häufig aus eher privilegierten Verhältnissen stammen und durch Abstiegsängste motiviert sind. Eine Folgeveranstaltung ist bereits für das kommende Jahr in Russland angedacht, an der auch Fachkräfte aus Deutschland teilnehmen können werden.

Zurück